Gold für das „Dorf Erster Klasse“
Hoetmar im Party-Modus

Berlin/Hoetmar. -

„Steht auf, macht laut, macht richtig Lärm, die ganze Welt soll uns heute hör’n“ – lautet eine Zeile des Ohrwurms „Hoetmar hat Gold“ aus der Feder von Petra „Pepe“ Vorbeck-Hölscher, den die Hoetmarer nicht nur schon früh morgens im Bus bei Sekt und Korn, mittags am Brandenburger Tor sowie am späten Freitagabend im Berliner City Cube anstimmten, sondern auch während der Siegerehrung im 25. Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ mehrfach wörtlich nahmen.

Sonntag, 29.01.2017, 14:01 Uhr

Die Hoetmarer besetzten gleich mehrere lange Tischreihen im City Cube und mussten sich in Geduld üben, ehe sie über die Goldmedaille jubeln konnten.
Die Hoetmarer besetzten gleich mehrere lange Tischreihen im City Cube und mussten sich in Geduld üben, ehe sie über die Goldmedaille jubeln konnten. Foto: Brocker

Richtig laut „machten“ sie etwa, als der Moderator des abendlichen Festaktes den Mann von Welt gab und das „Dechant“ in Dechant-Wessing-Schule ganz selbstverständlich französisch einfärbte, um gleich danach, das westfälische Dehnungs-e ignorierend, die Gäste aus „ Hötmar “ zu begrüßen. Die aufbrandenden Protestrufe schienen Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt nicht zu irritieren. Auch er sprach unbeirrt von „Hötmar“, als er Vertretern der mit rund 280 Personen größten Delegation die Bundesgoldmedaille überreichte, bei der es sich nicht um eine Plakette, sondern um ein schlicht gehaltenes Schild handelt.

Hoetmar hat Gold

1/27
  • Siegesfeier in Berlin Foto: Brocker
  • Siegesfeier in Berlin Foto: Brocker
  • Siegesfeier in Berlin Foto: Brocker
  • Siegesfeier in Berlin Foto: Brocker
  • Siegesfeier in Berlin Foto: Brocker
  • Siegesfeier in Berlin Foto: Brocker
  • Siegesfeier in Berlin Foto: Brocker
  • Siegesfeier in Berlin Foto: Brocker
  • Siegesfeier in Berlin Foto: Brocker
  • Siegesfeier in Berlin Foto: Brocker
  • Siegesfeier in Berlin Foto: Brocker
  • Siegesfeier in Berlin Foto: Brocker
  • Siegesfeier in Berlin Foto: Brocker
  • Siegesfeier in Berlin Foto: Brocker
  • Siegesfeier in Berlin Foto: Brocker
  • Siegesfeier in Berlin Foto: Brocker
  • Siegesfeier in Berlin Foto: Markus Tholen
  • Siegesfeier in Berlin Foto: Brocker
  • Siegesfeier in Berlin Foto: Markus Tholen
  • Siegesfeier in Berlin Foto: Brocker
  • Siegesfeier in Berlin Foto: Brocker
  • Siegesfeier in Berlin Foto: Brocker
  • Siegesfeier in Berlin Foto: Brocker
  • Siegesfeier in Berlin Foto: Brocker
  • Siegesfeier in Berlin Foto: Brocker
  • Siegesfeier in Berlin Foto: Brocker
  • Siegesfeier in Berlin Foto: Brocker

Dröge Rede des Ministers

Bis es soweit war, mussten sich die Hoetmarer, seit sechs Uhr früh eigentlich im Party-Modus, allerdings in Geduld üben. „Selbst auf der Toilette ist mehr Stimmung“, ärgerte sich Josef Brand , Heimatvereinsvorsitzender und einer der Motoren der Dorfwerkstatt über den zweieinhalbstündigen Festakt, in dem einzig einige Auftritte von Orchestern, Volkstänzern und kleinen Ensembles, darunter eine Trommelgruppe der Dechant-Wessing-Schule für Kurzweil sorgten. Gemeinsam mit 2500 weiteren Gästen aus 33 Gewinnerdörfern mussten die Hoetmarer, Mineralwasser nippend, eine mehr als dröge Rede des Ministers über sich ergehen lassen, in der dieser die zentrale Rolle der ländlichen Räume für die Zukunft Deutschlands und die Bedeutung bürgerschaftlichen Engagements thematisierte.

Das Golddorf Hoetmar

1/19
  • Schützenfest

    Foto: Andrea Ohlmeier
  • Wieninger Bach

    Foto: Marion Bulla
  • Bewertungskommission Hoetmar 

    Foto: Marion Bulla
  • Foto: Ludger Bütfering
  • Schützenfest

    Foto: Andrea Ohlmeier
  • Foto: Andrea Ohlmeier
  • Ehrengarde beim Schützen- und Heimatfest 2012

    Foto: Andrea Ohlmeier
  • Wieninger Bach

    Foto: Marion Bulla
  • Foto: Ohlmeier
  • Johannes Remmel in Hoetmar

    Foto: Joke Brocker
  • Bewertungskommission in Hoetmar

    Foto: Marion Bulla
  • Martha Lange,  Maria Venns (v. l.)  und Adelheid Vollmann, Vorsitzende des Arbeitskreises Integration (r.), berichteten Johannes Remmel und Doris Kaiser über den Laden, in dem Neubürger und bedürftige Hoetmarer einkaufen können.

