Frauenhaus legt Jahresbericht vor
Die Zahlen erschrecken immer wieder

Warendorf -

Die Zahlen erschrecken – immer wieder: 69 Frauen und 65 Kinder haben im vergangenen Jahr im Warendorfer Frauenhaus gelebt. „Mit 5980 Übernachtungen war das Frauenhaus sehr hoch ausgelastet. In Spitzenzeiten waren wir voll belegt, und wir mussten immer wieder Anfragen ablehnen“, legten die Frauenhaus-Mitarbeiterinnen Anneli Krieter und Jasmin Hofmann gestern den Jahresbericht 2017 vor.

Donnerstag, 17.05.2018, 16:05 Uhr

Wenn Frauen im Frauenhaus Zuflucht suchen, finden sie dort Schutz, egal woher sie kommen. Das Haus ist ein etabliertes und bewährtes Instrument der Hilfe für Frauen und deren Kinder, die in ihren häuslichen Lebensumständen Gewalt ausgesetzt sind.

Circa ein Drittel der Frauen gelang der Übergang in eine eigene Wohnung, ein Drittel fand andere Unterbringungsmöglichkeiten bei Freunden, in der Familie oder in anderen Einrichtungen. Und ein Drittel kehrt mit der Option zurück, dass eine Stabilisation in der häuslichen Situation möglich wäre. Fast alle Frauen, die in eigene Wohnungen zogen, waren drei Monate und länger im Frauenhaus.

Vieles in der Statistik 2017 erinnert an Berichte in den Jahren davor. Problematisch sei nach wie vor die finanzielle Situation des Frauenhauses, sagen die Mitarbeiterinnen. Was immer noch fehle, sei eine Finanzierung der Frauenhäuser, die es ermögliche, „dass jede Frau unabhängig von Aufenthalts-Status und Einkommen Aufnahme und Schutz im Frauenhaus und vor allem eine ausreichende und angemessene fachlich qualifizierte Beratung und Hilfe findet.“ So lange das nicht der Fall ist, sei das Frauenhaus nach wie vor auf Spenden und ehrenamtliche Mitarbeit angewiesen.

Die Arbeit erfordere überdurchschnittlich viel Freizeiteinsatz, so Annelie Krieter. Allein das Einholen von Kostenzusagen der betreffenden Ämter dauere oft Monate. Viele Frauen seien damit überfordert. Für die Betroffenen entstehe eine Versorgungslücke, die nur dadurch gestopft werden könne, dass sie im Frauenhaus bleiben. Dieser eklatante Mangel führe zu folgenden Dilemma: „Wir übernehmen Aufgaben, die weit über die möglichen Leistungen hinausgehen.“

Träger des Frauenhauses ist der Verein „Frauen helfen Frauen“. Seit der Gründung im Jahre 1980 fanden fast 5000 Frauen und Kinder Zuflucht aus einer Gewaltsituation im Frauenhaus. Über den Förderverein „Rettungsring“ laufen die Spenden:

Volksbank eG; IBAN DE46 412 625 01 3417 010 400

 

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