Frühe Bürgerbeteiligung zur B 64n
B 64 soll 50 Millionen Euro kosten

Warendorf -

Die Hauptkritik? Die B 64 sei gar nicht nötig, unterstrich Albert Leendertse von der Interessengemeinschaft Warendorf Süd (IWS). Darauf bezogen sich auch andere Bürger, teils aus dem der Plantrasse naheliegenden Wohnvierteln, teils aus Freckenhorst, aber auch aus Beelen oder Vohren: Der Flächenverbrauch und der Eingriff in das Landschaftsbild durch die Straße seien unverhältnismäßig.

Mittwoch, 29.03.2017, 17:03 Uhr

Knapp 300 Zuhörer waren am Dienstagabend ins Theater am Wall gekommen. Viele hatten sich schon vorher im Dachgeschoss über Details mit den Experten unterhalten.
Knapp 300 Zuhörer waren am Dienstagabend ins Theater am Wall gekommen. Viele hatten sich schon vorher im Dachgeschoss über Details mit den Experten unterhalten. Foto: Jörg Pastoor

Oft grundsätzliche Ablehnung, mindestens aber Kritik an einzelnen Komplexen wie dem Landschaftsverbrauch von rund 90 Hektar und der teils als mangelhaft empfundenen verkehrlichen Anbindung – das war kennzeichnend für die vielen Bürgeräußerungen bei der Veranstaltung des Landesbetriebs Straßen.NRW am Dienstagabend im Theater am Wall.

Die laut Niederlassungsleiter Manfred Ransmann wohl 50 Millionen Euro teure Warendorf-Umgehung hatte schon vor dem Beginn der eigentlichen Infoveranstaltung im Rahmen der sogenannten Frühen Bürgerbeteiligung Dutzende Interessenten vor die Detailpläne im ersten Stock geführt.

B64 notwendig?

Die Hauptkritik ? Die B 64 sei gar nicht nötig, unterstrich Albert Leendertse von der Interessengemeinschaft Warendorf Süd (IWS). Darauf bezogen sich auch andere Bürger, teils aus dem der Plantrasse naheliegenden Wohnvierteln, teils aus Freckenhorst , aber auch aus Beelen oder Vohren: Der Flächenverbrauch und der Eingriff in das Landschaftsbild durch die Straße seien unverhältnismäßig.

Lärmschutz

Da die etwas mehr als neun Kilometer lange Straße durchweg ebenerdig bzw. leicht erhöht gebaut werden soll, wird sie dort, wo Lärmschutz gesetzlich vorgeschrieben ist, durch Erdwälle teilweise höher als 6,50 Meter werden.

Die Kreuzungsbrücken, etwa für Freckenhorster und Splieterstraße, sollen mit ihren sieben Metern lichter Höhe keinen Lärmschutz erhalten, was bei nahen Anliegern für Protest sorgte. Eine Anwohnerin hatte die Dimensionen so nicht erwartet: „Ich bin total geschockt.“

Hauptkritik

Ein wesentlicher Kritikpunkt war aber die verkehrliche Auswirkung auf Warendorf selbst: Nach Fertigstellung, das rechnete Sylke schwarz vom Aachener Ingenieurbüro IVV vor, steige der Verkehr auf einem Teil des neuen B 64-Stücks auf bis zu 20 000 Fahrzeuge am Tag, nahezu 10 000 mehr also. Ein Teil der Innenstadt werde dadurch entlastet; komme die Freckenhorster Umgehung nicht, steige der Durchgangsverkehr dort aber sogar noch um einiges an.

"Beratungsmarathon"

Die Vertreter von Straßen.NRW, voran Niederlassungsleiter Manfred Ransmann, hatten angesichts des um 16 Uhr begonnenen „Beratungsmarathons“, wie er selbst es ausdrückte, keinen leichten Stand beim Publikum. Ransmann bedankte sich gegen 22 Uhr bei den vielen Bürgern, die sich zwar kritisch, aber doch fair geäußert hatten.

Noch sei der Verfahrensstand früh und man werde sich mit der Stadt zusammensetzen, um Schwachpunkte anzugehen. Auch mit den Interessensvertretern der Landwirtschaft stehe das noch an. Die muss den Großteil der rund 46 Hektar Flächen für das Projekt allein verkaufen, dessen Pläne Straßen.NRW in der zweiten Jahreshälfte zur Genehmigung an Land und Bund schickt.  

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