Künstlerkollektiv
Keine Kunst von der Stange

WARENDORF -

Zwei Jahre herrschte Leerstand in dem unter Denkmal geschützten Gebäude. Jetzt gibt es dort Laden, Atelier, Werkstatt für Kinder, Jugendliche und Erwachsene sowie Veranstaltungsort in einem. Der Name ist ungewöhnlich für Warendorf: „Die Bunte Kuh“.

Donnerstag, 09.11.2017, 17:11 Uhr

Selbst gemachte Geschenk-Ideen bieten (v.l.) Cristina Costas Rodriguez, Katja Bremkamp und Nicole Aufmkolk. Nicht im Bild ist Grafik-Designer Daniel Lieske.
Selbst gemachte Geschenk-Ideen bieten (v.l.) Cristina Costas Rodriguez, Katja Bremkamp und Nicole Aufmkolk. Nicht im Bild ist Grafik-Designer Daniel Lieske. Foto: Peter Sauer

Sobald man die Tür zum neuen Ladenlokal am Krickmarkt 10 öffnet, entschleunigt man auf angenehme Weise. Handgemachte Kunst erwartet einen im gemütlich eingerichteten Ladenlokal, das zugleich eine Galerie ist. Durch eine niedrige Tür (Achtung: Kopf einziehen!) geht es vorbei am kuscheligen Kaminzimmer (zum Verweilen beim Gläschen Tee) zur großen Mitmach-Werkstatt mit Blick ins Grüne und mit Terrakotta-Boden. Alles zusammen nennt sich „Bunte Kuh“.

Dahinter verbirgt sich seit dem Fettmarktsonntag eine engagierte Künstlergemeinschaft mit einem faszinierenden Ideenlabor zwischen Kunst, Design und Handwerk auf insgesamt 100 Quadratmetern. Alles sind Unikate.

Zwei Jahre stand das denkmalgeschützte Haus leer. Ganz früher war hier mal eine Wäscherei, danach zwei Goldschmieden und ein Accessoires-Laden. „Angebote zur Nachnutzung hatten die Vermieter einige“, berichte Illustratorin und Designerin Nicole Aufmkolk , „aber sie wollten, dass die künstlerische Tradition an diesem Ort fortgesetzt wird.“

Die Werkstatt öffnet sich für verschiedene Kurse für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Man kann sie auch mieten. Auch ohne Termin kann man den KünstlerInnen jederzeit über die Schulter schauen.

Die Werkstatt öffnet sich für verschiedene Kurse für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Man kann sie auch mieten. Auch ohne Termin kann man den KünstlerInnen jederzeit über die Schulter schauen. Foto: Peter Sauer

Das war genau die richtige Herausforderung für Nicole Aufmkolk und ihre „Bunte-Kuh“-Kolleginnen. Die Illustratorin und Designerin zeigt ihre Erstlesebücher, Linolschnitte, mobile Buchwerkstatt sowie Weihnachtskarten aus Linoleum. Cristina Costas Rodriguez präsentiert in der „Bunten Kuh“ gestalterische Arbeiten aus Leder, wie farbenfrohe Strickwaren und formschöne wie praktische Körbe. Katja Bremkamp-Leener (die auch schon für Villeroy & Boch Produkte designt hat) zeigt in liebevoll ausgestatteten Schubladen ihre hochwertigen Bestecke für die Gourmet-Küche sowie edlen Silberschmuck.

Vierter im Bunde ist Grafik-Designer Daniel Lieske. Er stellt seine Graphic-Novel „Wormworld-Saga“ nebst Brettspiel vor und veranschaulicht, wie man einen Computer für die digitale Malerei einsetzen kann.

In der großen Werkstatt entsteht ständig etwas Neues. Der Clou: Jeder kann dort nicht nur den „Bunte-Kuh“-Künstlern bei ihrer kreativen Arbeit über die Schulter schauen, sondern selbst zum Künstler werden. Es gibt zahlreiche Kurse für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Geplant ist eine Siebdruck-Werkstatt im Keller. Im Sommer soll auch der kleine Garten künstlerisch bespielt werden.

Wie gut die Künstlerinnen im Pferdeviertel trotz Kuh-Faszination aufgenommen worden sind, zeigt sich daran, dass Nachbarn und Besucher großzügige Geschenke mitbrachten, darunter Kuhglocken, Milchkannen und Möbel. „Hier bin ich aber künftig öfter!“, bringt es eine Besucherin auf den Punkt.

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Infos über aktuelle Kurse: www.facebook.com/diekuhistbunt/

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