Jour fixe XXL
Dank und Fluffel für das ganze Team

Warendorf -

„Es liegt was in der Luft“ – mit diesen Worten leitete Moderatorin Birgit Lücke den Jour fixe XXL am Samstag ein. Und tatsächlich: Anders als sonst war beim Programm des Theaterfests diesmal der Mittelteil eine Überraschung – für die Zuschauer und für das Theaterteam.

Montag, 11.09.2017, 05:09 Uhr

„Only in Between“ (oben links), mit Sängerin Sandra Batkowski, Thomas Kraß (Klavier), Hoehness (Gitaree) und Tobias Niester (Percussion).machten den musikalischen Abschluss des Jour fixe XXL. Weitere Programmbeiträge lieferten der Chor „Musaic“ (oben rechts), Tänzerinnen der Tanzschule Harsewinkel (unten links) und Ex-Bürgermeister Jochen Walter, der auf seiner Gitarre „Lieder gegen den Krieg“ anstimmte.
„Only in Between“ (oben links), mit Sängerin Sandra Batkowski, Thomas Kraß (Klavier), Hoehness (Gitaree) und Tobias Niester (Percussion).machten den musikalischen Abschluss des Jour fixe XXL. Weitere Programmbeiträge lieferten der Chor „Musaic“ (oben rechts), Tänzerinnen der Tanzschule Harsewinkel (unten links) und Ex-Bürgermeister Jochen Walter, der auf seiner Gitarre „Lieder gegen den Krieg“ anstimmte. Foto: Andreas Engbert

Zur Eröffnung der Theatersaison sollte dieser Jour fixe etwas ganz Besonderes werden. Bürgermeister Axel Linke stellte in einer kurzen Ansprache die Bedeutung des ehrenamtlichen Theaters für den Kulturort Warendorf heraus: „Das Ehrenamt füllt das Theater mit Leben. Die Symbiose aus Theater und Ehrenamt ist eine tragende Säule des Kulturlebens in Warendorf“. Umso wichtiger sei es, das Kulturbüro auch weiterhin mit Geld zu unterstützen. Rund 81 000 Euro seien bisher in die Theaterbranche geflossen.

Gleich zu Beginn standen Tanz und Action auf dem Programm. Die Tanzgruppe „Novabeatz“ unter der Leitung von Marcel Nevolani, die in Mannheim die Deutsche Meisterschaft gewonnen hat, präsentierten bei ihrem zweiten Auftritt im Theater am Wall eine neue Performance. Viel Bewegung, laute Musik, ein rhythmisch-aggressiver Beat – der zackige Hip-Hop-Stil der „Novabeatz“ schaffte es immer wieder, dem Publikum die Sprache zu verschlagen.

Nach der Action gab es etwas zur Entspannung. Das Vokalensemble „Musaic“ unter der Leitung von Beate Kuchenbuch präsentierte Hits und Klassiker wie „MLK“ von U2 oder „Viva La Vida“ von Coldplay . Angefangen haben „Musaic“ vor 22 Jahren als Gospelformation. Erst später kam die A-capella-Musik hinzu. Noch heute sind die Sänger dem Gospel sehr nahe; das bewiesen sie mit dem einfühlsamen Hymnus „Hide me now under your wings“. Nach dem balladenartigen Einstieg mit viel Unisono folgte Humorvolleres. Das Ensemble lud das Publikum zu einer Reise in die Vergangenheit ein. Solo-Sänger Arne, erklärter „Sekundär-Vegetarier“, erzählte vom ersten Date mit der Frau, die er letztlich nicht geheiratet hat. Mit „Some nights“ bot der Chor im Anschluss einen ernsteren Song; Ein Soldat fragt sich, ob er wirklich für das Gute kämpft. „Musaic“ gelang es, die Atmosphäre eines dramatischen Klagelieds zu erzeugen.

