Befürchtungen wegen Neuplanung
Skepsis an der Gallitzinstraße

Warendorf -

Eine Reihe von Nachbarn der Gallitzinpassage haben Sorge wegen des dort geplanten 2000-Quadratmeter-Lebensmittelmarktes. Sie erwarten mehr Lärm und noch mehr Verkehr, der dann nicht mehr zu ertragen sei.

Freitag, 04.05.2018, 16:05 Uhr

Eine Reihe von Anwohnern macht sich Sorgen, dass der geplante 2000-Quadratmeter-Markt unverträglich viel Verkehr bringen könnte – und möglicherweise Wertverluste bei ihren Häusern.
Eine Reihe von Anwohnern macht sich Sorgen, dass der geplante 2000-Quadratmeter-Markt unverträglich viel Verkehr bringen könnte – und möglicherweise Wertverluste bei ihren Häusern. Foto: Joachim Edler

Wilhelm Schöning musste während der Sitzung des Umwelt-, Planungs- und Verkehrsausschusses nicht lange bitten. Sieben Anwohner, die an der Gallitzin-Passage leben, nutzten die Sitzungsunterbrechung am Donnerstag, um vor allem eins zu äußern: Sorge. Die meisten bemängeln schon jetzt zu viel (Liefer-)Verkehr und werktags Lärm ab dem frühen Morgen. Wenn, wie der Besitzer der Immobilie es beantragt hat, jetzt ein 2000-Quadratmeter-Lebensmittel-Vollsortimenter dort die Nahversorgung auch des entstehenden Baugebiets In de Brinke abdecken soll, schwant ihnen meist Übles.

Ein vorhabenbezogener B-Plan soll Details klären. Mehr als dessen Offenlage, die unter anderem Basis für das weitere Planungsverfahren ist, hatte der Ausschuss am Donnerstag gar nicht zu beschließen.

Wir kommen jetzt schon nicht mehr aus unserer Ausfahrt heraus.

Eine Anwohnerin

Ob das vom Investor Geplante dort „möglich und vertretbar“ ist, das hatte Baudirektor Peter Pesch der Diskussion im Gremium vorausgeschickt, das werde man im weiteren Verfahren klären. Fest stehe, dass der Standort für die Nahversorgung in diesem Stadtviertel wichtig sei. In einem Durchführungsvertrag werden sich dann Stadt und Bauherr darüber einigen: „Wer macht wann was?“

Andreas Hornung wollte seitens der SPD sicherstellen, dass es hier auch nur um die Offenlage und nicht um einen Beschluss für die Realisierung der Investorenpläne gehe – oder ob er das falsch verstehe? „Das würden Sie falsch verstehen“ beruhigte ihn Peter Pesch – das Verfahren werde nur eröffnet.

Die Politik ist da ganz eng mit im Boot.

Ausschussvorsitzender Wilhelm Schöning (CDU)

Auch Peter Steinkamp war es für die CDU wichtig, dass die Zustimmung seiner Fraktion „nur als Anstoß für die Planung“ zu verstehen sei, so lange noch keine Ergebnisse etwa zur erwartbaren Verkehrsbelastung vorliegen. „Die Auswirkungen zu erarbeiten, ist natürlich gut.“

Dann machte Willi Schöning das Angebot an die Runde von etwa einem Dutzend Zuhörer, die offenbar zu den Anliegern der jetzigen Passage gehören. Einer regte an, genau auf die Verkehrsentwicklung zu achten und die Bauhöhe des geplanten Marktes nicht höher zuzulassen als jetzt. Auf seine Anregung, den Anlieferverkehr besser zu regeln, reagierte Baudirektor Pesch mit dem Hinweis auf eine sehr umfangreiche Bürgerbeteiligung. Was dort entstehen solle, müsse sich „in die Umgebung einfügen“.

Fraktionen: Wollen keine Vorfestlegung

Dass der Verkehr auf der Fürstenbergstraße schon jetzt grenzwertig sei, dass mancher sich fragt, wer den befürchteten Wertverlust seines Hauses trägt – für diese Fragen und Hinweise zeigte sich Pesch dankbar. Und Wilhelm Schöning (CDU) wies nach Ende der Fragerunde darauf hin, dass sich Rat und Ausschüsse ihrer Verantwortung bewusst seien: „Die Politik ist da ganz eng mit im Boot.“ Man sorge dafür, dass alle Bürger beteiligt werden.

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