Die BOM geht ins 24. Jahr
Nach der BOM ist vor der BOM

Warendorf -

Ein Groß-Event wie die Berufsorientierungsmesse zu planen, erfordert Weitblick und Struktur. Claudia Körk von Warendorf Marketing investiert jährlich rund 500 Stunden in die Planung dieser Veranstaltung. Dabei gilt es vieles zu bedenken.

Donnerstag, 22.06.2017, 09:06 Uhr

Dicht gedrängt  ist das Publikum auf der BOM in den Zelten unterwegs. Claudia Körk (unten) plant die BOM.
Dicht gedrängt  ist das Publikum auf der BOM in den Zelten unterwegs. Claudia Körk (unten) plant die BOM. Foto: Geuer

Nach der BOM ist vor der BOM: Für Claudia Körk ist jetzt noch die Zeit vor der BOM und die geht nun in die „heiße Phase“. Die 24. Berufsorientierungsmesse geht vom 4 bis 5 Juli auf dem Gelände des Warendorfer Berufskollegs über die Bühne. Nach den Sommerferien wird aber schon wieder auf den Termin 2018 geschaut. Die Berufsorientierungsmesse ist im 24. Jahr zu einer festen Größe geworden – über 100 Aussteller nehmen als potenzielle Arbeitgeber daran teil und präsentieren Ausbildungs- und Berufswege. Auf der anderen Seite stehen allein von Schulen aus dem Kreis Warendorf und der Region 2500 angemeldete Schüler plus die Schüler und Eltern, die spontan zu der Messe dazu kommen. Bei Claudia Körk von Warendorf Marketing laufen alle Fäden zusammen, wenn es um die Planung der BOM geht. Wie genau funktioniert das? Wie plant man ein solches Groß-Event? Körks Mind-Maps und To-Do-Listen verraten zumindest, dass es ohne Struktur nicht funktioniert. Ist ein neuer Termin für die Berufsorientierungsmesse gefunden, werden im Januar bereits die Schulen zur erneuten Teilnahme angeschrieben, parallel dazu auch die Firmen aus dem Kreis Warendorf, den umliegenden Kreisen und aus Münster. Eine zweite und eventuell auch dritte Abfrage folgt zwecks vertiefender Absprachen. Den Schulen muss für ihre Anreise ein Zeitfenster gegeben werden: „Schließlich können nicht alle Schüler nur zwischen 8 und 10 Uhr die Messe besuchen und danach herrscht gähnende Leer“, so Körk. Es müsse für die Aussteller sicher gestellt sein, dass sich den Tag über im Schnitt Schüler aus unterschiedlichen Schulformen auf dem Gelände bewegen. Nur so ist eine gute Verteilung der Schülerströme gesichert. „Als ich 2005 die Planung für die BOM übernommen habe, war ich stets auf der Suche nach neuen Teilnehmern. Heute fragen die Firmen schon frühzeitig an, ob sie wieder an der BOM teilnehmen können“, sagt Claudia Körk. Sich dem Nachwuchs zu präsentieren, ist für die meisten Firmen zu einem wichtigen Thema geworden. Da ist die erforderliche Stellplatzgebühr von 299 Euro auch kein Hinderungsgrund. „Schließlich muss ich darüber die gesamte Messe finanzieren, weil wir ansonsten keinerlei Zuschüsse dafür bekommen“, erläutert die Vertreterin von Warendorf Marketing. Die Messe-Gebühr beinhaltet für die Messeteilnehmer den gesicherten Stellplatz – inklusive Bewachung, Strom und einen Eintrag in den Messewegweiser. Apropos: Die ansprechende Hochglanz-Broschüre gibt allen Teilnehmern eine optimale Rundum-Übersicht und liegt bereits druckfrisch im Warendorf Marketing Büro. Zur Routine wird bei der Planung einer BOM nur

weniges, denn: „Jede BOM ist doch

irgendwie anders.“ Am Konzept feilt Claudia Körk regelmäßig. „Anfangs wurde die BOM noch in den Klassenräumen und den Fluren des Berufskollegs ausgerichtet. Die Schüler fühlten sich aber in den Klassenräumen zu sehr eingeengt und die Flure als Standort für die Aussteller entsprachen irgendwann nicht mehr den Sicherheitsanforderungen. So begann Körk mit kleinen Zelten zu planen.

„Doch kaum einer wollte sich darin präsentieren“, erinnert sich Körk an ihre Anfänge. Die Schüler nahmen die Zelte allerdings gut an, für sie war dort die Hemmschwelle gegenüber den Ausstellern niedriger. Heute hat sich die Situation gedreht: Die Zelte sind beliebt und ihre Zahl ist über die Jahre gewachsen. Das große Puzzle-Spiel bleibt aber und es beginnt schon in der Osterzeit, spätestens aber im Mai. Dann wird der Plan erstellt: Wo wird welcher Aussteller platziert? Wo sind noch zwei mal drei Meter, vier mal drei oder sechs mal vier Meter Messestand unterzubringen? Wie entwickeln sich dabei die Laufwege der Schüler? Ist alles behindertengerecht geplant? Sind die Fluchtwege offen? Das BOM-Fein-Tuning erfordert die Essensplanung für die Aussteller, ebenso wie die Imbiss- und Erfrischungsmöglichkeiten für die Schüler. Seit Anfang Juni häufen sich die Telefonanfragen bei Claudia Körk – mit Rundschreiben werden die Aussteller über den Stand der Dinge informiert. Die letzten Tage vor Messebeginn sind für Körk Nervenkitzel pur, denn das Puzzle muss aufgehen.

Am Dienstag (4. Juli), gegen 17 Uhr, wenn alle Stände platziert sind und die Aussteller zufrieden, fällt Körk meistens der erste BOM-Stein vom Herzen. Dann haben sich die geschätzten 500 Stunden, die sie alljährlich in die BOM-Planung investiert schon gelohnt.

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