150 Zuhörer beim Vortrag von Pater Tom
„Es ist schön, wieder bei Euch zu sein“

Milte -

Die Freude über seinen Besuch in Milte war Pater Tom sofort anzumerken. „Es ist schön, wieder bei Euch zu sein“, bekundete der indische Geistliche die Verbundenheit zu seinem ehemaligen Wirkungsort. Im Dezember 2016 hatte Pater Tom seine Gemeinde und seinen Wohnsitz in Warendorf verlassen müssen, da er zum Provinzial des Vinzentiner-Ordens in Südindien gewählt wurde. Die 17 Jahre, die er in Deutschland verbracht hatte – zuletzt als Seelsorger in Milte und Einen – haben ihre Spuren hinterlassen.

Montag, 08.01.2018, 08:01 Uhr

Besuch in der zweiten Heimat: „Die Brückenbauer e.V.“ mit Gerlinde Stephani, Geschäftsführerin Susanne Haverkamp, Vorsitzender Frank Hankemann, Thomas Mundmann, Präses Pater Tom, 2. Vorsitzender Oliver Prinz, Claudia Dorsel und Anna Löhrs.
Besuch in der zweiten Heimat: „Die Brückenbauer e.V.“ mit Gerlinde Stephani, Geschäftsführerin Susanne Haverkamp, Vorsitzender Frank Hankemann, Thomas Mundmann, Präses Pater Tom, 2. Vorsitzender Oliver Prinz, Claudia Dorsel und Anna Löhrs. Foto: Emil Schoppmann

Freundschaften und Kontakte sind Zeit entstanden, die zum Teil bis heute bestehen. Dementsprechend groß war auch die Zahl der Zuhörer: über 150 Zuhörer. Der Vortrag musste somit kurzerhand vom Pfarrheim in die Kirche verlegt werden.

Zunächst berichtete der 2. Vorsitzende Oliver Prinz über die Arbeit des von Pater Tom begründeten Vereins „Die Brückenbauer e.V.“, der sich seit 2012 bemüht, mit Hilfe von Spenden und Patenschaften die Bildung und Gesundheit von Kindern in Indien zu fördern. In den vergangenen Jahren konnten bereits mehrere Internate eingerichtet, sanitäre Anlagen installiert und Schulräume möbliert werden. Während 90 Prozent der gesammelten Spenden in Kooperation mit dem Vinzentiner-Orden direkt nach Südindien fließen, werden die verbleibenden zehn Prozent für Bildungseinrichtungen in Warendorf und Umgebung verwendet. Daneben unterstützen die Brückenbauer in der Provinz Andhra Pradesh auch das AIDS-Projekt „diipthi“ – Licht für Indien. In einer Krankenstation können so jeden Monat knapp 50 HIV-positive Menschen r kostenlos mit Medikamenten und Nahrungsmitteln versorgt werden.

Pater Tom gab in einem Bild-Vortrag einen Einblick in seine Tätigkeit. Vorrangiges Ziel der Vinzentiner ist es, im Sinne des Evangeliums für die Armen da zu sein und soziale Einrichtungen wie Schulen und Krankenhäuser aufzubauen. Als Vorsteher des Ordens für Südindien beaufsichtigt Pater Tom eine Region, die sieben Bundesländer umfasst. Zwölf Schulen, ein College, fünf Internate, drei karitative Vereine, sieben Priesterseminare und 25 Gemeinden stehen unter seiner Leitung. Schwierig sei es, die Interessen aller Priester seines Ordens unter einen Hut zu bringen. Bereits die Verständigung sei bei drei unterschiedlichen Sprachen in der Region nicht einfach.

Über die Arbeit in Südindien hinaus ist die Kongregation weltweit tätig und besteht insgesamt aus 152 Priestern, die zum Teil in Österreich, Deutschland, Spanien, Frankreich, den USA, Afrika, der Ukraine, England, Italien und selbst Alaska verstreut sind. In seiner dreijährigen Amtszeit muss Pater Tom jeden Priester einmal persönlich zu einer Visitation besucht haben. „Ruhe habe ich keine mehr“, sagte er. Allein in Tansania gibt es 21 Ordensvertretungen. Nach dem zweitägigen Stopp in seiner „zweiten Heimat“ geht es direkt weiter nach Rom. Trotz der großen Entfernungen und der hohen Arbeitsbelastung hat sich Pater Tom seine Lebensfreude und offene Art bewahrt. Dankbar ist er für die prägende Zeit in Deutschland, die sich auch in seiner jetzigen Arbeit bemerkbar mache. Die Pünktlichkeit als vermeintlich deutsche Tugend auch in Indien zu etablieren, sei ihm allerdings noch nicht gelungen, merkte er augenzwinkernd an. Zu verschieden seien die deutsche und indische Kultur.

Während des gemeinsamen Abends nahm sich Pater Tom in persönlichen Gesprächen für jeden Besucher Zeit. Viele Glückwünsche erhielt er auch anlässlich seines silbernen Priesterjubiläums, das er erst vor wenigen Tagen begangen hatte.

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