Kunstrasenplatz in der Diskussion
Thormann: „Gleichauf ist okay“

Hoetmar -

Während die Politik mit den Plänen des SC Hoetmar zum Bau eines Kunstrasenplatzes sympathisiert, hat die Verwaltung hinsichtlich des vom Verein vorgelegten Finanzierungskonzeptes noch Bauschmerzen.

Mittwoch, 15.11.2017, 23:11 Uhr

Geht es nach dem SC Hoetmar, könnte schon im Dezember 2019 das erste Spiel auf dem eigenen Kunstrasenplatz angepfiffen werden.
Geht es nach dem SC Hoetmar, könnte schon im Dezember 2019 das erste Spiel auf dem eigenen Kunstrasenplatz angepfiffen werden.

Sympathien für das vom SC Hoetmar vorgelegte Konzept zur Finanzierung eines Kunstrasenplatzes hegten im Prinzip alle Mitglieder des Bezirksausschusses Freckenhorst-Hoetmar. Der beschäftigte sich in seiner Sitzung am Dienstag im Feuerwehrgerätehaus in Freckenhorst eineinhalb Stunden mit dem Thema und beteiligte auch die reichlich vertretenen Zuhörer aus Reihen des SC an der Diskussion. „Eine ganz mutige Sache“ strebe der SC an und gehe „großes unternehmerisches Risiko, auch mit ganz viel Haftung“, befand Monika Walter-Kaiser. Der SC-Vorstand, der bereits 89 000 des erforderlichen Eigenkapitals von 100 000 Euro aufgebracht hat und die Niedrigzinsphase für die Realisierung seines Projektes nutzen möchte, wisse, wovon er spreche, kenne die Zahlen ganz genau. Ihre Fraktion, so die SPD-Ratsfrau, halte den Vorschlag für förderungsfähig und begleite ihn positiv.

Auch Stephan Ohlmeier, CDU-Ratsherr und Hoetmarer, sprach sich dafür aus, in den städtischen Haushalt 2018 die Planungskosten für die Kunstrasenplätze in Hoetmar, Müssingen und Warendorf einzustellen, die Plätze in Müssingen und Hoetmar parallel bis Dezember 2019 und anschließend zeitnah den Platz für die WSU zu realisieren.

Deutlich zurückhaltender positionierte sich die Verwaltung zum Finanzierungskonzept. Kämmerer Dr. Martin Thormann resümierte die Ausführungen Sven Spreckelmeiers (Steuerberatungsgesellschaft Intecon, Osnabrück) im Hauptausschuss zu Steuersparmodellen, wie sie der SC ins Gespräch gebracht hatte.

Thormann erläuterte, dass für die Verwaltung keine der von Spreckelmeier erörterten Varianten in Frage komme. Auch, weil mit der Anerkennung von Steuersparmodellen allerlei Auflagen der Finanzämter einhergehen. Würde die Stadt beispielsweise als Unternehmer auftreten, wäre sie gezwungen, Gebühren für die Nutzung des Kunstrasenplätze zu erheben. Würde der Verein selbst, so wie vom SC vorgeschlagen, als Unternehmer aktiv, wäre die Stadt zwar alle Risiken los, allerdings dürfe der Verein dann auf seinem Kunstrasenplatz, um vorsteuerabzugsberechtigt zu sein, ausschließlich Erwachsene spielen lassen. Kinder seien dann vom Platz fern zu halten. Das wäre nach Ansicht Thormanns nicht erstrebenswert.

Er sei vielmehr der Ansicht, dass, unabhängig von möglichen Steuereinsparungen, die politische Entscheidung über das, was man wo und in welcher Reihenfolge realisieren wolle, erfolgen müsse. Auf keinen Fall, so der Kämmerer, dürfe man sich dabei von der im Sportentwicklungsplan festgelegten Reihenfolge, wonach die Kunstrasenprojekte des SC Müssingen und der WSU Priorität haben, verabschieden. Es dürfe nicht sein, dass der SC Hoetmar auf der „Überholspur“ an den anderen Vereinen vorbeiziehe. „Gleichauf ist okay“, bemerkte Thormann. „Die politische Entscheidung liegt beim Rat.“

Die Kosten für den Kunstrasenplatz in Hoetmar schätzen SC Hoetmar und Verwaltung sehr unterschiedlich ein. Unter anderem wegen der zugrunde gelegten unterschiedlichen Pflegekosten-Ansätze. Und wohl auch aufgrund einer verbesserungsbedürftigen Kommunikation der Beteiligten (zum Beispiel hinsichtlich der Drainage, bei der der SC Hoetmar mit neuester Technik offenbar richtig sparen kann). Der Bezirksausschuss wird sich mit allen finanziellen Aspekten, die natürlich auch mit den Haushaltsplanberatungen zu tun haben, erst in einer Sondersitzung befassen können. Denn gleich zu Beginn der Sitzung am Dienstag hatte Peter Marberg ( SPD ) erklärt, dass die sachkundigen Bürger die für die Haushaltsberatungen notwendigen Sitzungsunterlagen in Papierform nicht rechtzeitig erhalten hätten. Er sei daher nicht in der Lage, „seriös beratend“ mitzuwirken, wenn es um haushaltsrelevante Punkte gehe.

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