Steffen Auerswald (50) ist gestorben
Bis zum Schluss ein Kämpfer

Freckenhorst -

Er war ein Kämpfer. Bis zum Schluss hat er nicht aufgegeben. Am Dienstag aber verlor Steffen Auerswald endgültig den Kampf gegen die Nervenkrankheit ALS. Er verstarb im Alter von 50 Jahren.

Freitag, 27.04.2018, 14:08 Uhr

Steffen Auerswald (50) ist gestorben: Bis zum Schluss ein Kämpfer
Steffen Auerswald war passionierter Läufer. Auch als er schon im Rollstuhl saß, nahm er mit Hilfe von Freunden an Wettbewerben teil. Hier wird er beim Emsseelauf in Warendorf geschoben. Foto: Rene Penno

Der Freckenhorster, der am 2. Dezember 1967 geboren wurde, war leidenschaftlicher Läufer. Als Quereinsteiger trainierte er fast jeden Tag, nahm an zahlreichen Marathons teil, lief für einen Amateur fabelhafte Zeiten. Er konnte sogar zwei Wettbewerbe gewinnen.

Diagnose: ALS

Der 21. Januar 2017 aber veränderte sein Leben grundlegend. An diesem Tag erhielt er die tragische Diagnose: Amyothrophe Lateralsklerose, kurz ALS. Die unheilbare Krankheit betrifft das Nervensystem und führt zu Lähmungen.

„Man sagt, nach der Diagnose überleben die Menschen im Durchschnitt noch drei bis fünf Jahre. Bei mir verläuft die Krankheit aber sehr schnell. Ich sitze ja schon jetzt im Rollstuhl“, erklärte Steffen Auerswald im vergangenen Sommer noch selbst.

Aber statt sich seinem Schicksal hinzugeben, entschied er sich zu kämpfen und die ihm verbleibende Zeit so gut es geht zu genießen.

Steffen Auerswalds letzter Marathon

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  • Steffen Auerswald auf seinen letzten 42 Kilometer durch Münster. Mit dabei: Freunde und Familie.

    Foto: privat
  • Vor dem Schloss in Münster wurde ein gemeinsames Gruppenbild geschossen.

    Foto: privat
  • Beim Emsseelauf in Warendorf, Anfang September, gelang die Generalprobe.

    Foto: R. Penno
  • In einem Spezialrollstuhl wurde Steffen Auerswald um den Emssee geschoben.

    Foto: R. Penno
  • Zusammen mit Emseelauf-Organisator Hermann-Josef Becker und Schirmherrin Doris Kaiser gab er den Startschuss.

    Foto: R. Penno
  • Julian Tatje, Lauftrainer bei der Warendorfer SU unterstützte Steffen Auerswald tatkräftig.

    Foto: Jonas Wiening
  • Steffen Auerswald genoss beim Emsseelauf, genau wie beim Marathon in Münster die beeindruckende Atmosphäre.

    Foto: R. Penno
  • Beim Marathon in Berlin blieb Steffen Auerswald vor einigen Jahren weit unter der 3-Stunden-Marke. Von seiner Krankheit noch keine Spur.

    Foto: privat

Beim Lauftreff seines Vereins, der Warendorfer SU, war Auerswald überaus beliebt. Er galt als hilfsbereiter und zuvorkommender Freund. So war es für die Sportkollegen selbstverständlich, ihn bei seinem letzten großen Projekt zu unterstützen. Sie schoben ihn beim Warendorfer Emsseelauf und die vollen 42 Kilometer beim Münster-Marathon in einem Spezialrollstuhl. So hatte Auerswald noch einmal die Gelegenheit, ein Rennen mit der ganzen Atmosphäre in vollen Zügen zu genießen.

„Es war eine total emotionale Geschichte. Mir geht immer noch alles durch den Kopf“, hatte der Läufer einige Tage nach dem Rennen im September berichtet.

Trauerfeier am 5. Mai

Auch mit seiner schweren Krankheit war Steffen Auerswald noch ein positiver Mensch und bis zum Schluss ein Kämpfer. Am 24. April starb er. Auerswald hinterlässt seine Frau Kerstin und die beiden Töchter Victoria und Franziska.

Von der Warendorfer Sportunion heißt es zum Tod des einstigen Mitgliedes: „Nicht nur die ganze Leichtathletikabteilung wird diesen tollen Sportsmann, Ratgeber und guten Menschen vermissen.“

Am Samstag, 5. Mai findet die Trauerfeier um 11 Uhr in der Aula des Abschiedshauses Huerkamp statt.

Am kommenden Wochenende schon wird der bekannte „Rückwärtsläufer“ Markus Jürgens einen kleinen Spendenlauf zum Gedenken an Steffen Auerswald organisieren. Die Einnahmen sollen der ALS-Hilfe zugute kommen, die Forschung und neuartige Therapiestrategien unterstützt. Der Lauf soll am Samstag (28. April) über die Bühne geht. Interessierte treffen sich um 13 Uhr an den Aasee-Kugeln in Münster.

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