Anmeldezahlen zu den weiterführenden Schulen
Neuer Trend bereitet Probleme

Warendorf -

Schulamtsleiter Udo Gohl spricht von stabilen Anmeldezahlen. Was auffällt: 174 Anmeldungen (Vorjahr 145) liegen der Städtischen Gesamtschule vor, darunter allein 31 aus Beelen. Nach derzeitigem Stand wären das sieben Klassen. Die Schule ist aber nur für sechs Eingangsklassen ausgelegt, zumal die Gesamtschule „Ort des gemeinsamen Lernens“ ist und Schüler mit dem Förderbedarf Lernen aufnimmt.

Mittwoch, 22.02.2017, 16:02 Uhr

Ein Trendwechsel zeichnet sich bei den Anmeldezahlen zu den weiterführenden Schulen ab: Es gibt 31 Anmeldungen aus Beelen für die Gesamtschule in Warendorf. Insgesamt meldet die Gesamtschule 174 Anmeldungen und wäre damit Siebenzügig.
Trendwechsel bei den Anmeldezahlen zu den weiterführenden Schulen: Es gibt 31 Anmeldungen aus Beelen für die Gesamtschule in Warendorf. Insgesamt meldet die Gesamtschule 174 Anmeldungen und wäre damit siebenzügig. Foto: Martin Meissner

Das Anmeldeverfahren für die weiterführenden Schulen in Warendorf ist abgeschlossen. Gestern endete die Anmeldefrist für das Gymnasium Laurentianum, das Mariengymnasium, das Augustin-Wibbelt-Gymnasium und für die Gesamtschule. Zum Sommer entlassen die Warendorfer Grundschulen 344 Kinder.

Schulamtsleiter Udo Gohl spricht von stabilen Anmeldezahlen . Was auffällt: 174 Anmeldungen (Vorjahr 145) liegen der Städtischen Gesamtschule vor, darunter allein 31 aus Beelen . Nach derzeitigem Stand wären das sieben Klassen. Die Schule ist aber nur für sechs Eingangsklassen ausgelegt, zumal die Gesamtschule „Ort des gemeinsamen Lernens“ ist und Schüler mit dem Förderbedarf Lernen aufnimmt. Hier darf der Klassenfrequenzrichtwert 27 Schüler nicht überschreiten. Jetzt gibt es jetzt drei Möglichkeiten. Erstens: Das Los entscheidet. Zweitens: Einrichtung einer Überhangklasse, die von der Bezirksregierung genehmigt werden muss. Dieses Ausnahmegenehmigung ist nicht neu und kam an der Gesamtschule schon drei Mal zum Tragen. Drittens: Die Schule strebt ein Verfahren an, um auf Dauer siebenzügig zu sein. Diese Lösung, so Gohl, werde aber weder vom Schulträger, also der Stadt, noch von der Schulleitung gewünscht. Und ablehnen möchte die Schule auch niemanden.

Schaut man sich einmal an, woher die Schüler kommen, die künftig die Gesamtschule besuchen möchten, erklärt sich schnell die hohe Anmeldezahl. 129 der 174 angemeldeten Schüler kommen aus Warendorf und den Ortsteilen. Eine deutliche Verschiebung gibt es mit 31 Anmeldungen aus Beelen. Obwohl die Beelener Grundschule eine Kooperationsvereinbarung mit der Sekundarschule in Sassenberg hat und es einen Shuttle-Bus für die Schüler gibt, bevorzugen Eltern den Weg nach Warendorf. Das bereitet Warendorf das Problem der siebten Klasse. „Unabhängig vom Elternwillen“, so Gohl, „gibt es hier auf jeden Fall Gesprächsbedarf. Sollten wir durch dieses veränderte Anmeldeverhalten gezwungen sein, die Gesamtschule dauerhaft siebenzügig zu fahren, ist womöglich der regionale Konsens, sprich Schulfrieden, gefährdet.“ Probleme bereitet dies auch der Sassenberger Sekundarschule, die mit vier Klassen gerechnet hat, jetzt mit gerade 70 Anmeldungen (darunter zwei Beelener) nur drei Klassen bilden kann.

Ein Grund für das veränderte Anmeldeverhalten könnte sein, dass die Kinder an der Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe in einem Rutsch zum Abitur geführt werden. Beim Besuch der Sekundarschule müssten sie noch einmal wechseln. Mag auch sein, dass sich der Beelener neuerdings doch eher zu Warendorf zugehörig fühlt als zu Sassenberg. Wer weiß?

Bei den grundständigen Gymnasien liegt das Mariengymnasium, das ein offenes Ganztagsangebot (Halbtagsschule mit pädagogischer Übermittagsbetreuung) anbietet, mit 107 Anmeldungen (Vorjahr 99) vor dem Gymnasium Laurentianum (gebundener Ganztag), wo bis gestern 81 Fünftklässler (Vorjahr 99) angemeldet wurden.

Die Oberstufe des Augustin-Wibbelt-Gymnasium, die 2019/2020 mit dem Gymnasium Laurentianum fusioniert, erfreut sich mit 170 Anmeldungen (190 Vorjahr) weiter großer Beliebtheit. Vor allem aus dem Umfeld kommen 123 Schüler; nur 47 sind es aus Warendorf. Einzugsgebiet ist Harsewinkel, Herzebrock, Beelen, Everswinkel, Sassenberg und Ostbevern. Da in Harsewinkel und Herzebrock eigene Gesamtschulen heranwachsen, rechnet Schulamtsleiter Gohl hier in den Folgejahren mit 105 bis 130 Anmeldungen.

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