Lehrschwimmbad
Ohne Beschlussempfehlung in den Rat

Freckenhorst -

Mit einem Kuriosum endete am Montagabend die öffentliche Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses: „Jetzt gehen wir ohne Beschlussempfehlung in die Ratssitzung“, brachte Bürgermeister Axel Linke die kurz zuvor getroffenen Entscheidungen der Ausschussmitglieder auf einen kurzen Nenner.

Montag, 08.05.2017, 20:05 Uhr

Die Zukunft des Lehrschwimmbades ist weiterhin ungeklärt. Im Hauptausschuss erklärten FWG und Grüne am Montagabend, dass sie gegen die Sanierung, aber für einen Neubau des Bades sind.
Die Zukunft des Lehrschwimmbades ist weiterhin ungeklärt. Im Hauptausschuss erklärten FWG und Grüne am Montagabend, dass sie gegen die Sanierung, aber für einen Neubau des Bades sind. Foto: Joke Brocker

Für den Vorschlag der Verwaltung, das Lehrschwimmbad (LSB) nicht zu sanieren, sondern zu schließen, hatten sieben Ausschussmitglieder votiert. Neun hatten ihn abgelehnt. Mehrheitlich abgeschmettert wurde auch der Alternativvorschlag des Bezirksausschusses. Dieser sah einerseits die Sanierung des Bades auf der Grundlage der bisherigen Gutachten vor, andererseits die Entwicklung einer Ausführungsplanung sowie den Entwurf einer Neufassung des Kooperationsvertrages mit Pro Bad durch Verwaltung und Stadtwerke. Fünf Ausschussmitglieder sprachen sich für den Vorschlag aus, elf dagegen.

Für einen dritten Beschlussvorschlag, der aus der Feder der FWG stammt, fand sich keine eindeutige Mehrheit. Die FWG hatte Folgendes formuliert: „Das Lehrschwimmbad Freckenhorst wird fortgeführt. In welcher Form dies geschehen soll (Neubau oder Sanierung) muss in den politischen Gremien abgestimmt und beschlossen werden, falls die Grundsatzentscheidung für den Erhalt des Lehrschwimmbades durch den Rat der Stadt Warendorf getroffen wurde“. Sieben Ausschussmitglieder waren für den Vorschlag, sieben dagegen, zwei – Detlef Bäumer auf Seiten der CDU , Dr.Erich Tertilt in Reihen der SPD – enthielten sich.

Im Vorfeld hatten Vertreter aller Fraktionen einmal mehr, ebenso wortreich wie polemisch, ihre inzwischen sattsam bekannten Positionen artikuliert. Fazit: Während die Freckenhorster CDU-Ratsmitglieder für den Erhalt des LSB und dessen Sanierung sind, ist die große Mehrheit der Christdemokraten dagegen. Die FDP und eine SPD-Mehrheit wollen den Erhalt und eine Sanierung. FWG und Grüne bekundeten zwar auch im Hauptausschuss, das Bad erhalten zu wollen, sprachen sich aber nun – vor allem wegen der nur schwer einzuschätzenden Folgekosten – gegen die Sanierung aus. Sie favorisierten einen Neubau, erklärten FWG-Fraktionsvorsitzender André Wenning, der das LSB als „hervorragendes Beispiel für die Vernachlässigung kommunaler Infrastruktur“ betrachtet, Jessica Wessels und Hubert Grobecker (beide Bündnis 90/Grüne). Es müsse, so Wenning, ja kein „Luxusbecken“, aber ein „funktionaler Neubau“ werden Es gehe nicht um ein „Prestigeobjekt für Freckenhorst“, sondern um ein „vernünftiges Angebot“ für Menschen, die dort das Schwimmen erlernen wollten.

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