Musik und Satire
Jour fixe lebt vom Kontrast

Warendorf -

Nach der Sommerpause kehrte der Jour fixe am Freitag zurück in das Theater am Wall. Bis auf den letzten Sitzplatz besetzt war das Dachtheater, denn die Zuschauer freuten sich auf einen kabarettistisch-musikalischen Abend, wie er abwechslungsreicher nicht sein könnte.

Sonntag, 15.10.2017, 23:10 Uhr

Max Renner spielte am Klavier Werke von Chopin.
Max Renner spielte am Klavier Werke von Chopin. Foto: Julia König

Durch den Abend führte Winfried Grohe , der als ersten Gast Max Renner ankündigte, der auf dem Klavier Werke von Chopin spielte.

Nach der musikalischen Darbietung wurde der von Winfried Grohe beschriebene Kontrast, von dem der Jour fixe lebt, deutlich: Er hatte nämlich einige Oktobersatiren mitgebracht und beschäftigte sich unter anderem mit Weihnachten im Oktober. Seine Beobachtungen in den Supermärkten, „die schon den Lebkuchen in den Regalen aufgebaut haben“, wollte er den Zuhörern nicht vorenthalten.

Aber auch die Bundestagswahl thematisierte er. Da für ihn neuerdings die drei Buchstaben A, F und D ersatzlos aus dem Alphabet gestrichen sind, hatte er wahrlich viel zu tun, um diese drei Buchstaben in seinem Statement auszulassen. So kam er dann am Ende seiner Darbietung auch zu folgendem Fazit: „ Merkel bleibt immer cool, sie legt ihre R(a)ute in den Schoß“.

Nachdem Phoebe Muschol, Preisträgerin der Musikschule, ebenfalls ein Klavierstück von Chopin präsentiert hatte, ging es mit politischer Satire weiter.

Im Mittelpunkt seiner Version von „Fluch der Karibik“ standen die Jamaika-Koalition, Angela Merkel, Horst Seehofer und Christian Lindner. Grohe fragte sich, ob es bis Weihnachten eine Jamaika-Koalition geben wird oder ob Angela Merkel ihr Schwert hervorholen muss.

Abgerundet wurde das Programm dann wieder musikalisch: Ulrich Horst und Volker Wiebe hatten „freche Lieder“ der 20er und 30er Jahren mitgebracht. Sie spielten unter anderem „Ich brauch‘ für Sonntag eine neue Braut“ und begleiteten sich selbst mit der Gitarre und Ukulele.

Einige Zuschauer erinnerten sich dabei an alte Zeiten: „Dazu haben wir früher selbst noch getanzt“.

Da die Lieder so gut ankamen, ließen sich Ulrich Horst und Volker Wiebe sogar zu einer Zugabe überreden.

Bastian Lennart vervollständigte zum Schluss die musikalische Darbietung durch Swing und Blues.

Winfried Grothe bedankte sich abschließend bei den zahlreichen Zuschauern und fasste treffend zusammen: „Der Jour fixe lebt vom Kontrast, denn das macht ihn aus.“

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