Grundwassersanierung: Pumpen laufen, noch immer keine Entwarnung
„Giftfahne“ Richtung Ems gestoppt

Warendorf -

Heute, vier Jahre später, wollten die WN vom Amt für Umweltschutz des Kreises Warendorf den aktuellen Sachstand der Grundwassersanierung im Warendorfer Norden wissen. „Die Anwohner werden regelmäßig über die Entwicklung informiert,“ führt der Kreis dem Interview voran. Das Sanierungskonzept sowie alle Informationen seien auf der Homepage des Kreises zu finden, und zwar unter dem Stichwort „Grundwasserverunreinigung Rübesamen“.

Montag, 27.03.2017, 18:03 Uhr

Bis Ende 2015 wurden alle Haushalte aus dem Wohngebiet „Hasenkamp-Buschkamp-Heidekamp“ an die öffentliche Trinkwasserversorgung angeschlossen. Kleines Foto: Seit Mitte 2014 laufen die Pumpen, wird das verunreinigte Grundwasser abgepumpt und gefiltert.
Bis Ende 2015 wurden alle Haushalte aus dem Wohngebiet „Hasenkamp-Buschkamp-Heidekamp“ an die öffentliche Trinkwasserversorgung angeschlossen. Kleines Foto: Seit Mitte 2014 laufen die Pumpen, wird das verunreinigte Grundwasser abgepumpt und gefiltert. Foto: Hagemeyer/Edler

Die Nachricht von der Grundwasserbelastung mit Perchlorethylen im Norden, verursacht durch ein ehemaliges Textilreinigungsunternehmen, schlug seinerzeit hohe Wogen – vor allem bei den Bewohnern der Straßenzüge Hasenkamp, Buschkamp, Heidekamp. Heute, vier Jahre später, wollten die WN vom Amt für Umweltschutz des Kreises Warendorf den aktuellen Sachstand der Grundwassersanierung im Warendorfer Norden wissen. „Die Anwohner werden regelmäßig über die Entwicklung informiert,“ führt der Kreis dem Interview voran. Das Sanierungskonzept sowie alle Informationen seien auf der Homepage des Kreises zu finden, und zwar unter dem Stichwort „Grundwasserverunreinigung Rübesamen“.

Laufen die Brunnen-/Filteranlagen noch? Wie weit ist die Sanierung?

Kreis Warendorf: Seit Mitte 2014 wird das durch leichtflüchtige halogenierte Kohlenwasserstoffe (LHKW) verunreinigte Grundwasser durch zwei Sanierungsbrunnen abgepumpt, über eine Aktivkohlefilteranlage gereinigt und in den Ortsteinbach eingeleitet. Im Januar 2016 wurde zur Optimierung der LHKW-Erfassung aus der Schadstofffahne ein dritter Sanierungsbrunnen erstellt und ebenfalls an die Sanierungsanlage angeschlossen.

Die Sanierungsanlage läuft seit Juli 2014 nahezu ununterbrochen mit gutem Erfolg. Vom 1. September 2014 bis 15. Februar 2017 wurde aus den drei Sanierungsbrunnen eine Grundwassermenge von 190 000 Kubikmeter entnommen. Zur Größenordnung: Das ist eine Menge, die etwa dem 250-fachen des Warendorfer Hallenbades entspricht. Die darin monatlich gemessenen LHKW-Konzentrationen ergaben, dass in dem genannten Zeitraum insgesamt eine Schadstoffmenge (LHKW-Fracht) von etwa 50 bis 60 Kilogramm aus den 190 000 m³ entfernt wurde. Die Sanierung wird fortgesetzt.

Wie weit ist der belastete Grundwasserbereich mittlerweile Richtung Ems gezogen?

Kreis Warendorf: Aufgrund der laufenden Sanierung der Grundwasserverunreinigung wurde bisher eine Verlagerung in Richtung Ems verhindert. Die Spitze des belasteten Bereichs liegt nach wie vor außerhalb des Wohngebietes „Hasenkamp-Buschkamp-Heidekamp“.

Sind alle Anlieger jetzt ans Stadtwerke-Wassernetz angeschlossen?

Kreis Warendorf: Bis Ende 2015 wurden laut Auskunft der Stadtwerke Warendorf alle Haushalte aus dem Wohngebiet „Hasenkamp-Buschkamp-Heidekamp“ an die öffentliche Trinkwasserversorgung angeschlossen.

Gelten die Einschränkungen (Empfehlungen) für die Nutzung der Gartenbrunnen noch? Gemüse nicht bewässern / Planschbecken nicht damit füllen?

Kreis Warendorf: Die Einschränkungen gelten nach wie vor für Bereiche, in denen das Grundwasser mit LHKW belastet ist. Dies gilt zurzeit nicht für das Wohngebiet Hasenkamp-Buschkamp-Heidekamp.

Was war das für ein Gerichtsurteil 2015?

Warendorf: Mit Urteil des Verwaltungsgerichts Münster vom 13. August 2015 wurden die Klagen der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (DRV; FN ) abgewiesen. Die Klagen richteten sich gegen die bodenschutzrechtliche Anordnung des Kreises Warendorf. Die FN hat gegen das Urteil Berufung vor dem Oberverwaltungsgericht Münster eingelegt. In der Sache wurde noch nicht entschieden.

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