Hundeasyl Freckenhorst schlägt Alarm
Ehrenamtliche gehen auf dem Zahnfleisch

Freckenhorst -

„Der Tagessatz, den wir von der Stadt Warendorf pro Fundtier bekommen, liegt bei gerade mal drei Euro“, schlug Kathrin Lindpere vom Freckenhorster Hundeasyl jetzt Alarm. Futter und Tierarztkosten decke das bei Weitem nicht. Während das Mammut-Tierheim in Ahlen (Tönnishäuschen) 19 500 Euro (0,50 Cent pro Einwohner) von der Stadt Warendorf für die Unterbringung von Fundtieren (überwiegend Katzen) bekomme, gehe das Hundeasyl nahezu leer aus. „Wo bleibt da die Gerechtigkeit? Wir sind der Ersatz für ein städtisches Tierheim.“

Dienstag, 06.12.2016, 17:12 Uhr

Kathrin Lindpere,Vorsitzende des Hundeasyls, kann sich über einen städtischen Zuschuss von 10 000 Euro freuen. Geplant ist, eine 450-Euro-Kraft einzustellen..
Kathrin Lindpere,Vorsitzende des Hundeasyls, kann sich über einen städtischen Zuschuss von 10 000 Euro freuen. Geplant ist, eine 450-Euro-Kraft einzustellen.. Foto: Brocker

Das Hundeasyl in Freckenhorst schlägt Alarm . Die ehrenamtlichen Mitarbeiter gehen auf dem Zahnfleisch. „Wir haben eine große Baustelle übernommen“, skizzierte Sprecherin und Vorsitzende Katrin Lindpere am Montagabend im Hauptausschuss ein Bild von der täglichen tierschutzgerechten Unterbringung von Fundhunden.

Rund um die Uhr und das 365 Tage im Jahr habe das Team Bereitschaft. „Der Tagessatz, den wir von der Stadt Warendorf pro Fundtier bekommen, liegt bei gerade mal drei Euro.“ Futter und Tierarztkosten decke das bei Weitem nicht. Während das Mammut-Tierheim in Ahlen (Tönnishäuschen) 19 500 Euro (0,50 Cent pro Einwohner) von der Stadt Warendorf für die Unterbringung von Fundtieren (überwiegend Katzen) bekomme, gehe das Hundeasyl nahezu leer aus. „Wo bleibt da die Gerechtigkeit? Wir sind der Ersatz für ein städtisches Tierheim.“ Lindpere erinnerte daran, dass die Stadt gesetzlich verpflichtet sei, sich an den Tierarztkosten zu beteiligen. Das geschehe bislang nicht. „Wir haben die Tierarztkosten bislang aus unseren Spendentöpfen bezahlt.“

Erster Beigeordneter Dr. Martin Thormann unterstrich, dass die Beteiligung der Stadt am Hundeasyl über den jährlichen finanziellen Zuschuss hinausgeht. So habe sich zum Beispiel der städtische Bauhof bei der Einfriedigung des städtischen Grundstücks eingebracht.

Der jährliche städtische Zuschuss von gerade mal 1000 Euro sei bei Weitem nicht mehr kostendeckend, betonte Lindpere und stellte klar: „Wir möchten keine goldenen Futternäpfe, aber wir benötigen zum Beispiel eine Heizung in den Hundezwingern. Zurzeit wärmen wir die Tiere mit Rotlicht – das geht auf die Stromrechnung.“ Die Investitionen seien die eine Seite – das Engagement der Ehrenamtlichen, die an ihre Grenzen stoßen, die andere. Wunsch des Hundeasyls: eine 450-Euro-Kraft (zehn Stunden in der Woche), um auch auf Dauer eine tierschutzgerechte Unterbringung gewährleisten zu können. „Mir fehlen einfach die Leute. Unsere Mitglieder spannen schon ihre ganzen Familien mit ein, um das alles gewährleisten zu können.“

Unterstützung bekam der Verein von den Grünen. Daniel Kebschull stellte den Antrag, den Verein im kommenden Jahr dringend mit einmalig 10 000 Euro zu unterstützen, um dann 2018 einen neuen Finanzierungsweg zu überlegen. In die Pflicht genommen werden sollten jedoch auch die anderen Städte und Gemeinden im Kreis, die ihre Fundhunde in Freckenhorst abgeben, fand Ralf Perlewitz (CDU). Und das sind bis auf Everswinkel alle.

Der Grünen-Antrag wurde einstimmig verabschiedet, 5000 Euro sollen dem Hundeasyl sofort ausgezahlt werden.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4483346?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F35766%2F4852628%2F4852629%2F
Nachrichten-Ticker