Bewegung auf der Emsinsel
Wohnen auf der Brinkhaus-Brache?

Warendorf -

Insolvenzverwalter Stephan Michels hat das frühere Gelände der Brinkhaus GmbH & Co. KG an ein Steinfurter Bauunternehmen verkauft. Das will seinerseits jetzt auf die Stadt zugehen, die die Planungshoheit hat. Am liebsten würde die Firma dort aber Wohnbebauung errichten. Das sorgt für Irritationen beim Bürgermeister, der erst diese Woche von dem Verkauf erfuhr und in einer Stellungnahme von „großer Verwunderung“ schreibt, weil es gar kein Baurecht gebe.

Donnerstag, 11.05.2017, 23:05 Uhr

Die Brinkhaus-Brache auf der Emsinsel ist an ein Steinfurter Unternehmen verkauft.
Die Brinkhaus-Brache auf der Emsinsel ist an ein Steinfurter Unternehmen verkauft. Foto: Christian Ring

Die Brinkhaus-Brache ist verkauft. Das seit langer Zeit brachliegende Industriegelände auf der Emsinsel, das ursprünglich im Besitz der Brinkhaus GmbH & Co. KG war, konnte dank intensiver Bemühungen des Insolvenzverwalters verkauft werden. Käuferin ist die Arning Bauunternehmung GmbH aus Steinfurt. Insolvenzverwalter Stephan Michels ist zuversichtlich, dass die Stadt Warendorf und die neue Eigentümerin „ihre Gespräche bezüglich der Nutzung des Grundstücks zielführend fortsetzen werden“. Michels, der 2011 bestellte Fachanwalt für Insolvenzrecht (Michels Vorast Insolvenzverwaltungen GbR in Münster), war damals im Rahmen des Verfahrens mit der Veräußerung des Grundstückes betraut worden.

In diesem Zusammenhang betont Michels, der nun vollzogene Verkauf sei „auch das Ergebnis der sehr konstruktiven Zusammenarbeit des neuen Bürgermeisters der Stadt Warendorf, Axel Linke und seines Teams.“

Jahrelange zähe Verhandlungen

Der hat im Gespräch mit den Westfälischen Nachrichten am Donnerstag noch keine klare Idee für die nähere Zukunft des Areals. Die Stadt habe Planungshoheit und Vorkaufsrecht. „Wir haben diese Woche davon Kenntnis erhalten und sind in der Prüfung des Vorkaufsrechts“, so Bürgermeister Linke. Er warte nun ab, welche Vorstellungen der Investor habe. Es habe mehrere Interessenten gegeben, die in den letzten Jahren immer wieder von sich aus bei der Stadt nachgefragt haben, welche Nutzung dort möglich sei. Doch das sei schwierig, weil es aktuell keinen Hochwasserschutz dort gebe. Nach Informationen der WN hat die Steinfurter Firma einen Notarvertrag, der greift, wenn die Stadt ihr Vorkaufsrecht nicht ausübt.

Linke am späten Nachmittag in einer Stellungnahme, die er mit „großer Verwunderung“ einleitet, weiter: „Die Stadt Warendorf hat in diesen Gesprächen stets darauf hingewiesen, dass andere Baustrukturen als die aktuell vorhandenen nur durch einen Bebauungsplan der Stadt Warendorf möglich würden. Ein Konzept gibt es dazu bisher nicht. Dies müsste in einem breit angelegten Diskussionsprozess in Warendorf entwickelt werden.“ Aus diesem Grund habe die Verwaltung „zu keinem Zeitpunkt dem Insolvenzverwalter den Verkauf des Brinkhaus-Geländes empfohlen oder diesen vorangetrieben“.

Aus diesem Grund hat die Verwaltung zu keinem Zeitpunkt dem Insolvenzverwalter den Verkauf des Brinkhaus-Geländes empfohlen oder diesen vorangetrieben.

Geplant ist, dort Wohnbebauung zu realisieren.

Oliver Hock von der Arning Bauunternehmung GmbH

Oliver Hock möchte das Gelände am Rand der historischen Altstadt „am liebsten so schnell wie möglich“ nutzen. Grundsätzlich, so das Geschäftsführungsmitglied der Arning Bauunternehmung GmbH, gehe man da ergebnisoffen heran.  „Aber geplant ist, dort Wohnbebauung zu realisieren.“ Letztlich sei es aber natürlich Thema von Politik und Verwaltung in Warendorf, was dort gewünscht sei.

Die Vermarktung des Brinkhaus-Grundstücks gestaltete sich laut Insolvenzverwalter aufgrund vieler Unwägbarkeiten als „sehr schwierig“. Nicht nur die Größe von mehr als 40 000 Quadratmetern, auch die teilweise bereits einsturzgefährdeten Gebäude hätten viele Investoren abgeschreckt – trotz der zentralen Lage. Mit dem Verkauf des Grundstückes schließe Stephan Michels nun ein schwieriges Kapitel in dem Verfahren ab.

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