Integration
Neues Heimat für ein sicheres Leben

Hoetmar -

Es gibt viele Wege, Flüchtlingen zu helfen, sich in Deutschland einzuleben. Auch das Golddorf Hoetmar lässt sich einiges einfallen.

Montag, 06.11.2017, 16:11 Uhr

Gemeinsam in Hoetmar: (v.l.) Mengs Rusom, Yonas Waldeslase und Heike Kappelhoff trugen das Hoetmarer Heimatlied vor.
Gemeinsam in Hoetmar: (v.l.) Mengs Rusom, Yonas Waldeslase und Heike Kappelhoff trugen das Hoetmarer Heimatlied vor. Foto: Stephan Ohlmeier

„Wir alle sind Hoetmarer“, unter diesem Motto setzen sich die Bürger im Golddorf auf vielfältige Weise für die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund ein. Wie ernst sie dieses Motto nehmen, stellten sie am Samstagnachmittag einmal mehr unter Beweis. Bei der „Begegnung der Kulturen“ im Pfarrheim kamen sich Einheimische und Neubürger näher.

„Begegnung der Kulturen bedeutet für mich, auf einander zu zugehen, miteinander ins Gespräch zu kommen, zu hören, sich kennen zu lernen und Spaß zu haben“, sagte Adelheid Vollmann , Sprecherin des Arbeitskreises „Integration“ der Dorfwerkstatt. Detlef Rosenbach ergänzte: „Wir sind in Hoetmar ganz erfolgreich.“ Ein besonderes Dankeschön sprach er allen Ehrenamtlichen, den heimischen Vereinen und Arbeitgebern aus, die ihren Beitrag zu einer gelungenen Integrationsarbeit leisten würden.

Diesem Lob konnte sich die stellvertretende Bürgermeisterin Monika Walter-Kaiser nur anschließen. Sie selbst sei vor 30 Jahren auch als Neubürgerin nach Hoetmar gekommen und sei sich nicht sicher gewesen, wie sie von der Dorfgemeinschaft aufgenommen wird: „Alle Gedanken und Sorgen waren umsonst. Wir in Hoetmar zeigen und leben eine gelungene Integration.“

Am Samstagnachmittag wurde den Gästen nicht nur die Möglichkeit zum Austausch gegeben, sondern auch ein rund zweistündiges kulturelles Programm geboten. Das Tanzen in Deutschland ein Ausdruck von Lebensfreude ist, bewiesen sowohl die kleine Tanzgarde als auch die Tanzgruppe des neunten und zehnten Schuljahres des SC Hoetmar. Anschließend trat Alfred Mense als Münsterländer Kiepenkerl auf und erklärte, wie dieser früher gelebt und gearbeitet hatte.

Eine musikalische Brücke in eine fremde Kultur bauten Abduallah Nadeem und sein Sohn Mohammed, die syrische Folklore vortrugen. Abdullah Nadeem war vor seiner Flucht ein bekannter Sänger und trat im Fernsehen auf. Auf seiner Oud – einer orientalischen Kurzhalslaute – erzeugte er wunderbare Töne, sang parallel und wurde von seinem Sohn Mohammed, der trommelte, begleitet.

Tief bewegt waren die Anwesenden aber auch von einem kurzen Video, dass Syrien vor und nach dem Krieg zeigte, sowie einer Fotoausstellung, die Bilder der Flucht zeigten. „Die Fotos hat ein Flüchtling aus Neubeckum gemacht“, sagte Detlef Rosenbach: „Sie zeigen uns, dass Krieg immer grausam und nutzlos ist.“ Rosenbach rief dazu auf, sich für einen Frieden in der Welt einzusetzen.

Tarek Ajad, der aus Syrien kommt und mit seiner Frau und seinen vier Kindern seit einem Jahr in Hoetmar lebt, stimmte Rosenbach zu: „Heute und jede Minute vermisse ich mein Land, meine Familie.“ Er sei froh, in Deutschland in Sicherheit leben zu können und dankte allen Ehrenamtlichen in der Flüchtlingsarbeit für ihren Einsatz. Diesem Dank schlossen sich auch Yonas Waldeslase und Mengs Rusom an, die gemeinsam mit Heike Kappelhoff das Hoetmarer Heimatlied vortrugen: „Wir können zwar nicht singen, aber das Lied zumindest vorlesen.“

Nach dem Kulturprogramm gab es ein reichhaltiges Buffet. Jeder Gast hatte eine Kleinigkeit aus seiner Heimat mitgebracht, sodass es eine kulinarische Reise durch mehrere Länder wurde. Erst am frühen Abend trennten sich die Wege der Hoetmarer und ihrer Neubürger.

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