25 Jahre Grüne Damen im Josephs Hospital
Grüne Damen sind die guten Seelen

Warendorf -

Am Bett sitzen und zuhören, das nimmt den größten Raum ein. „Man muss den Menschen zuhören können“, das sei die wichtigste Voraussetzung. Die Arbeit der Grünen Damen im Warendorfer Krankenhaus beschränkt sich aber nicht allein auf das Gespräch, sie bringen Kranke zu ihren Therapien, vermitteln zum Sozialdienst, schreiben Briefe, holen Zeitschriften, Telefonkarten oder erledigen andere Besorgungen im Haus. Seit 25 Jahren sind die Grünen Damen im Warendorfer Josephs Hospital ehrenamtlich aktiv. Zurzeit gibt es auch einen Grünen Mann.

Mittwoch, 10.05.2017, 05:05 Uhr

Seit 25 Jahren sind die Grünen Damen im Warendorfer Josephs Hospital ehrenamtlich aktiv. Marlis Meyer (kleines Bild, vorne rechts) rief sie am 13. Mai 1992 ins Leben. Das 25-jährige Bestehen wird am kommenden Samstag, 13. Mai, gefeiert. Um 11 Uhr ist ein Gottesdienst in der Krankenhaus-Kapelle, ab 11.30 Uhr beginnt die Jubiläumsfeier in der Eingangshalle des Krankenhauses.
Seit 25 Jahren sind die Grünen Damen im Warendorfer Josephs Hospital ehrenamtlich aktiv. Marlis Meyer (kleines Bild, vorne rechts) rief sie am 13. Mai 1992 ins Leben. Das 25-jährige Bestehen wird am kommenden Samstag, 13. Mai, gefeiert. Um 11 Uhr ist ein Gottesdienst in der Krankenhaus-Kapelle, ab 11.30 Uhr beginnt die Jubiläumsfeier in der Eingangshalle des Krankenhauses. Foto: Lowinski

Sie sind längst unverzichtbar. Seit 25 Jahren sind die Grünen Damen im Warendorfer Josephs Hospital ehrenamtlich aktiv. Marlis Meyer rief sie ins Leben. Am 13. Mai 1992. Der hellgrüne Kittel ist ihr Erkennungszeichen. Die frühere Industriekauffrau ist eine von 14 Frauen, die sich ehrenamtlich um Patienten kümmert. Und es gibt einen Grünen Mann. Die jüngste Grüne Dame ist 50, die älteste 80.

Wer schwer krank ist und im Krankenhaus liegt, hat oft Angst: Angst vor einer Operation, Angst vor Schmerzen, Angst vor dem Tod. Die Grünen Damen wollen diesen Menschen helfen, in dem sie ihnen Zeit schenken. „Ich gehe von Zimmer zu Zimmer, stelle mich vor und frage die Patienten, wie es Ihnen geht.“ Viele seien bereit und dankbar, mit ihr zu sprechen, so Marlis Meyer. „Es gibt aber auch welche, die sagen: Ich brauche Sie nicht.“

Am Bett sitzen und zuhören, das nimmt den größten Raum ein. „Man muss den Menschen zuhören können“, das sei die wichtigste Voraussetzung. Die Arbeit der Grünen Damen beschränkt sich aber nicht allein auf das Gespräch, sie bringen Kranke zu ihren Therapien, vermitteln zum Sozialdienst, schreiben Briefe, holen Zeitschriften, Telefonkarten oder erledigen andere Besorgungen im Haus.

Wie viele Patienten Marlis Meyer besucht, wie viele Stunden sie für ihr Ehrenamt aufgewendet hat, vermag sie nicht zu sagen. Aber es gab Situationen, die ihr nahe gingen. Die Geschichten, die Marlis Meyer und die anderen Grünen Damen bei ihrer Arbeit erleben, gehen nicht spurlos an ihnen vorbei. Wenn sie wieder einmal die Hand eines Kranken gehalten und ihm zugehört hat, weiß Marlis Meyer, alles richtig gemacht zu haben, als sie nach neuer Lebensplanung diesen ehrenamtlichen Weg einschlug. „Es sind berührende aber auch lustige Sternstunden“, sagt die Grüne Dame, die eine Ausbildung als Seelsorgehelferin hat und sich um die Fortbildungen innerhalb der Grünen Damen kümmert.

Nicht immer ist der Alltag mit den alten und kranken Menschen heiter. Man gibt die Geschichten nicht einfach an der Krankenhauspforte ab, weiß Doris Riesenbeck , die im Jahre 2014, als Marlis Meyer 75 Jahre alt wurde, von ihr das Amt als Sprecherin übernommen hat. Doch niemand möchte hier im Vordergrund stehen, jeder hat die gleiche Stimme. Es gibt keine Pöstchen. Sie alle verstehen sich als Team. Besondere Fälle besprechen die Grünen Damen, bevor sie einmal in der Woche, immer am Mittwochvormittag, auf den Stationen unterwegs sind. Bis 13 Uhr, ja manchmal auch länger. Je nach Bedarf. Da die Verweildauer für die Patienten in den Krankenhäusern kürzer geworden ist, sehen die Grünen Damen die Menschen meist nur einmal.

Nein, als Verein verstehen sich die Grünen Damen nicht, aber sie haben eine Satzung. Und darin ist festgelegt, dass ihre ehrenamtliche Arbeit mit 80 endet. Nachwuchssorgen müssen sich die Grünen Damen zurzeit nicht machen. Ihr Bekanntheitsgrad nahm zu, als der damalige Karnevalsprinz „Henki“ aufgrund persönlicher Erfahrungen, den Grünen Damen eine Finanzspritze zukommen ließ – für Fortbildungen.

Gehörten die Grünen Damen aus Warendorf damals noch dem Dachverband der evangelischen und ökumenischen Krankenhaus- und Altenheimhilfe an, haben sie diese Verbindung von sich aus gekappt, nachdem der Verband Geld vom Krankenhaus für ihre Arbeit haben wollte. „Das sahen wir nicht ein. Jetzt gehören wird zum Förderverein Freundeskreis des Josephs-Hospital und fühlen uns dadurch noch enger mit dem Krankenhaus verbunden.“

Krankenhauspersonal, Verwaltungsvorstand und Kuratorium schätzen die Arbeit der Grünen Damen – nicht zuletzt die Patienten. Das 25-jährige Bestehen wird am Samstag, 13. Mai, gefeiert. Um 11 Uhr ist ein Gottesdienst in der Krankenhaus-Kapelle, ab 11.30 Uhr beginnt die Jubiläumsfeier in der Eingangshalle des Krankenhauses.

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