Warendorfer Norden für schnelleres Internet
Von Glasfaser wagt keiner zu träumen

Warendorf -

54 Millionen Euro werden im Kreis in den Breitbandausbau investiert. Allerdings ist das Geld für die ländlichen Gebiete reserviert. Das bedeutet aber nicht, dass in den Städten überall schnelles Internet verfügbar ist. Auch dort gibt es die so genannten „Weißen Flecken“ mit quälend langsamen Internet.

Montag, 03.04.2017, 06:04 Uhr

Schnelleres Internet: Das ist das Anliegen der Anwohner im Warendorfer Norden. Bislang leben sie in einem „Weißen Fleck“.
Schnelleres Internet: Das ist das Anliegen der Anwohner im Warendorfer Norden. Bislang leben sie in einem „Weißen Fleck“. Foto: Engelbert Hagemeyer

Der Warendorfer Norden ist so ein Weißer Fleck. Jetzt haben sich die Anwohner von Heidekamp, Hasenkamp, Buschkamp und In de Brinke zusammengetan. Sie wollen den Fleck verschwinden lassen. „Als wir von den Förderbescheid für die ländlichen Gebiete gehört haben, fühlten wir uns schon benachteiligt”, sagt Rainer Robers. Mit einer Geschwindigkeit von 3 Mbit/s hat er einen der schnellen Anschlüsse in dem Gebiet – wenn davon überhaupt die Rede sein kann. „Die Internetanbindung ist wirklich miserabel, von zu Hause aus zu arbeiten, ist nicht möglich”, sagt Mitinitiator Markus Bußmann .

Die Nachbarn überlegen jetzt gemeinsam, wie sie die Situation verbessern können, denn es werden ja immer mehr Geräte, die einen Internetanschluss haben. Die Anbindung ist ein echter Flaschenhals. „Das WLAN brauchen wir bei uns gar nicht einschalten”, sagt eine Anwohnerin.

Die Chance, eine zukunftsfähige Infrastruktur aufzubauen, hätte es vor wenigen Monaten gegeben. Bekanntlich zieht in dem Gebiet die „Giftfahne“ durch das Grundwasser. Im Zuge der Grundwassersanierung wurden alle Haushalte an das städtische Wassernetz angeschlossen. Dazu musste die Straße aufgebaggert werden, die Gräben führten bis an jede Haustür. Leerrohre, in die man jetzt Leitungen für schnelles Internet einblasen könnte, wurden allerdings nicht mit verlegt. Es ergebe wenig Sinn, einfach Leerrohre zu verlegen, nur weil sowieso gebaut werde, hieß es damals von Seiten der Stadtwerke. Vielmehr habe das Unternehmen eine Grundsatzentscheidung zu treffen, ob es sich in Sachen Internet engagieren wolle. Diese Entscheidung fiel offenbar negativ aus, und am Ende waren die Bauarbeiten beendet.

Die Anwohner im Warendorf Norden wagen von Glasfaser gar nicht zu träumen. Sie sind realistisch und würden sich schon freuen, wenn die Technik für die vorhandenen Kupferkabel aufgewertet würde. Damit kämen sie zwar nicht in den Gigabit-Bereich, aber es wäre immerhin genug Bandbreite vorhanden, um mal einen Film über das Internet zu streamen – oder eben von zu Hause zu arbeiten.

Allerdings haben sie bislang keine konkreten Informationen, ob das Netz vor ihrer Haustür ausgebaut wird und wer das machen könnte. Anfragen bei der Stadt und bei Internetunternehmen ergaben nichts Konkretes. Vorerst wird der Weiße Fleck bleiben.

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