Interkommunaler Baubetriebshof: Streit um Kosten
FWG: „Ein schlechter Deal für die Stadt“

Warendorf -

Der Kreisbauhof, zurzeit an der Wolbecker Straße) soll auf das städtische Baubetriebshofgelände „Am Holzbach“ verlagert werden. Die Stadt Warendorf hat dafür bereits weitere Flächen angemietet. Unter Wahrung ihrer organisatorischen Eigenständigkeit sollen beide Baubetriebshöfe auf einem gemeinsamen Betriebsgelände arbeiten und auf kurzen Wegen miteinander kooperieren: Gemeinsame Nutzung von Maschinen sowie Unterstützung im täglichen Betrieb. Jetzt gibt es Streit um die Kosten.

Freitag, 17.03.2017, 15:03 Uhr

Es hat fast zehn Jahre gedauert, aber jetzt gibt es einen Plan, wie die Neustrukturierung am Holzbach mit den drei Nachbarn Feuerwache, Baubetriebshof und DRK-Rettungswache aussehen soll. Alle drei Nachbarn haben Platzprobleme – und mit deren Lösung beschäftigt sich die Politik schon länger.

Nun scheint ein Weg gefunden:

Der Baubetriebshof vergrößert sich räumlich nach Westen und pachtet Teile des Grundstücks der Firma Volmer-Polstermöbel samt einer Gewerbehalle dazu. Die Verträge sind unterzeichnet. Gleichzeitig steigt der Kreis Warendorf ein, sodass ein interkommunaler Bauhof entsteht. Die 50-köpfige städtische Mannschaft wächst um 15 Kreismitarbeiter, für die Fahrzeuge entsteht eine neue Remise, und einige Werkstätten ziehen in die Volmer-Hallen.

Das wiederum schafft Platz in östlicher Richtung bei Feuerwehr und Rettungsdienst. Das DRK möchte eine neue Wache bauen, und auch die Feuerwehr braucht mehr Platz. Christoph Schmitz, Sachgebietsleiter Gebäudewirtschaft, stellte die Ideen im Umwelt- und Planungsausschuss vor. Knackpunkt waren für die Ausschussmitglieder nicht die Pläne, sondern vielmehr die Baukosten – eigentlich eine Sache für den Haupt- und Finanzausschuss.

Für die Um- und Neubauten auf dem Gelände des Baubetriebshofs stehen 800 000 Euro im Haushalt. Inzwischen ist klar, dass es wohl eher 1,5 Millionen Euro werden. Jessica Wessels (Grüne) kritisierte die Pachtkosten für das Volmer-Grundstück – über die finanziellen Details haben die Ratsmitglieder nichtöffentlich beraten. „Das ist eine Win-Win-Situation für den Kreis, aber nicht für die Stadt“, sagte die Grünen-Fraktionschefin. Ähnlich sah es Frank Hartmann (FWG): „Das ist ein schlechter Deal für die Stadt“. Auch Dr. Erich Tertilt (SPD) kritisierte die Kostensteigerung.

Der Erste Beigeordnete Dr. Martin Thormann verteidigte die Pläne. „Wir haben die Ansätze korrigieren müssen, weil die Anforderungen erst im Detail mit dem Kreis abgestimmt werden mussten.“ Er wies auch darauf hin, dass die Alternativen allesamt nicht günstiger seien. Etwa ein Neubau von Feuer- und Rettungswache am Milter Kreisel, der einmal angedacht war.

Denn dazu wäre wiederum der dritte Bauabschnitt der Stadtstraße unbedingt notwendig, inklusive einer neuen Emsbrücke. „Dieses Konzept jetzt hat außerdem den Charme, dass wir sofort in die Umsetzung gehen können“, betonte Thormann.

Letztlich stimmten acht Ausschussmitglieder für die Pläne, fünf waren dagegen und zwei enthielten sich. Der Hauptausschuss beschäftigt sich am kommenden Montag mit dem Thema.

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