Streit um Lärm geht weiter
Mr. Ed's: Verlängerung oder Aus?

Warendorf -

Seit zwei Wochen hat Gastwirt Ralf Friedrich von sich aus die Öffnungszeiten im Mr. Ed´s in der Woche auf 24 Uhr und am Wochenende auf zwei Uhr nachts begrenzt und dies auch ausgehängt.

Donnerstag, 23.02.2017, 06:02 Uhr

Laut Betriebserlaubnis in der Baugenehmigung müsste die Musikkneipe Mr. Ed´s am Samstag um 24 Uhr schließen. Der Betreiber hat jetzt um Fristverlängerung gebeten.
Laut Betriebserlaubnis in der Baugenehmigung müsste die Musikkneipe Mr. Ed´s am Samstag um 24 Uhr schließen. Der Betreiber hat jetzt um Fristverlängerung gebeten. Foto: Edler

Bei Ralf Friedrich , genannt „Ralle“, liegen die Nerven blank. Es geht um seine Existenz. Bis Dienstag hatte die Bauaufsichtsbehörde der Stadt dem Betreiber der Musikkneipe Mr. Ed´s eine Frist gesetzt. Es geht um seine Öffnungszeiten.

Nach der Baugenehmigung für die Immobilie an der Emsstraße ist die maximale Betriebszeit sonntags bis donnerstags von 6 bis 23 Uhr und freitags und samstags von 6 bis 24 Uhr festgeschrieben. Diese Auflage stammt noch aus der Zeit, als sich in dem Gebäude ein Café befand. Aufgefallen war dies erst, als ein Streit zwischen Anwohnern und dem Betreiber der Musikkneipe vor dem Landgericht Münster landete. Die Kläger drängen auf Einhaltung dieser Sperrzeiten.

Deren Anwalt wiederum macht bei der Stadt Druck, drängt auf Umsetzung. Nach Informationen unserer Zeitung soll die Stadt notfalls per „einstweiliger Verfügung“ aufgefordert werden, die in der Baugenehmigung verankerten Öffnungszeiten beim Betreiber der Musikkneipe durchzusetzen. Dann wäre am Wochenende um 24 Uhr Schluss im Ed´s. Der Betreiber hat die Stadt um Fristverlängerung bis zum 13. März gebeten. Bis dahin glaubt „Ralle“, dass der Streit vor Gericht geklärt ist.

Antrag gestellt

Zeitgleich habe er mit dem Eigentümer der Immobilie einen Antrag auf Verlängerung der baurechtlichen Betriebszeit bei der Stadt gestellt. Dazu bedarf es jedoch eines Brandschutz- und Löschgutachtens. Ein Architekt sei beauftragt worden, um schnell die erforderlichen Unterlagen im Bauamt einreichen zu können.

In erster Linie ist es der Lärm vor der Kneipentür, der die unmittelbaren Nachbarn in ihrer Nachtruhe nervt. Die Gäste, die sich lautstark draußen aufhalten – und das unmittelbar vor den Schlafzimmerfenstern. Die Streitführer untermauerten dies mit einem privat in Auftrag gegebenen Lärmgutachten. Danach würden die Sprach-, Schrei- und Lachgeräusche den Lärmrichtwert (45 Dezibel) um 23 Dezibel überschreiten.

Geht vom Mr. Ed´s eine zu hohe Lärmbelästigung aus? Diese Frage soll jetzt ein vom Gericht bestellter Sachverständiger klären und unangemeldet eine Messung durchführen. Der Rechtsanwalt der Kläger hat bereits Bedenken angemeldet, dass sich durch ein neues Gutachten zurückliegende Lärmüberschreitungen nicht mehr beweisen lassen.

Maßnahmen schon ergriffen

„Ralle“, keineswegs auf Stress aus, hatte in der Vergangenheit Lärmschutzmaßnahmen ergriffen, die Musikanlage leiser gestellt, nachts die Fenster nicht mehr geöffnet und den Eingangsbereich umgebaut, damit Gäste zum Rauchen nicht mehr auf die Straßen gehen müssen. Securitypersonal sorgt für Ordnung.

Seit zwei Wochen hat der Gastwirt von sich aus die Öffnungszeiten in der Woche auf 24 Uhr und am Wochenende auf zwei Uhr nachts begrenzt und dies auch ausgehängt. Gäste verlassen nach der Sperrstunde die Musikkneipe nicht mehr durch den Vordereingang, sondern durch den Hintereingang über den Hof.

„Ich muss nicht bis vier Uhr morgens geöffnet haben. Mit diesen Zeiten könnte ich leben, wenngleich sie zu Umsatzeinbußen geführt haben“, sagt der Gastwirt. Eine noch frühere Schließung wäre jedoch für ihn ein „Totalverlust“. „Das wäre das Aus.“

Viel Unterstützung für "Ralle"

Unterstützung erfährt „Ralle“ derzeit von vielen Warendorfern. „Ich freue mich sehr über die vielen unterstützenden Kommentare in den sozialen Netzwerken. Das macht mir Mut.“

Warendorfer Karnevalisten (JuKa-Karneval) haben sich öffentlich „Pro Mr. Ed´s“ bekannt. Entsprechende Buttons sollen beim Rosenmontagszug vom Wagen geworfen werden.

Mit großer Sorge betrachtet Bürgermeister Axel Linke den Streit. Er befürchtet, dass die Klage Schule machen könnte: „Die Musikkneipe Mr. Ed´s ist ein wichtiger Bestandteil des Warendorfer Kneipenlebens.“ Menschen, die in die Innenstadt ziehen, müssten damit rechnen, dass es schon mal etwas lauter sein kann.

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