Die Schöne und das Biest
Reise in die Welt der Fantasie

Warendorf -

Zwar erlebte man bei der wunderbaren Inszenierung des Landestheater Castrop-Rauxel nicht die als Hermine Granger weltberühmt gewordene britische Schauspielerin, aber Ina-Lene Dinse als Belle eroberte die Herzen aller im Paul-Schallück-Saal durch ihre natürliche und ungezwungene Art. Unter der versierten musikalischen Leitung von Trankred Schleinschock, der die literarische Vorlage von Jeanne-Marie Leprince de Beaumont mit Akribie und Feingefühl auch inszenierte, erlebte man in einem gleichsam märchenhaften Bühnenbild die Geschichte von der Schönen und das Biest.

Montag, 29.01.2018, 16:01 Uhr

„Die Schöne und das Biest“ begeisterte am Sonntag im Paul-Schallück-Saal das Publikum.
„Die Schöne und das Biest“ begeisterte am Sonntag im Paul-Schallück-Saal das Publikum. Foto: Axel Engels

Eine restlos ausverkaufte Vorstellung, vor Begeisterung leuchtende Kinderaugen und selbst die Erwachsenen sind hingerissen – Warendorf war am Sonntag wohl dem absoluten Hype von „Die Schöne und das Biest“ erlegen, mit dem Harry-Potter-Star Emma Watson in der Disney-Verfilmung für Furore sorgt. Zwar erlebte man bei der wunderbaren Inszenierung des Landestheater Castrop-Rauxel nicht die als Hermine Granger weltberühmt gewordene britische Schauspielerin, aber Ina-Lene Dinse als Belle eroberte die Herzen aller im Paul-Schallück-Saal durch ihre natürliche und ungezwungene Art. Unter der versierten musikalischen Leitung von Trankred Schleinschock, der die literarische Vorlage von Jeanne-Marie Leprince de Beaumont mit Akribie und Feingefühl auch inszenierte, erlebte man in einem gleichsam märchenhaften Bühnenbild die Geschichte nach dem alten französischen Volksmärchen. Dabei kleidete Tankred Schleinschock diese wohl allen im Saal bekannte Geschichte in ein ganz aktuelles Gewand. Denn Belle ist mit zwei Schwestern „gestraft“, deren Welt nur aus den letzten Modetrends, den neuesten Handys sowie jeder Menge Selfies besteht, für die Bücher einfach nur schlecht für die Augen sind und eben nur für Langweiler taugen. Da konnten Julius Schleheck und Johanna Pollet ebenso glänzen wie später in den Rollen als Butler und Köchin. Der von Jan Westphal exzellent gespielte Vater ist zwar ein liebenswerter, aber gleichzeitig leicht lebensuntüchtiger Vertreter seiner Art. Im häuslichen Bereich kann er sich nicht gegen seine aufmüpfigen Töchter durchsetzen und gibt auch gegenüber dem Biest eine recht unglückliche Figur ab. Banar Fadil, der mit tiefer Stimme als Biest das Geschehen auf der Bühne prägte, war aber nicht ein zum Fürchten geeignetes Ungeheuer. Vor diesem Wesen brauchte niemand im Paul-Schallück-Saal Angst bekommen, zumal im Zusammenspiel von Ina-Lene Dinse und Banar Fadil so mancher Angriff auf die Lachmuskulatur der kleinen und großen Theaterliebhaber gestartet wurde.

In dieser spritzigen Aufführung ließ man sich mitreißen vom farbenprächtigen Geschehen auf der Bühne und den mit Leidenschaft gesungenen Liedern. Da wirkte das klassische Märchen vom jungen Mädchen, das den verzauberten Prinzen und seinen Hofstaat erlöst, wohl noch spannender. Mögen die Motive des französischen Volksmärchens wohl schon über 2500 Jahre alt sein, bei solch liebevoller und bis ins kleinste Detail stimmigen Aufführung fasziniert diese Geschichte immer noch, hat nichts von ihrem Glanz verloren. Im Theater am Wall erlebte man auf jeden Fall eine Inszenierung, die genau auf die Altersgruppe (ab sechs Jahre) abgestimmt war und einfach jeden Besucher mitnahm in die Welt der Fantasie.

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