„Ein unmöglicher Zustand“
Wird das Stadtstadion zum Sanierungsfall?

Warendorf -

Vier Umkleidekabinen plus zwei am Stadtstadion für 43 Mannschaften – für Michael Grothues, Chef der WSU-Fußballabteilung, „ein unmöglicher Zustand.“ Hier ist dringender Sanierungsbedarf gegeben, war sich der Sportausschuss einig und sprach damit der Warendorfer Sportunion aus dem Herzen. Für Abhilfe soll neben einer Sanierung der veralteten Umkleiden unter dem Hallenbad, ein 15 mal 16 Meter großer Neubau sorgen. Geplant ist ein eingeschossiger Anbau ans vorhandene Sportlerheim.

Donnerstag, 13.07.2017, 12:07 Uhr

Sanierungsfall Stadtstadion? Teile des Dachs müssen erneuert werden – ein Gutachten soll das klären.
Sanierungsfall Stadtstadion? Teile des Dachs müssen erneuert werden – ein Gutachten soll das klären. Foto: Edler

Skeptische Blicke der Kommunalpolitiker des Sportausschusses an die Decke: Teile der Verkleidung fehlen, Rohre liegen frei. Immer wieder dringt Wasser vom darüberliegenden Hallenbad in die WSU-Umkleidekabinen, das sich auf dem Boden sammelt. Estrich-Reparaturarbeiten, davon zeugen zurzeit die gelben Lüftungsschläuche, sind in vollem Gange.

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Foto: Edler

Der Blick geht weiter: Abgebrochene Kleiderhaken, Fußroste fehlen ganz oder liegen abgebrochen daneben.

Einen Blick in die einzige Toilette in Umkleidekabine zwei: die Leitungen an der Wand sind verrostet, das WC veralteter Standard – so recht nutzen möchte das wohl niemand mehr. Ekelig. Die WSU-Umkleidekabinen unter dem Hallenbad sind in einem desolaten Zustand.

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Foto: Edler

Zwar sind einzelne Duschbereiche in den vergangenen Jahren bereits erneuert worden, doch gibt es noch genug Relikte aus dem Jahre 1972, als das Hallenbad gebaut wurde. Und an denen hat der Zahn der Zeit kräftig genagt.

Das gleiche desolate Bild zieht sich durch die drei weiteren Umkleiden plus Schiedsrichterkabine. Vier Umkleidekabinen plus zwei am Stadtstadion für 43 Mannschaften – für Michael Grothues , Chef der WSU-Fußballabteilung, „ein unmöglicher Zustand.“

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Foto: Edler

Hier ist dringender Sanierungsbedarf gegeben, war sich der Sportausschuss einig und sprach damit der Warendorfer Sportunion aus dem Herzen. Für Abhilfe soll neben einer Sanierung der veralteten Umkleiden ein 15 mal 16 Meter großer Neubau sorgen.
Geplant ist ein eingeschossiger Anbau ans vorhandene Sportlerheim, und zwar in Richtung Kleinspielfelder. Hier sollen vier nagelneue, behindertengerechte Umkleidekabinen entstehen. Kosten: 400 000 Euro.

Christoph Schmitz von der städtischen Gebäudewirtschaft stellte den Plan, der mit der WSU-Fußballteilung abgestimmt ist, am Mittwochabend im Sportausschuss vor: Vier Umkleidekabinen, je 33 Quadratmeter groß, (fünf Quadratmeter mehr als die alten Kabinen), zwei davon direkt von außen zugänglich, alle vier Kabinen mit Duschen und WC, plus Büro, Sanitäts- und Technikräume.

Die Schiedsrichterkabine separat davon mit eigener Dusche und WC. 2018 soll das Projekt in Angriff genommen werden – sofern die Finanzierung steht.
Mit dem Neubau sind auch bauliche Veränderungen im Sportlerheim geplant: zwei von außen zugängliche öffentliche Toiletten sowie ein zusätzlicher Lagerraum für die WSU.

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Foto: Edler

Ob die Stadt oder die WSU Bauherr sein wird, steht noch nicht fest. Ob es für die WSU möglich sein wird, Eigenmittel locker zu machen oder den einen oder anderen Spender zu finden, vermochte WSU-Präsident Ralf Sawukaytis zum derzeitigen Stand der Planung noch nicht zu sagen.

Wird das Stadtstadion in Warendorf zum Sanierungsfall? Was sollen denn Gastvereine über die „Sportstadt Warendorf“ denken? Sportausschuss-Vorsitzender Hermann Josef Vinke brachte es auf den Punkt: „Das Stadtstadion sieht unmöglich aus.“
Es gebe kein Stadion in der Bezirksliga, das in einem solch unansehnlichen Zustand sei. „Das ist kein Aushängeschild für die WSU, die hier gefordert ist.“

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Foto: Edler

Was Vinke meinte: alte oder abgebrochene Sitzschalen im Stadion, Unkraut, das seit zehn Jahren bis in den Himmel wächst und niemand mehr jätet. „Für Kosmetik haben wir keine Leute“, sagte Schmitz die bittere Wahrheit.
„Die Pflege der Anlage ist eingestellt worden.“ Zudem habe die Stadt hier extrem viele Fällen von Vandalismus zu beklagen: Abgebrochene Sitzschalen, herausgerissene Tore, umgekippte Lampen. . .

Der Schandfleck am Rande mit 670 Sitzplätzen überdachten Tribüne soll aber noch in diesem Sommer verschwinden, versprach Schmitz. Vorgesehen ist ein Erdwall mit einem Fußweg auf dem Damm und Sicherheitsgeländer. Der Wall eingesät mit Rasen.

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Foto: Edler

Auch das Dach des Stadtstadions, wie das Hallenbad aus dem Jahre 1972, ist in die Jahre gekommen. Schmitz: „Hier gibt es dringenden Handlungsbedarf. Hölzer müssen ausgetauscht, die Eindeckung erneut werden.“ Ein Gutachten soll jetzt das ganze Ausmaß des Schadens ans Tageslicht bringen.

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