Neuer Zustellstützpunkt der Post: Zehn Millionen Briefsendungen im Jahr
Auslieferung mit „Scooter“

Warendorf -

Seit vergangener Woche laufen die Vorarbeiten. Nach über 20 Jahren an der Splieterstraße (davor über 100 Jahre in der Stadt) zieht der Zustellstützpunkt der Post an den Salzgraben. Die Bauzeit ist sportlich: Innerhalb von nur sechs Monaten - also noch vor dem Weihnachtsgeschäft – soll der Stützpunkt aus der Feder des Beelener Architekturbüros Spiekermann in Betrieb gehen. Das ist jedenfalls der Wunsch der Post.

Montag, 03.04.2017, 16:04 Uhr

Spatenstich für den neuen Zustellstützpunkt der Post am Salzgraben. Mit dabei Investoren, Architekt, Vertreter der Deutschen Post AG und die Teamleiter des Zustellstützpunktes.
Spatenstich für den neuen Zustellstützpunkt der Post am Salzgraben. Mit dabei Investoren, Architekt, Vertreter der Deutschen Post AG und die Teamleiter des Zustellstützpunktes. Foto: Edler

Stefan Homering greift zum Spaten. Und nicht nur er. Der ZSPL-Leiter der Deutschen Post (Niederlassung Münster) hat sich mit den Teamleitern des Zustellstützpunktes Warendorf gleich Verstärkung geholt. Sie alle packen gerne zu, geht es doch darum, die eigene Arbeit und die der Kollegen künftig deutlich zu erleichtern. Homering gehört zwar zum Leitungsteam des Zustellstützpunkts (ZSP) Münster, erklärte aber im Pressegespräch den neuen Warendorfer Stützpunkt, den DHL und Deutsche Post zurzeit gemeinsam im Gewerbegebiet Ost am Salzbach bauen – oder vielmehr bauen lassen, denn Auftraggeber des 2,5 Millionen Euro teuren Stützpunktes sind Hermann Hankemeier und Hermann-Josef Serries.

Seit vergangener Woche laufen die Vorarbeiten. Nach über 20 Jahren an der Splieterstraße (davor über 100 Jahre in der Stadt) zieht der Zustellstützpunkt der Post an den Salzgraben . Die Bauzeit ist sportlich: Innerhalb von nur sechs Monaten - also noch vor dem Weihnachtsgeschäft – soll der Stützpunkt aus der Feder des Beelener Architekturbüros Spiekermann in Betrieb gehen. Das ist jedenfalls der Wunsch der Post. Ein halbes Jahr habe die Baugenehmigung gedauert, so Architekt Oliver Spiekermann, wobei er in nur zweieinhalb Monaten die groben Genehmigungsunterlagen zusammenhatte. Gehakt habe es bei der Bezirksregierung Arnsberg, genauer gesagt beim Kampfmittelräumdienst. Erst, als ausgeschlossen war, dass sich keine „Bombe“ im Boden befand, gab es grünes Licht.

Der jetzige Zustellstützpunkt an der Splieterstraße sei in die Jahre gekommen und für einen Paketzuwachs, wie ihn die Post seit Jahren verzeichnet, äußerst ungünstig, so Homering.

Gebaut wird der neue Stützpunkt in Stahlbeton-Bauweise auf einem 7116 Quadratmeter großen Grundstück im hinteren Bereich des Salzgrabens und mit sogenannten anthrazit-farbenen Sandwich-Paneelen. Zur Nutzfläche von 1350 Quadratmeter gehören eine umlaufende Verladerampe (Catwalk) für Lkw und Sprinter, Brief- und Paketbereich, Sozialtrakt, sanitäre Anlagen sowie Aufenthaltsräume. Noch einmal genauso viele Quadratmeter umfasst die befestigte Außenfläche mit 50 Stellplätzen. Die Zufahrt erfolgt vom Salzgraben über eine 125 Meter lange Erschließungsstraße mit Wendehammer. Die benachbarten Anlieger, die mit ihren Wohnhäusern in dem Gewerbegebiet liegen, bräuchten sich keine Sorgen über Lärmbelästigungen machen, so Hankemeier. Es gebe ein Schallschutzgutachten, wonach die Geräuschkulisse, wenn überhaupt, zum Salzgraben hin abwandere. „Das betrifft die morgendliche Anlieferung. Der reine Betrieb, betonte Homering, „verursacht wenig Lärm.“ Die 6000 Quadratmeter große, noch freie Fläche direkt an der Straße gehört Hermann-Josef Serries. Wenn der Stützpunkt gebaut ist, könnte diese für Dienstleister interessant werden, hieß es gestern.

Künftig sollen von Warendorf aus die Sendungen durch neue, vollelektrische Fahrzeuge ausgeliefert werden. „Diese werden von unserer hundertprozentigen Tochtergesellschaft ,Street Scooter‘ in Aachen gebaut“, erläuterte Homering weiter. 70 Mitarbeiter werden am neuen Zustellstützpunkt für 40 bis 50 Zustellbezirke in Warendorf, Beelen, Sassenberg und Füchtorf zuständig sein. Dementsprechend viele Autos werden hier stationiert sein. Und noch ein paar Zahlen hatte Homering parat: Zehn Millionen Briefe pro Jahr und 750 000 Pakete (Tendenz steigend) verlassen den Stützpunkt jährlich.

Publikumsverkehr ist am Salzbach nicht vorgesehen, deshalb wird auf die gelbe Postwerbung gänzlich verzichtet. Einen öffentlichen Briefkasten werde es wohl geben, so Homering, aber eine Sonntagsleerung tendenziell eher nicht.

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