Wie geht es mit der B 64n weiter?
Linke: Beelens „Nein“ wohl ohne Gewicht

Warendorf -

Auch wenn die Ratsmehrheit in Beelen wie nicht anders zu erwarten die B 64n ablehnen wird: Einfluss auf den Bau der Warendorfer Ortsumgehung dürfte das nach Einschätzung von Bürgermeister Axel Linke nicht haben. Es handle sich schließlich um eine Bundesstraße - eine weit durchgeplante zudem.

Donnerstag, 04.05.2017, 22:05 Uhr

Östlich von Warendorf überquert die Plantrasse der B 64n die jetzige Bundesstraße und das Bahngleis (r.). Die Nachbarn lehnen den „Trümmer“ wegen seines Flächenverbrauchs und des Zusatzverkehrs ab. Fragt sich, ob das das Bundesprojekt aufhalten kann.
Östlich von Warendorf überquert die Plantrasse der B 64n die jetzige Bundesstraße und das Bahngleis (r.). Die Nachbarn lehnen den „Trümmer“ wegen seines Flächenverbrauchs und des Zusatzverkehrs ab. Fragt sich, ob das das Bundesprojekt aufhalten kann. Foto: Straßen.NRW

Die Beelener wollen sie nicht mehr. Was geschieht also nun mit dem Bau der geplanten Bundesstraße 64n? Kann das überhaupt Einfluss auf die Planungen haben? Einen guten Monat nach der frühzeitigen Bürgerbeteiligung im Theater am Wall am 29. März, in der die Planung schon als weit gediehen präsentiert worden war, taucht diese Frage jetzt auf. Die WN hakten nach.

Der Normalfall sieht anders aus. Bevor es überhaupt an Planung und Weiterentwicklung einer Landes- oder Bundesstraße geht, die mehr als eine Stadt betrifft, setzt die Baubehörde den sogenannten regionalen Konsens voraus. Ist dann das erforderliche Geld vorhanden, tritt so ein Projekt seinen Weg durch die verschiedenen Planungsstadien an.

Ich habe große Zweifel, dass Bedenken in Beelen so ein Vorhaben aufhalten können.

Bürgermeister Linke

Jetzt verweigert die politische Mehrheit in Beelen aus FWG und Grünen das Einverständnis mit der auf 50 Millionen Euro Baukosten geschätzten Trasse um Warendorfs Süden.

Damit stößt sie bei jenen Gegnern der Straße auf offene Ohren, die seit jeher den Eingriff in die Landschaft und den Flächenverbrauch als unverhältnismäßig bemängelt hatten – ganz ab von Befürchtungen wegen zusätzlichen Lärms und Verkehrs.

Verfahren schon zu weit fortgeschritten

Axel Linke kann sich nicht vorstellen, dass Beelens „Nein“ große Auswirkungen hat. „Es ist eine Bundesstraße als Verkehrsachse zwischen Bielefeld und Münster. Ich habe große Zweifel, dass Bedenken in Beelen so ein Vorhaben aufhalten können,“ sagt der Bürgermeister. Die Planungen seien dafür schon viel zu weit ins Detail gegangen.

Sicher sei, dass es beim Bau dann für Warendorf die größten Eingriffe in die Landschaft gebe. Die vereinzelten Verkehrsentlastungen für die Anwohner mancher Straßen seien da allenfalls ein „angenehmer Nebeneffekt“. Doch das Verfahren sei eben auch schon sehr weit fortgeschritten.

Auch die Rolle der Fraktionen des Stadtrates beschränkt sich im weiteren Verfahren darauf, ihre Meinung zum Projekt zu sagen, weil die Stadt keine Verfahrensbeteiligte ist. Das haben sie auch schon getan: CDU , SPD, FWG und FDP sind seit langem „pro“ B 64n festgelegt.

Die Grünen lehnen das Neubauprojekt nach wie vor ab, weil es mit Blick auf rückläufigen Verkehr überdimensioniert sei. Alternativ wäre eine Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs der richtige Weg.

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