Bürgerschützen haben nach 1968 wieder einen Kaiser
Kaiser Gerd Leve mit kirchlichem Beistand

Warendorf -

Die diesjährige Throngesellschaft um Kaiser Gerd Leve kann auf kirchlichen Beistand bauen: Pfarrer Peter Lenfers gehört zum Hofstaat. Nach 1968 haben die Warendorfer Bürgerschützen wieder einen Kaiser. Es war ein spannendes Duell an der Vogelstange: Gerd Leve verwies Mitbewerber Thomas Dopheide auf das nächste Jahr. Zur Königin erkor er sich Ehefrau Ute.

Montag, 21.08.2017, 16:08 Uhr

Kaiser Gerd Leve jubelt. Er lieferte sich mit Thomas Dopheide (links) einen spannenden Wettstreit an der Vogelstange.
Kaiser Gerd Leve jubelt. Er lieferte sich mit Thomas Dopheide (links) einen spannenden Wettstreit an der Vogelstange. Foto: Joachim Edler

Nach 1968 haben die Bürgerschützen wieder einen Kaiser: Gerd Leve . Mit dem 345. Schuss ließ der 49-jährige Hotelier (Im Engel) gestern um 15.14 Uhr den Vogel fliegen und verwies Mitbewerber Thomas Dopheide auf das nächste Jahr. Zur Königin erkor er sich Ehefrau Ute. Leve war 1995 der Königsschuss geglückt. Seine damalige Königin war Christa Homburg-Göbbeler. Der letzte Kaiser war Hermann Menge (1968). Der Kaiserschuss war geplant, fällt er doch in das Jubiläumsjahr des Hotels der Familie Leve. Dieses wurde vor 325 Jahren gegründet.

Die diesjährige Throngesellschaft kann auf kirchlichen Beistand bauen: Pfarrer Peter Lenfers und Julia Altefrohne, Dr. Peter und Christa Homburg, Heiner und Christina Friemann, Reinhard und Marita Hesse, Björn und Sandra Middendorf, Michael und Monika Grothues, Christian und Birgit Günnewig, Franz und Anne Hellmann.

Vor dem Kaiserschuss hatte Dirk Mietzner kräftig im Kasten „aufgeräumt“, so dass es für Martin Müller ein Leichtes war, die Krone zu schießen. Das Zepter holte Wolfram Busse, den Reichsapfel Andreas Gedig. Es blieb spannend bis zum Schluss. Es war ein Duell zwischen Leve und Dopheide. Beim Wettbewerb um die Regentschaft, ein Jahr nach dem Jubiläumsjahr der Bürgerschützen, schoss auch erstmals die Damengarde scharf: Kommandeurin Anna Schulz und Gardemitglied Janina Hanewinkel fassten Mut und gaben Schüsse auf den schon bedenklich wackelnden Holzadler ab, ließen dann aber wieder den beiden männlichen Anwärtern den Vortritt. Das nötige Quäntchen Glück hatte am Schluss Gerd Leve.

Begonnen hatte der Schützenfestmontag mit dem Weckruf um sechs Uhr morgens. Für einige Schützen viel zu früh, denen der Kommersabend vom Vorabend noch in den Knochen steckte. Zur Parade um 10 Uhr im Park des Alten Lehrerseminars waren dann aber alle Schützenformationen wieder vollzählig: „1368 Schützen, keine Ausfälle“, war die Meldung an den Kommandeur Dr. Markus Wiedeler, der hoch zu Ross die Parade abnahm und für gut befand. Sein Augenmerk galt der erstmals angetretenen Damengarde. Und der Kommandeur zitierte Oscar Wild: „Nur wer die Frauen im Rücken hat, wird es in der Welt zu etwas bringen.“

Erstmals in der Geschichte des Bürgerschützenvereins, fand die Parade aufgrund von Bauarbeiten nicht auf dem festlich geschmückten Marktplatz, sondern im Park des Alten Lehrerseminars statt. Das tat der guten Stimmung aber keinen Abbruch. „Wir jammern nicht“, sprach Präses Hermann-Josef Vinke von „mehr als einer Notlösung“.

Frühzeitig habe man improvisiert. Sein Dank galt Bürgermeister Axel Linke für die unkomplizierte Hilfe. Aber auch Kreisdechant Peter Lenfers, der den Bürgerschützen den Kirchplatz für den Großen Zapfenstreich zur Verfügung gestellt habe, dankte Vinke: „Das ist gelebte christliche Nächstenliebe.“ Für 2018 versprach Vinke: „Dann werden wir auf dem schönsten Marktplatz der Welt antreten.“

Das Motto des Jubiläumsjahres 2016 „Zukunft mit Tradition“ griff Vinke gestern erneut auf, ging auf die gestrichene, nicht mehr zeitgemäße Serenade ein und war beeindruckt vom Auftritt der Damengarde: „Ich freue mich ehrlichen Herzens, dass sich 20 junge Damen unter Kommandeurin Anna Schulz gefunden haben. Ich wünsche der Damengarde, dass sie weiter wächst.“ Mit einem „herzlichen Horrido“ übergab Vinke die Standarte an die Kommandeurin, bevor die Schützen mit dem zu diesem Zeitpunkt noch amtierenden Königspaar Eddy und Antje Erpenbeck hoch zu Ross oder mit der Kutsche zum Festumzug durch die Innenstadt starteten. Die Polizei sicherte den Umzug und sperrte kurzzeitig die Bundesstraße 64 in Höhe des Freckenhorster Tores, damit der lange Schützenzug in einem Rutsch über die vielbefahrende Straße kam. Viele Zaungäste standen am Straßenrand.

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