Neue Wohnform nicht nur für Ältere
Die wichtigste Hürde ist genommen

Warendorf -

Der Verein „Wohnen in Gemeinschaft“ (WiGE) möchte ein Haus bauen, in dem mehrere Generationen gemeinsam wohnen. Jetzt hat er ein 2245 Quadratmeter großes Grundstück gefunden, auf dem das Projekt umgesetzt werden kann.

Mittwoch, 21.06.2017, 06:06 Uhr

So oder ähnlich könnte das Haus der WiGE aussehen. Eine 3-D-Ansicht aus dem Gemeinschaftsgarten.2245 Quadratmeter groß ist das Erbpachtgrundstück (im Bold rechts) gegenüber dem Mennonitenhaus. Der Verein „WiGE“ möchte dort Mehrgenerationenwohnen verwirklichen.Die Grafik zeigt einen Entwurf von Süden.
So oder ähnlich könnte das Haus der WiGE aussehen. Eine 3-D-Ansicht aus dem Gemeinschaftsgarten.2245 Quadratmeter groß ist das Erbpachtgrundstück (im Bold rechts) gegenüber dem Mennonitenhaus. Der Verein „WiGE“ möchte dort Mehrgenerationenwohnen verwirklichen.Die Grafik zeigt einen Entwurf von Süden. Foto: Büro Weber, Ahlen

Mitte März lief die Suche noch auf Hochtouren: Wo in Warendorf könnte der Verein „Wohnen in Gemeinschaft“ (WiGE) das angestrebte Mehrgenerationenhaus bauen? Jetzt ist der Vorstand fündig geworden.

Einen Tag vor der heutigen Informationsveranstaltung im Haus der Familie (Beginn ist um 19 Uhr) bestätigte Vorsitzende Gabi Brinkemper : „Wir haben das Grundstück.“ Es sind an der Ecke Reichenbacher/Carl-Leopold-Straße, direkt gegenüber dem Mennoniten-Haus. Der Verein will das Areal auf Erbpacht bebauen.

Details dazu gibt es heute Abend von Architektin Agnes Weber aus Ahlen. Sie hat eine grobe Planung entworfen. Wie WiGE-Vorstandsmitglied Antonius Stuke während der Jahreshauptversammlung im März erklärt hatte, möchte der Vereinsvorstand gerne nachhaltig bauen.

Der damals noch ins Auge gefasste Standort im neuen Baugebiet an der Milter Straße hatte sich nicht umsetzen lassen – wie auch andere nicht.

Das Prinzip dieses für Warendorf neuen Formats ist andernorts wie im Wohnhof Delstrup in Münster bewährt: Familienformen vom Alleinlebenden über Alleinerziehende bis zur Familie mit mehreren Kindern leben in ihren eigenen Einheiten unter einem Dach.

Sie können sich als lebendige Nachbarschaft bei Bedarf gegenseitig unterstützen und haben auch Gemeinschaftsflächen. Ausgegangen war die Idee zum „WiGE“-Haus aus der konkreten Frage der Vereinsgründer, wie sie im Alter leben wollen. Ziel der Vision ist laut Infobroschüre „eine langfristig bezahlbare Wohnung“ – barrierefrei und mit „einer Nachbarschaft, die ihren Namen verdient“.

Antonius Stuke hatte über ein zwei- bis dreigeschossiges Gebäude nachgedacht. Das sei ja das übliche Format in der Stadt, meinte er während der Versammlung im März.

Am Abend geht es dann also ins Detail. Agnes Weber ist mit dabei und zeigt erste 3-D-Visualisierungen des geplanten Gebäudes. „Das ist aber noch kein endgültiger Entwurf“, meinte sie den WN gegenüber. Hier und da fehlen zum Beispiel noch Fenster.

Es gehe zunächst darum, dass sich Interessenten ein Bild von den Dimensionen des Hauses machen können. In die Abstimmung der Einzelheiten geht sie noch. „Anfang Juli haben wir ein Gespräch mit der Verwaltung“, so Weber.

Bisher waren 15 Wohnungen verschiedener Größe geplant – je nach Bedarf um die 40 Quadratmeter für einen Single bis zu 150 für Familien. Vermieter wäre eine noch zu gründende (Teil-)Genossenschaft, in die man sich vorher einkaufen könnte. Auch dazu will der Vorstand von WiGE heute Abend noch Einzelheiten bekanntgeben.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4943642?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F35766%2F
Nachrichten-Ticker