    Foto: Joke Brocker
  • Foto: Andrea Ohlmeier
  • Foto: Andrea Ohlmeier
  • Foto: Andrea Ohlmeier
  • Foto: Joke Brocker
  • Foto: Joanna Nottebrock
  • Foto: Andrea Ohlmeier
  • Foto: Peter Sauer

Neues Aktionsprogramm

Schmidt kündigte an, noch vor der Sommerpause im Rahmen des Bundesprogramms Ländliche Entwicklung (BULE) ein Aktionsprogramm Ländliche Wirtschaft und Infrastruktur beginnen zu wollen, das Förderlücken für die ländliche Wirtschaft schließen und in strukturschwachen Regionen dauerhaft Arbeitsplätze schaffen und sichern soll. „ Hoetmar “, bemerkte Schmidt, „spielt schon lange in der ersten Liga der schönsten und aktivsten Dörfer. Es hat bereits einen Bundesgoldtitel bei ,Unser Dorf soll schöner werden‘ gewonnen. Da die Gemeinde noch heute ihre starke Landwirtschaft und starke Gemeinschaft pflegt, ist es nur folgerichtig, dass die Hoetmarer wieder Gold nach Hause tragen dürfen!“

Theo Fleuter, Axel Linke, Josef Brand, Dr. Olaf Gericke, Ludger Bütfering (v. l.) freuen sich über die Gold-Plakette.

Theo Fleuter, Axel Linke, Josef Brand, Dr. Olaf Gericke, Ludger Bütfering (v. l.) freuen sich über die Gold-Plakette. Foto: Brocker

„Dorf Erster Klasse“

Als Josef Brand, begleitet von einigen Mitstreitern der Dorfwerkstatt, Landrat Dr. Olaf Gericke, Bürgermeister Axel Linke und dem Bundestagsabgeordneten Bernhard Daldrup ( SPD ) die Auszeichnung aus den Händen Schmidts entgegennahm, „machten“ die Hoetmarer einmal mehr richtig laut. Die Bewertungskommission um den Vorsitzenden Dr. Reinhard Kubat, der sich an den emotionalen Abschluss der Begehung in Hoetmar auf einem Karnevalswagen erinnerte und erklärte, dass die Bereisung „die beste, die ich je mitgemacht habe“ gewesen sei, hatte im „Dorf Erster Klasse“ vor allem über die überwältigende Beteiligung der Bürger an der Begehung gestaunt.

Das Engagement der Vereine und Gruppen im Dorf, die gemeinsam daran arbeiteten, Hoetmar für die Zukunft weiter zu entwickeln, würdigte die Jury ebenso wie die Integration von Neubürgern, insbesondere von Flüchtlingen.

Hoetmar spielt schon lange in der ersten Liga der schönsten und aktivsten Dörfer.

Bundesminister Schmidt

Hoetmarer feiern ausdauernd

Dass die Bewohner des Bundesgolddorfes nicht nur beim Organisieren von Begehungen oder Berlin-Reisen zur Höchstform auflaufen, bewiesen sie für den Rest ihres Aufenthaltes in der Bundeshauptstadt. Die Party im Berliner City Cube endete für viele erst in den frühen Morgenstunden. Nach dem Frühstück am Samstag im noblen Maritim-Hotel besuchte ein Teil der Gruppe die Grüne Woche. Andere besichtigten den Reichstag oder erkundeten Berlin auf eigene Faust. Am Abend genossen die Hoetmarer Altberliner Spezialitäten im urigen Wirtshaus „Max und Moritz“ in Kreuzberg.

Hoetmar wird in Berlin zum Golddorf ernannt

1/13
  • Foto: Joke Brocker
  • Foto: Joke Brocker
  • Foto: Joke Brocker
  • Foto: Joke Brocker
  • Foto: Joke Brocker
  • Foto: Joke Brocker
  • Foto: Joke Brocker
  • Foto: Joke Brocker
  • Foto: Joke Brocker
  • Foto: Joke Brocker
  • Foto: Joke Brocker
  • Foto: Joke Brocker
  • Foto: Joke Brocker

„Hoetmar hat Gold“ 

Nach einer für viele weiteren kurzen Nacht ließen sie es am Sonntag bei einem Frühschoppen im Hotel nach dem Motto „Steht auf, macht laut, macht richtig Lärm“ noch einmal so richtig krachen, ehe die Busse gen Heimat rollten, wo in der Gaststätte „Corner“ nochmals lautstark „Hoetmar hat Gold“ geschmettert wurde. Während für viele Teilnehmer der Fahrt heute wieder der Alltag beginnt, bleiben Josef Brand und Axel Linke noch zwei Tage länger in Berlin. Bundespräsident Joachim Gauck, Schirmherr des Bundeswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ hat sie zu einem Empfang eingeladen, der am Dienstag im Schloss Bellevue stattfindet.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4592302?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F35766%2F4852624%2F4852627%2F
Krisenstab stimmt sich Montag ab
Coronavirus: Krisenstab stimmt sich Montag ab
Nachrichten-Ticker