Neue Ausstellung im Westpreußischen Landesmuseum
Noch nie im Ausland gezeigte Exponate

Warendorf -

Erstmals außerhalb Polens sind die Exponate zu sehen, die seit dem Wochenende im Rahmen der Ausstellung „Bernstein – Das Gold der Ostsee“ im Westpreußischen Landesmuseum gezeigt werden.

Sonntag, 15.04.2018, 15:04 Uhr

Museumsleiter Dr. Lothar Hyss und Prof. Dr. Waldemar Ossowski aus Danzig (r.). Sie stehen vor einem weltweit einzigartigen Schränkchen aus Bernstein, um 1700 entstanden.Dr. Lothar Hyss (l.) und Prof. Dr. Waldemar Ossowski stießen auf die neue Sonderausstellung an. Sie stehen neben einem Bernsteinschränkchen aus der Zeit um 1700.
Museumsleiter Dr. Lothar Hyss und Prof. Dr. Waldemar Ossowski aus Danzig (r.). Sie stehen vor einem weltweit einzigartigen Schränkchen aus Bernstein, um 1700 entstanden.Dr. Lothar Hyss (l.) und Prof. Dr. Waldemar Ossowski stießen auf die neue Sonderausstellung an. Sie stehen neben einem Bernsteinschränkchen aus der Zeit um 1700. Foto: Stephan Ohlmeier

„Bernstein – Das Gold der Ostsee“, unter diesem Titel steht die neue Sonderausstellung des Westpreußischen Landesmuseums, die am Samstagnachmittag offiziell eröffnet wurde. Bis zum 7. Oktober werden in Zusammenarbeit mit dem Bernsteinmuseum des Historischen Museums der Stadt Danzig in Polen 150 Kunstwerke aus Bernstein aus einem Zeitraum von fünf Jahrhunderten präsentiert. Es ist das erste Mal, dass das Bernsteinmuseum ausgewählte Schätze seiner über 2000 Exponate im Ausland zeigt.

„Die Champions League kommt zu uns zu Besuch“, freute sich Dr. Lothar Hyss, Direktor des Westpreußischen Landesmuseums. Er sei stolz, dass es genau zu seinem 20-jährigen Dienstjubiläum gelungen sei, eine solch herausragende Ausstellung zu organisieren. Mit der Ausstellung wolle man zum einen die deutsch-polnischen Beziehungen fördern und zum anderen neue Akzente für das kulturelle Leben in Warendorf setzen: „Es erfüllt mich mit Glück, dass heute Nachmittag so viele Gäste gekommen sind. Ich sehe es als Bestätigung unserer Arbeit an.“

Unter den Gästen der Ausstellungseröffnung befand sich auch Prof. Dr. Waldemar Ossowski, der mit einer Delegation extra aus Danzig angereist war. Als Generaldirektor der Danziger Museen trägt Ossowski die Verantwortung für neun Museen und rund 140 Mitarbeiter. In seiner Ansprache berichtete er, dass sich Danzig nach 1945 zum wichtigsten Zentrum für die Verarbeitung und Vermarktung des „Goldes der Ostsee“ entwickelt habe. Alljährlich finde im März in der Stadt die größte Bernsteinmesse der Welt statt und locke tausende Interessierte in die Hansestadt: „Danzig wird als die Welthauptstadt des Bernsteines bezeichnet.“

Danzig wird als die Welthauptstadt des Bernsteines bezeichnet.“

Prof. Dr. Waldemar Ossowski

Um die Bedeutung des Bernsteins für Danzig und Polen zu unterstreichen und an die jahrhundertealte Bernsteintradition anzuknüpfen, sei im Jahr 2000 das Bernsteinmuseum als eine Sonderabteilung des Historischen Museums gegründet worden. Seit seiner Gründung habe es über 500 000 Besucher begrüßen dürfen und gehöre zu den meist besuchten Museen in Danzig: „Bernstein fasziniert uns seit Jahrtausenden.“

Bernstein fasziniert die Menschen

Nach den Ansprachen hatten alle Gäste die Möglichkeit, die Ausstellungsstücke zu begutachten. Beispielsweise werden Meisterwerke des 17., 18. und 19. Jahrhunderts, darunter eine Madonnenskulptur und ein Bernsteinschränken aus den Jahren um 1700, präsentiert. „Das Bernsteinschränken ist ein absolutes Unikat. So was bekommt man nirgends zu sehen“, sagte Dr. Lothar Hyss. Aber auch seltene Inklusen (Bernsteineinschlüsse) und moderne Kunstwerke des 21. Jahrhunderts, die von Absolventen der Danziger Kunstakademie geschaffen wurden, finden sich in der Ausstellung.

Eine Kutsche, zum Teil aus Bernstein.

Eine Kutsche, zum Teil aus Bernstein.

Geöffnet ist die Sonderausstellung „Bernstein – Das Gold der Ostsee“ zu den regulären Öffnungszeiten des Westpreußischen Landesmuseums: dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr. Der Eintrittspreis zum Museum beträgt 4 Euro, ermäßigt 2,50 Euro. Eine Familienkarte kostet 7 Euro. Zudem wird Bartlomiej Kentzer aus Danzig am 9. Juni um 15 Uhr einen Vortrag über die Bedeutung des Bernsteins für Danzig halten.

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