SPD hakt bei Sozialwohnungen nach
Von „Ghettoisierung“ keine Rede

Warendorf -

„Die Förderung des sozialen Wohnungsbaus in Warendorf ist eine Aufgabe der kommunalen Daseinsvorsorge, die seit Jahrzehnten sträflich vernachlässigt worden ist“, sagt SPD-Ratsherr Bernhard Ossege. „Wenn wir bis 2027 wieder auf den Bestand der Sozialwohnungen im Jahre 2012 kommen wollen, müssen in weniger als zehn Jahren 300 neue Sozialwohnungen gebaut werden.“ Die Zahl sei von fast 800 auf jetzt nur noch 518 Wohneinheiten gesunken.

Mittwoch, 25.04.2018, 10:04 Uhr

Um die Öffentlichkeit auf die Dringlichkeit von sozialem Wohnungsbau aufmerksam zu machen, organisierte die Warendorfer SPD jetzt einen Infostand in der Innenstadt.: Links SPD-Fraktionschefin Andrea KLeene-Erke, rechts SPD-Ratsherr Berhard Ossege.
Um die Öffentlichkeit auf die Dringlichkeit von sozialem Wohnungsbau aufmerksam zu machen, organisierte die Warendorfer SPD jetzt einen Infostand in der Innenstadt.: Links SPD-Fraktionschefin Andrea KLeene-Erke, rechts SPD-Ratsherr Berhard Ossege. Foto: SPD

Am heutigen Donnerstag befasst sich der Sozialausschuss auch mit dem Antrag der SPD zur strategischen Förderung sozialen und bezahlbaren Wohnraums. Um die Öffentlichkeit darauf aufmerksam zu machen, organisierte die Warendorfer SPD jetzt einen Infostand in der Innenstadt.

Großes Erstaunen löste dabei aus, dass in Warendorf nur noch 518 Sozialwohnungen dem Bedarf von mindestens rund 3000 zum Wohnberechtigungsschein befugten Haushalten gegenüberstehen. So wussten nur wenige Bürger, dass zum Beispiel eine Familie mit zwei Kindern noch bis zu einem Haushaltsbruttojahreseinkommen von rund 52 000 Euro berechtigt ist, das günstigere Mieten im sozialen Wohnungsbau in Anspruch zu nehmen. „Solche Familien sind angesichts der Entwicklung der Grundstücks- und Mietpreise auf dem freien Wohnungsmarkt ebenso wie Rentner und geringverdienende Alleinstehende dringend auf ausreichenden preisgebundenen Wohnraum angewiesen“, so die Pressemitteilung der SPD.

„Die ersten öffentlich geäußerten Signale deuten leider darauf hin, dass sich die CDU-Fraktion schwertut mit dem dringend erforderlichen Neubeginn im sozialen Wohnungsbau“, stellte Fraktionsvorsitzende Andrea Kleene-Erke fest. „Es wird behauptet, wir wollten im geplanten Wohngebiet In de Brinke am Milter Kreisel bis zu 50 Prozent der Wohnfläche dem sozialen Wohnungsbau vorbehalten. Bisher seien lediglich rund 13 Prozent der Gesamtwohneinheiten, nämlich 30 Prozent der Mehrfamilienhäuser, für den sozialen Wohnungsbau vorgesehen. Die SPD setze sich dafür ein, dass 50 Prozent der Wohneinheiten in den Mehrfamilienhäusern für den sozialen Wohnungsbau geplant werden – also gut 20 Prozent der gesamten Wohneinheiten.

Nach der öffentlichen Vorlage der Stadtverwaltung für den Sozialausschuss würde der SPD-Antrag in dem Wohngebiet In de Brinke mit insgesamt zwischen 450 und 500 geplanten Wohneinheiten zu einer Steigerung von bis zu 56 auf bis zu 95 Sozialwohnungen in den kommenden rund fünf Jahren führen.

„Die Förderung des sozialen Wohnungsbaus in Warendorf ist eine Aufgabe der kommunalen Daseinsvorsorge, die seit Jahrzehnten sträflich vernachlässigt worden ist“, so Ratsherr Bernard Ossege. Die Zahl der Sozialwohnungen werde ohne konsequentes Gegensteuern weiter schwinden: „Besonders kleine Sozialwohnungen werden benötigt, auch für Seniorinnen und Senioren – altengerecht und bezahlbar – sowie für Alleinerziehende mit Kindern. Sozialwohnungen und frei finanzierte Wohnungen kann es durchaus als Mischung im selben Haus geben.“

Die Gegenargumente ziehen aus Sicht der SPD nicht. So wird behauptet, es gebe angesichts der aktuellen Niedrigzinsphase nicht genügend Investoren für den aus Vermietersicht nicht lukrativen sozialen Wohnungsbau. Die Wohnungsgenossenschaft Warendorf habe jedoch mittlerweile ihre Bereitschaft erklärt, alle mehr als 90 Sozialwohnungen im Baugebiet In de Brinke, die sich bei einem 50-prozentigen Anteil ergeben, zu bauen. Außerdem könne bei 20 Prozent Wohneinheiten im gesamten Wohngebietvon der befürchteten „Ghettoisierung“ keine Rede sein.

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