Familie Wolff ruft Polizei: Vermessung in Brutzeit ein Problem
Vermessung mit Hindernissen

Warendorf -

Der Streit um die Grundstücksgrenze zwischen dem Grundstück der Familie Wolff und der Stadt als unmittelbarer Nachbar des Ökoreservats „Glockenkuhle“ geht in die nächste Runde. „Es war nie strittig, dass die Vermesser die Vermessung nach den Vorgaben des Verwaltungsgerichts vornehmen dürfen“, stellte Mechtild Wolff gestern klar und vermutet eine gegen sie und ihre Familie gerichtete „Diffamierungskampagne“.

Freitag, 07.04.2017, 15:04 Uhr

„Kein Kommentar“ heißt es aus dem Vermessungsbüro Drees & Hoersch aus Münster. Seit Anfang der Woche sind Mitarbeiter des Büros rund um die Kreutzbrede im Einsatz, um die Grundstücksgrenze zwischen dem Grundstück der Familie Wolff und der Stadt als unmittelbarer Nachbar des Ökoreservats „Glockenkuhle“ zu ermitteln. Nach Informationen unserer Zeitung sollen die Vermesser jedoch mehrfach an ihrer Arbeit gehindert worden sein. „Die Vermessung ging nicht ohne Schwierigkeiten vonstatten“, teilte Stadt-Justiziar Dr. Bernd Köster auf WN-Anfrage mit. Und er fügte hinzu: Das Vermessungsbüro habe so etwas noch nicht erlebt. „Dabei haben wir extra ein Vermessungsbüro aus Münster beauftragt, das weder die Vorgeschichte noch den aktuellen Fall kannte“, so Köster. Trotzdem sei das Büro von der Familie Wolff für „befangen“ erklärt worden.

Der Streit ist hinlänglich bekannt. Jahrelang hatte die Familie Wolff keinen von der Stadt öffentlich bestellten Vermessungsingenieur auf ihr Grundstück gelassen, lehnte jeden wegen angeblicher „Befangenheit“ ab und klagte vor dem Verwaltungsgericht gegen die Stadt. Ohne Erfolg. Das Urteil von Januar diesen Jahres ist rechtskräftig.

„Es war nie strittig, dass die Vermesser die Vermessung nach den Vorgaben des Verwaltungsgerichts vornehmen dürfen“, stellte Mechtild Wolff gestern klar und vermutet eine gegen sie und ihre Familie gerichtete „Diffamierungskampagne“. Die Polizei sei am Montag von der Familie Wolff gerufen worden, um zu überprüfen, ob eine Vermessung im Naturdenkmal in der Brutzeit zulässig ist. Nach Auskunft von Fachleuten stelle dies nämlich einen Verstoß gegen Paragraf 39 des Bundesnaturschutzgesetzes dar. „In der Brutzeit hat man die Finger von den Uferzonen in einem Naturdenkmal zu lassen.“ Das habe Mechtild Wolff dem Bürgermeister und dem Vermessungsbüro mitgeteilt – aber keine Antwort erhalten. „Als Grundstückseigentümer des Flurstücks 83 hat uns die Stadt dazu verpflichtet, Hinweise auf Schädigungen des Naturdenkmals unverzüglich den Behörden mitzuteilen. Wir sind dieser Pflicht, indem wir die Polizei gerufen haben, nachgekommen.“

Eine Vermessung mit Hindernissen. Nächster Schritt, so Köster, sei ein Grenztermin mit den Vermessern, der Stadt und der Familie Wolff. Dabei werde die Grenze festgelegt. Sei eine Partei nicht mit dem Grenzverlauf einverstanden, könne sie dagegen klagen. Hintergrund des Streits ist ein zehn Meter langer Streifen (221 Quadratmeter), der laut Liegenschaftskataster der Stadt und damit zum Naturdenkmal Glockenkuhle gehört. Seit mehr als 40 Jahren hegte, pflegte und nutzte die Familie den naturbelassen Raum wie ihr Eigentum, hielt dort einen Hühnerstall. Sie beruft sich auf einen Kaufvertrag aus dem Jahr 1956 und dass seinerzeit ein Vermessungsfehler beim Kauf des Grundstücks passiert sei.

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