Gesamtschule bereitet sich auf erste Oberstufe vor
„Das ist kein 1b-Abitur“

Warendorf -

Mit Beginn des neuen Schuljahres hat die Gesamtschule das Gebäude der aufgelösten Haupt- und Realschule im Schulviertel an der Von-Ketteler Straße komplett übernommen. Bis auf den Technikraum sind an dem Standort die gröbsten Bauarbeiten abgeschlossen. Im Lehrerarbeitsraum ist der Ruhebereich noch verwaist, die Polstermöbel müssen aufgestellt werden, ebenso die Postfächer für die Lehrer.

Dienstag, 29.08.2017, 15:46 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 29.08.2017, 15:46 Uhr
Noch hängen die Kabel für die Beleuchtung von der Decke: Die Umbauarbeiten für den Technikraum der Gesamtschule dauern an.
Noch hängen die Kabel für die Beleuchtung von der Decke: Die Umbauarbeiten für den Technikraum der Gesamtschule dauern an. Foto: Joachim Edler

Wenn heute die Schule wieder losgeht, besuchen 1134 Schüler die Warendorfer Gesamtschule, rund 500 von ihnen (Jahrgänge 5 bis 7) werden am Standort Kapellenstraße unterrichtet. Mit Beginn des neuen Schuljahres hat die Gesamtschule das Gebäude der aufgelösten Haupt- und Realschule im Schulviertel an der Von-Ketteler Straße komplett übernommen. Bis auf den Technikraum sind an dem Standort die gröbsten Bauarbeiten abgeschlossen. Im Lehrerarbeitsraum ist der Ruhebereich noch verwaist, die Polstermöbel müssen aufgestellt werden, ebenso die Postfächer für die Lehrer.

Schulleiterin Gertrud Korff hat ihr Büro noch nicht ganz eingerichtet. Dank Kraftakt und Feierabendarbeit steht aber der höhenverstellbare Schreibtisch. Die Wände sind noch kahl. „Ich sammel Post- und Spruchkarten. Die werde ich noch aufhängen“, sagt sie und zeigt auf eine Karte: „Wenn Plan A nicht funktioniert – keine Panik, es gibt noch 25 andere Buchstaben im Alphabet.“ Oder: „Ich bin nicht kompliziert, sondern eine Herausforderung.“

Eine Herausforderung wird für die Schulleiterin die künftige Stellenbesetzung sein. „Uns fehlen drei Stellen, vor allem ein Fachlehrer in Physik S 2. Ich hoffe, dass diese Lücke mit der nächsten Einstellungsrunde der Landesregierung im November gestopft werden kann.“

Zwar kann der Unterricht an der Gesamtschule gewährleistet werden, doch musste eine Stunde im Stundenplan gestrichen werden. In der Praxis sieht es so aus, das freitags bereits um 13.30 Uhr und nicht um 15.15 Uhr Schluss ist.

Ein Blick an den Standort Kapellenstraße: Obwohl die denkmalgeschützte Eingangstür der Schule aufgrund von Restaurierungsarbeiten buchstäblich mit Brettern vernagelt ist, beginnt der Unterricht hier heute um 7.45 Uhr. Der neue 5. Jahrgang startet mit dem Einschulungsgottesdienst um 10 Uhr in der Kirche und der Einschulung um 10.45 Uhr.

Zurück zum Standort Von-Ketteler-Straße: Hier werden die Jahrgänge ab der Klasse 8 bis zum Abitur nach neun Jahren geführt. Die Vorbereitungen für die Oberstufe laufen bereits. Der Schulträger, die Stadt Warendorf, arbeitet an einem Raumprogramm. Seit dem Start vor sechs Jahren führt die Gesamtschule erstmals im Schuljahr 2018 (nach den Sommerferien) Schüler in die gymnasiale Oberstufe (EF, Q1 und Q2). Wie viele das sein werden, vermag Schulleiterin Gertrud Korf zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht zu sagen. „Im Februar weiß ich da mehr.“ Das Gros der Gesamtschüler, räumte die Schulleiterin ein, habe eine Realschulempfehlung, nur ein kleiner Teil eine Empfehlung fürs Gymnasium. Die Gesamtschule deckt die Schullandschaft der früheren Haupt- und Realschule ab. „Ihre“ Gesamtschüler hätten aber das Potenzial zum Abitur. Das kein „1b-Abitur“ sein werde. „Die Gesamtschüler bekommen beim Zentral-Abitur die gleichen Aufgaben wie die Schüler am Mariengymnasium oder Laurentianum.“

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