Streit um richtige Grundstücksgrenze
Familie Wolff klagt gegen Vermesser

Warendorf -

Der Streit ist hinlänglich bekannt: Jahrelang hatte die Familie Wolff keinen von der Stadt öffentlich bestellten Vermessungsingenieur auf ihr Grundstück gelassen, lehnte jeden wegen angeblicher „Befangenheit“ ab und zog schon damals vor das Verwaltungsgericht. Ohne Erfolg. Per richterlichem Beschluss musste die Familie einem Vermesser Zutritt zu ihrem Grundstück gewähren. Jetzt bestreitet die Familie das jüngste Vermessungsergebnis und klagt vor dem Verwaltungsgericht Münster.

Donnerstag, 05.10.2017, 05:10 Uhr

Das Naturdenkmal „Glockenkuhle“: Das Grundstück der Familie Wolff an der Kreutzbrede grenzt an das Ökoreservat. Der Streit zwischen der Familie Wolff und der Stadt dreht sich um ist einen zehn Meter langer Streifen (221 Quadratmeter), der laut Liegenschaftskataster der Stadt und damit zum Naturdenkmal „Glockenkuhle“ gehört. Dies soll jetzt auch eine aktuelle Vermessung ergeben haben. Die Familie Wolff bestreitet das und klagt vor dem Verwaltungsgericht.
Das Naturdenkmal „Glockenkuhle“: Das Grundstück der Familie Wolff an der Kreutzbrede grenzt an das Ökoreservat. Der Streit zwischen der Familie Wolff und der Stadt dreht sich um ist einen zehn Meter langer Streifen (221 Quadratmeter), der laut Liegenschaftskataster der Stadt und damit zum Naturdenkmal „Glockenkuhle“ gehört. Dies soll jetzt auch eine aktuelle Vermessung ergeben haben. Die Familie Wolff bestreitet das und klagt vor dem Verwaltungsgericht. Foto: Edler

Der seit Jahren andauernde Streit zwischen der Familie Wolff und der Stadt Warendorf um eine Grundstücksgrenze im Naturschutzgebiet „Glockenkuhle“ geht weiter. Jetzt bestreitet die Familie das jüngste Vermessungsergebnis des Büros „Drees & Hoersch“ aus Münster und klagt vor dem Verwaltungsgericht Münster. Das bestätigte Dr. Bernd Köster , Justiziar der Stadt Warendorf. Mechthild Wolff wollte dazu gegenüber unserer Zeitung nichts sagen, nur so viel: „Wir haben uns nichts zu schulden kommen lassen. Das ist eine Sache zwischen zwei Nachbarn und nicht von öffentlichem Interesse.“

Diffamierungskampagne?

Der Streit ist hinlänglich bekannt: Jahrelang hatte die Familie Wolff keinen von der Stadt öffentlich bestellten Vermessungsingenieur auf ihr Grundstück gelassen, lehnte jeden wegen angeblicher „Befangenheit“ ab und zog schon damals vor das Verwaltungsgericht.

Ohne Erfolg. Die Klage gegen die Stadt wurde abgewiesen. Das Anfang dieses Jahres gefallene Urteil ist rechtskräftig. Die Familie Wolff musste einen Vermesser auf ihr Grundstück lassen, damit der Grenzverlauf festgestellt werden konnte.

Das geschah dann auch im April diesen Jahres – allerdings nicht ohne Hindernisse. „Es war nie strittig, dass die Vermesser die Vermessung nach den Vorgaben des Verwaltungsgerichts vornehmen dürfen“, stellte Mechtild Wolff damals klar und vermutete eine gegen sie und ihre Familie gerichtete „Diffamierungskampagne“.

Familie will Grenzverlauf nicht anerkennen

Die Polizei sei damals von der Familie Wolff nur gerufen worden, um zu überprüfen, ob eine Vermessung im Naturdenkmal in der Brutzeit zulässig ist. Nach Auskunft von Fachleuten stelle dies nämlich einen Verstoß gegen Paragraf 39 des Bundesnaturschutzgesetzes dar. „In der Brutzeit hat man die Finger von den Uferzonen in einem Naturdenkmal zu lassen.“ Das habe Mechtild Wolff dem Bürgermeister und dem Vermessungsbüro mitgeteilt und sieht sich in der Pflicht: „Als Grundstückseigentümer des Flurstücks 83 hat uns die Stadt dazu verpflichtet, Hinweise auf Schädigungen des Naturdenkmals unverzüglich den Behörden mitzuteilen. Wir sind dieser Pflicht, indem wir die Polizei gerufen haben, nachgekommen.“

Laut Dr. Bernd Köster habe die Vermessung dann später aber doch stattgefunden. Mit dem Ergebnis, so der Justiziar, dass der Stadt der Grundstücksstreifen gehöre, der jedoch bis heute von der Familie Wolff als ihr eigener Grund und Boden gesehen wird.

Grenze zum Ökoreservat „Glockenkuhle“

Das Grundstück der Familie Wolff grenzt unmittelbar an das Ökoreservat „Glockenkuhle“. Der Streit dreht sich um einen zehn Meter langer Streifen (221 Quadratmeter), der laut Liegenschaftskataster der Stadt und damit zum Naturdenkmal „Glockenkuhle“ gehört. Seit mehr als 40 Jahren hegt, pflegt und nutzt die Familie Wolff aber diesen naturbelassenen Raum wie ihr Eigentum, hielt dort einen Hühnerstall, der mittlerweile gerichtlich geräumt werden musste.

Der Streit um die richtige Grenze geht jedoch weiter. Die Familie beruft sich auf einen Kaufvertrag aus dem Jahr 1956 und dass seinerzeit ein Vermessungsfehler beim Kauf des Grundstücks passiert sei. Wolffs wollen den aus den Katasterunterlagen ersichtlichen Grenzverlauf nicht anerkennen.

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