Komparse beim Münster-Tatort
Viel Maloche für drei Minuten Drehzeit

Warendorf -

Hautnah hat er die Dreharbeiten zum neuen Münster-Tatort miterlebt und war einen Tag lang mit dem beliebten Duo Kommissar Thiel (Axel Prahl) und Rechtsmediziner Professor Boerne (Jan Josef Liefers) auf Verbrecherjagd in Münster: der Warendorfer Christian Baggeroer.

Samstag, 08.07.2017, 06:07 Uhr

Als Komparse beim Münster-Tatort dabei: der Warendorfer Christian Baggeroer (links) spielt einen Polizisten. Kommissar Thiel (Axel Prahl) lernte er persönlich kennen. Die Atmosphäre am Set: Locker, nette Teammitglieder und Darstellerkollegen.
Als Komparse beim Münster-Tatort dabei: der Warendorfer Christian Baggeroer (links) spielt einen Polizisten. Kommissar Thiel (Axel Prahl) lernte er persönlich kennen. Die Atmosphäre am Set: Locker, nette Teammitglieder und Darstellerkollegen. Foto: Tatort

Ton läuft, Kamera läuft, Klappe und bitte . . . Der 45-jährige Warendorfer Christian Baggeroer trägt eine Sicherheitsweste mit der Aufschrift Polizei. Mit gezogener Waffe stürmt er gemeinsam mit anderen Polizisten einen Raum in der Kunstakademie in Münster. Eine zuvor observierte Person wird festgenommen.

Eine Szene im neuen Münster-Tatort, der im Winter ausgestrahlt wird. Und der Warendorfer war als Komparse dabei. Hautnah hat er die Dreharbeiten zum neuen Münster-Tatort miterlebt und war einen Tag lang mit dem beliebten Duo Kommissar Thiel ( Axel Prahl ) und Rechtsmediziner Professor Boerne (Jan Josef Liefers) auf Verbrecherjagd in Münster. Gedreht wurde der Tatort, der längst im Kasten ist, im Rahmen der aktuellen Skulpturenausstellung. Tatort: Kunstakademie. Baggeroer spielt einen Polizisten. „Meine Aufgabe war es, während einer Vernissage böse wichtig zu schauen – in zivil. Vor meiner Nase lief ein Dialog zwischen Staatsanwältin Klemm und Kommissar Thiel. Ich musste mucksmäuschenstill sein.“

Drehstart für den neuen Münster-Tatort „Gott ist auch nur ein Mensch“

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  • Foto: Matthias Ahlke
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Szenenwechsel: „Mit Sicherheitsweste und gezogener Pistole stürmen wir einen Raum und nehmen eine Person fest.“ Zu viel darf er noch nicht verraten. Nur soviel: Im Mittelpunkt stehen die Skulpturentage. Im Rahmen einer Vernissage stellt ein Künstler Leichen aus.

Wie kam Baggeroer zu dem Komparsen-Job? Ganz einfach: Vor fünf Jahren hatte er bei einem Casting mitgemacht, unter anderem auch für die Sendung „Schlag den Raab“. Immer wieder bekam er seitdem Angebote der Kölner Agentur: Einmal sollte der Warendorfer in einem Hollywood-Streifen mitspielen, dann wieder einen rauen Wikinger in Norwegen darstellen. Baggeroer lehnte dankend ab. Es waren wohl an die 20 Anfragen gewesen, bis er zum Schluss den nicht ernst gemeinten Hinweis gab: „Die einzige Rolle, die ich vielleicht übernehmen würde, wäre die Leiche im Münster-Tatort.“

Der Anruf kam, die Leiche ist es zwar nicht geworden, dafür eine Polizisten-Rolle. Für den Warendorfer war der Drehtag eine unheimlich spannende und interessante Erfahrung. „Es war der größte und längste Produktionstag.“ Baggeroer, im richtigen Leben Verkaufsleiter in der Getränkeindustrie, nahm einen Tag Urlaub.

Kamera, Klappe, die 60. „Unvorstellbar, wie viel Maloche nötig ist, für drei bis vier Minuten Drehzeit. Am Ende war ich so gerädert, als hätte ich einen Marathon gelaufen.“ Immer wieder ging es von vorne los. Geduld war gefragt, bis die Szene im Kasten war.

Und die Atmosphäre am Set: Locker, nette Teammitglieder und Darstellerkollegen, die gute Laune und jede Menge Spaß verbreiteten – vor allem Axel Prahl. „Der unterhält die ganze Bude. Ein ganz sympathischer Kerl.“ Rechtsmediziner Boerne habe Baggeroer an diesem Drehtag nicht gesehen, dafür die Staatsanwältin Wilhelmine Klemm (Mechthild Grossmann). „Die ist total locker drauf“, plaudert der Warendorfer aus dem Nähkästchen. Wie im Film, rauche sie auch zwischen den Drehstopps ständig. Es gab auch kleine Pannen und Versprecher. „Zwei-, dreimal hat sie sich die Zigarette falsch in den Mund gesteckt. Da mussten wir noch mal von vorne anfangen.“

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Eine nette Begebenheit habe sich noch am Ende des Drehtages zugetragen. Baggeroer sei von einem Hauptdarsteller zum Essen eingeladen worden. „Der hatte Mitleid mit mir. Denn leben kann man von dem Komparsengehalt nicht: 45 Euro für fünf Stunden und jede weitere Stunde 8,50 Euro“, weiß Baggeroer. Aufs Geld kam es dem Warendorfer aber nicht an. „Der Drehtag war für mich eine tolle Erfahrung. Doch ich habe auch gemerkt, dass ich mit meiner Berufswahl keinen Fehler gemacht habe. Schauspieler ist nichts für mich.“

Ob er am Ende tatsächlich im Münster-Tatort zu sehen sein wird, oder doch noch rausgeschnitten wurde. Baggeroer weiß es nicht. „Vielleicht werde ich nur schemenhaft oder gar nicht zu sehen sein. Ich mach mir da nichts vor und habe keine großen Ansprüche.“

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