Die Friedensbotschaft führte Ex-Bürgermeister Jochen Walter in seinem Auftritt fort. Er gab einen Einblick in sein Programm für den Volkstrauertag: „Lieder gegen den Krieg“. Mit bekannten Anti-Kriegssongs von Reinhard Mey wie „Kai“, „Es ist doch ein friedlicher Ort“ und „Frieden“ möchte Walter die Gefühle zum Ausdruck bringen, die wir mit dem Krieg verbinden: „Die Trauer über diejenigen, die von uns gehen, der Zorn über die Sinnlosigkeit und die Hoffnung auf den Frieden“.

Im zweiten Abschnitt des Programms folgte die große Überraschung: Die Bürgerstiftung zeichnete das gesamte TaW-Team mit dem Bürgerpreis aus (siehe Bericht auf der ersten Lokalseite). Im Namen der Stadt bedankte sich auch Axel Linke für das Engagement des TaW-Teams. Den „Fluffel“, der normalerweise immer den Künstlern nach ihrem ersten Auftritt mitgegeben wird, gab es nun auch für das Theaterteam.

Doch mit der Preisverleihung war der Abend noch lange nicht zu Ende. Die Tanzschule Harsewinkel bot unter der Leitung von Gertrud Loqay-Gerbeaulet Auszüge aus früheren Benefizveranstaltungen. Seit 1997 zeigt die Gruppe ihre Performances in „Einfach Tanz“, von denen jede eine eigene Geschichte erzählt. So auch am Samstag: Nach einer Choreographie mit viel Action folgten eine romantische Ballade, ein gesellschaftskritisches Drama mit Tänzerinnen, die die Freiheitsstatue verkörperten, und eine bewegungsreiche Tanzformation von Sportlerinnen mit Basketbällen.

Der dritte Programmabschnitt begann mit der Rubrik „Netzfixe“, dem Teil, in dem das TaW-Team eigene Kreationen präsentiert. „Warendorf gilt als die Stadt des Pferdes, aber wir fragen uns selten: Was halten die Pferde eigentlich davon?“, kündigte Birgit Lücke „Warendorfer Pferdegeflüster“ an. In einem animierten Videoclip unterhielten sich der Hengst Udo und die Stute Ute über das Warendorfer Zeitgeschehen. Mit humorvollen Anspielungen und Zuspitzungen gelingt es dem TaW- Team im Netzfixe immer wieder, den Zuschauern ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern.

Tanz bestimmte auch den dritten Block. Die Tanzschule Ingrid, die ihr 25-jähriges Jubiläum feiert, präsentierte eine eigene Hip-Hop-Choreographie. Mit beeindruckender Taktgenauigkeit und exakt abgestimmten synchronen Bewegungen bewies die Breakdance- Gruppe ihr Talent.

Eigentlich wäre der nächste Programmpunkt ein Bandauftritt der Gruppe „John Hubertus“ gewesen. Da seine Kollegen verhindert waren, trat Gitarrist Tobias „Tobi“ Weil alleine auf. Mit einer „Weltpremiere“, wie er sagte. Denn seine Songs habe er noch nie öffentlich gespielt. Sein Repertoire umfasste humorvolle Stimmungsmacher wie „Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag“ („Langer Titel, kurzer Sinn. Wer die Wochentage kennt, kann gerne mitsingen“, scherzte Weil), Liebessongs wie „Oh Julia“, aber auch Gesellschaftskritik. In „Niemals allein“ stellt er die Rigorosität der Asylgegner an den Pranger: „Das Boot ist nicht voll. Für zwei oder mehr ist auch noch Platz“.

Nach einer eindrucksvollen Tanzeinlage von Christina Müller und vier Kollegen, genannt „Münsterland meets Ruhrpott“, spielte zum Abschluss die Band „Only In Between“, die ihr Gründungskonzert beim Jour fixe im Juni 2016 hatte, neue Hits zu ihrem Lieblingsthema „zerbrochenen Liebe“.

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