„Argula von Grumbach – Mutter Courage der Reformation“
Weiße Westen statt Animal Print

Freckenhorst -

Anlässlich des Reformationsjahres studiert der zum Projektchor erweiterte Paulus­chor der evangelischen Kirchengemeinde Everswinkel-Freckenhorst das von Marion Lohoff-Börger geschriebene und von Brigitte Stumpf-Gieselmann vertonte Musical ein: „Argula von Grumbach – Mutter Courage der Reformation“

Montag, 15.05.2017, 16:05 Uhr

Nähen die Kostüme für das Argula-Musical: v. l. Pamela Wiefhoff, Iris Osthues, Christine Winz-Völkert, Silke Zitlau, Gisela Günnewig, Renate Brune, Heddi Stegmann-Liesel und Marlis Jung.
Nähen die Kostüme für das Argula-Musical: v. l. Pamela Wiefhoff, Iris Osthues, Christine Winz-Völkert, Silke Zitlau, Gisela Günnewig, Renate Brune, Heddi Stegmann-Liesel und Marlis Jung. Foto: Joke Brocker

Es ist immer das Gleiche. Frau steht vor dem Kleiderschrank, um fassungslos zu konstatieren: „Ich hab‘ nichts anzuziehen.“ So ist es jetzt auch den weiblichen Mitwirkenden des Musicals „ Argula von Grumbach – Mutter Courage der Reformation“ ergangen. Anlässlich des Reformationsjahres studiert der zum Projektchor erweiterte Paulus­chor der evangelischen Kirchengemeinde Everswinkel-Freckenhorst das von Marion Lohoff-Börger geschriebene und von Brigitte Stumpf-Gieselmann vertonte Musical ein.

Natürlich können die Akteure unmöglich in farbenfrohen Blusen, Hemden und T-Shirts mit Animal Print auf die Bühne gehen. „Die Männer sind pflegeleicht, ein weißes Hemd und eine schwarze Hose hat jeder im Schrank“, hat Pamela Wiefhoff festgestellt. Dank Doodle-Abfrage dürfte sie einen recht guten Überblick über den Inhalt der Kleiderschränke sämtlicher Chormitglieder haben.

Während sich in den Schränken der Männer also in den zurückliegenden 500 Jahren, wie es scheint, nicht allzu viel verändert hat, finden sich in den Schränken weiblicher Fashion Victims unter den Must-haves des 21. Jahrhunderts offenbar kaum Kleidungsstücke mit dem Etikett „mittelaltertauglich“. Und so nähen seit dem Krüßing-Wochenende acht Frauen unter Leitung der Textilkünstlerin Christine Winz-Völkert mittelaltertaugliche Röcke, Hauben und – nach einem Burda-Schnitt – weiße Westen für 60 zuvor vermessene Akteure, 20 Männer und 40 Frauen. Die Münsteranerin Christine Winz-Völkert, die sich schon während des Studiums mit Kostümschnitten und - geschichte befasst hat, hat im Vorfeld Fachliteratur gewälzt und sich den Film über Luthers Frau Katharina von Bora angeschaut, um sich inspirieren zu lassen.

„Ich habe nur Anleihen aus dem Film gemacht, nichts kopiert“, stellt sie mit Blick auf eine großformatige Skizze klar. Wichtig sei ihr, „dass die Kostüme zurückhaltend sind. Text und Gesänge sollen im Vordergrund stehen.“

Etwas farbigere Kleidung werden die Darsteller der Argula und ihres Gatten tragen. Einige Sänger bekommen Accessoires, die sie als Vertreter der verschiedenen Stände erkennbar machen. Zum ersten Nähtreffen hatten Pamela Wiefhoff, Iris Osthues, Christine Winz-Völkert, Silke Zitlau, Gisela Günnewig, Renate Brune, Marlis Jung und Heddi Stegemann-Liesel ihre Nähmaschinen mit ins Gemeindehaus gebracht. Während an einem Tisch die Teile zugeschnitten wurden, entstanden an der ein oder anderen Maschine die ersten Röcke und Westen. Eineinhalb bis zwei Stunden nähen die Frauen an einem Rock. Eine Stunde haben sie pro Haube veranschlagt. Am aufwendigsten sind die Westen. Wegen der Abnäher. Drei Stunden Nähzeit rechnet Pamela Wiefhoff für dieses geradezu klassische Kleidungsstück, das natürlich geknöpft wird. Denn: „Zu Argulas Zeiten gab es keine

Reißverschlüsse.

Die Stoffe für die Kleidungsstücke, die Christine Winz-Völkert besorgt hat, gibt es natürlich nicht zum Nulltarif. Sie werden aus einem Topf finanziert, in den eine ganze Reihe von Förderern eingezahlt hat. Finanziell unterstützt werde das Musical-Projekt, für das sie einen Kosten- und Finanzierungsplan habe erstellen müssen, durch den Landesmusikrat NRW,. die Kampagne „Einfach frei“ der evangelischen Landeskirche, den Förderkreis der Kirchengemeinde Freckenhorst-Hoetmar, ,die Sparkasse Münsterland Ost, die Volksbank Münster, die

Stiftung evangelischer Kirchenkreis Münster und den LWL, berichtet Pamela Wiefhoff. Zusätzlich versuchen die Chormitglieder weitere Einnahmen zu generieren. So verkauften sie auf dem Kunstmarkt „Argula-Juwelen“, von Michaela Leik-Wilczek entworfene Ohrstecker, und Argula-Notizbücher mit Zitaten aus dem Musical, gestaltet von Anna-Katharina Rath. Weitere Spenden sind willkommen (Kontakt über das Gemeindebüro, ✆  42 30).

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Aufgeführt wird das Musical am 23. September in der Erlöserkirche in Münster, am 24. September in Ostbevern, am 24. September in Enniger und am 15. Oktober in Freckenhorst.

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