Interessengemeinschaft Warendorf-Süd
Es sind wieder über 500 Mitglieder

Warendorf -

Gründungsmitglied Albert Leendertse hat nach 25 Jahren Arbeit in der IWS nicht wieder für ein Vorstandsamt kandidiert. Dafür dankten ihm die Mitglieder. Die Initiative wählte am Donnerstag bei Porten Leve neu.

Sonntag, 22.10.2017, 16:10 Uhr

Udo Gohl (stehend) kündigte während der Versammlung der Interessengemeinschaft Warendorf-Süd an, dass Albert Leendertse (l.) im Vorstand aufhört.
Udo Gohl (stehend) kündigte während der Versammlung der Interessengemeinschaft Warendorf-Süd an, dass Albert Leendertse (l.) im Vorstand aufhört. Foto: Jörg Pastoor

Ein Mitglied der ersten Stunde machte Platz für andere: Albert Leendertse , einer der Mitgründer der Interessengemeinschaft Warendorf-Süd, hat sich aus der Vorstandsarbeit zurückgezogen. Dass für seine Ex-Kollegen genug zu tun bleibt, war Hauptthema des Donnerstagabends bei Porten Leve. Dort hielt der Verein seine 25. Jahreshauptversammlung ab.

Was der Vorstand der IWS seit dem letzten Treffen im Oktober 2016 alles getan hat, füllt zwei DIN-A-4-Seiten, die er zusammen mit dem aktualisierten Flugblatt ausgelegt hatte. Sprecher Udo Gohl verzichtete darauf, alles vorzutragen. Wichtig sei aber gewesen, so Gohl, weiter im Sinne der Initiative politisch tätig zu sein.

Die 25. Jahreshauptversammlung

Wie stark das Mammut-Verkehrsprojekt B 64n die Menschen beschäftigt. machte neben der Bürger-Informationsveranstaltung Ende März im TaW auch die Podiumsdiskussion bei Allendorf klar. 250 Interessenten waren am 12. September dort, um Fakten zu erfahren und die Positionen von drei Bundestags-Kandidaten zu hören.

Udo Gohl verdeutlichte den qualitativen Wandel in der Debatte, der sich über die Jahrzehnte vollzogen habe. „Früher hatten wir Reinhard Schultz von der SPD als Gegner. Die SPD hat da inzwischen eine deutlich andere Position.“ Jetzt habe Reinhold Sendker (CDU) die B 64n „für sich entdeckt“. Zur Podiumsdiskussion bei Allendorf vor der Bundestagswahl im September sei der ja leider nicht gekommen; SPD-Bundestagsabgeordneter Bernhard Daldrup habe sich klar für eine Warendorfer Umgehung positioniert – aber eben als kleinere Variante mit zwei statt der von „Straßen.NRW“ geplanten drei Fahrstreifen. Die damals gezeigte Präsentation ließ der Vorstand Donnerstag auch über die Leinwand im Saal laufen. Die fast 40 Mitglieder schauten genau hin.

Früher hatten wir Reinhard Schultz von der SPD als Gegner.

Sprecher Udo Gohl

2016, das berichtete Albert Leendertse in seiner letzten Sitzung als Vorstandsmitglied, habe der 1993 gegründete Verein durch natürlichen Schwund noch 483 Mitglieder gehabt, sei zwischenzeitlich aber wieder auf 505 gewachsen. Unter anderem seien alle fünf Familien in einem Haus in der Rigaer Straße jetzt IWS-Mitglieder.

Der von Christine Sorge neugestaltete Flyer enthält neben der besser zu sehenden Führung des Warendorfer B 64n-Teils auch Fotomontagen von Straßenbereichen im Ist-Zustand und dem, wie sie nach dem Bau aussehen könnten. „Es ging darum zu zeigen, welche Monumente da auf uns zukommen“, erklärte Sorge. Das zeige zumindest ungefähr, „wie demnächst da eine dicke Straße aussieht“. Für Albert Leendertse war wichtig, bei der Gestaltung auf Emotion gesetzt zu haben. Sorge wies zudem darauf hin, dass auch die Neufassung der Internetseite in Arbeit sei.

Neben neuem Flyer auch Internetseite in Arbeit

Gegen Ende der Versammlung wurde dann der nicht wieder kandidierende Albert Leendertse verabschiedet. Thomas Lins, Vorsitzender des Verkehrsclub Deutschland im Münsterland, dankte ihm vor allem für den Schwenk vor 20 Jahren. „Bis dahin betrieb die IWS St.-Florians-Politik und wollte die Straße nicht hier, sondern woanders haben.“ Seitdem lehne die IWS neue Straßen ab, fördere und fordere Alternativen und sei „zu einer Umweltschutz-Initiative und damit Partner von BUND und VCD geworden.“

Auch die befreundeten Initiativen gegen die B64n aus Beelen und Herzebrock-Clarholz sowie die BVW aus Warendorf dankten Leendertse.

Leendertse wies auf die Chance hin, die sein Weggang sei: „Jüngere Leute können jetzt Verantwortung übernehmen und frischen Wind in die Arbeit bringen.“ Er ließ die Arbeit Revue passieren und dankte ehemaligen und aktuellen Mitstreitern. Symbolisch übergab er Udo Gohl den IWS-Stempel mit dem Igel-Wappen: „Der Igel ist ja ein nützliches und ein freundliches Tier, aber es kann bei Gefahr auch seine Stacheln zeigen.“ Das passe zur IWS“, schloss er schmunzelnd und freute sich über Blumenstrauß und andere Präsente. 

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