Bereits vor Übergabe „nicht mehr ansprechbar“
Personalnot im Bauamt treibt merkwürdige Blüten – Kreis übernimmt Montag

Warendorf -

„Das Bauamt führt keine Beratungsgespräche mehr durch, bitte wenden Sie sich für eine Bauberatung an den Kreis.“ Dieser Hinweis ist mittlerweile wieder von der städtischen Homepage gelöscht worden. Denn erst ab kommenden Montag, 23. Juli, nimmt der Kreis die mit der Stadt Warendorf geschlossene öffentlich rechtliche Vereinbarung wahr. Das Bauamt der Stadt hatte sich aber bereits am Freitag, den 13. Juli, für nicht mehr ansprechbar erklärt.

Donnerstag, 19.07.2018, 04:00 Uhr

Bereits vor Übergabe „nicht mehr ansprechbar“: Personalnot im Bauamt treibt merkwürdige Blüten – Kreis übernimmt Montag
Das Warendorfer Rathaus. Foto: Kreis Warendorf

Die Personalnot im Bauamt der Stadt Warendorf treibt merkwürdige Blüten. 24 Stunden, nachdem der Rat der Stadt Warendorf der Übernahme der städtischen Bauaufsicht bis zum 31. Januar 2019 durch den Kreis zugestimmt hat, taucht auf der Homepage der Stadt „Leben in Warendorf“ bereits der Hinweis auf: „Das Bauamt führt keine Beratungsgespräche mehr durch, bitte wenden Sie sich für eine Bauberatung an den Kreis.“

Dieser Hinweis ist mittlerweile wieder von der Homepage gelöscht worden. Denn erst ab kommenden Montag, 23. Juli, nimmt der Kreis die mit der Stadt Warendorf geschlossene öffentlich rechtliche Vereinbarung wahr. Die Bezirksregierung Münster hat dem Kreis Warendorf dafür am Mittwoch grünes Licht gegeben – die öffentlich-rechtliche Vereinbarung wird am Freitag, 20. Juli, im Amtsblatt der Bezirksregierung veröffentlicht.

Das Bauamt der Stadt hatte sich aber bereits am Freitag, den 13. Juli, für nicht mehr ansprechbar erklärt.

Vier der fünf Mitarbeiter haben gekündigt

Der Kreis Warendorf, so Pressesprecher Thomas Fromme , erwartet – wie vereinbart – drei von der Stadt Warendorf entsandte Mitarbeiter: ein Prüfingenieur, einen Bauaufseher und einen Verwaltungsmitarbeiter. Fromme: „Das müssen nicht alles Prüfingenieure sein.“

Wie bereits berichtet, haben vier der fünf mit der Bauordnung betreuten Mitarbeiter im städtischen Bauamt gekündigt, so dass es nur noch einen Prüfingenieur gibt. Die Stadt ist nicht mehr in der Lage, Baugenehmigungen zu bearbeiten. Um die mit dem Kreis getroffene Vereinbarung einzuhalten, müssen jetzt zwei Mitarbeiter aus der Stadtplanung abgezogen werden.

Im Kreishaus, so Fromme , werde es keine extra „SOKO Warendorf“ geben. Die Mitarbeiter aus dem städtischen Bauamt würden auch für die Bearbeitung anderer Fälle im Kreis eingesetzt. Der Kreissprecher erwartet aus Warendorf über hundert unerledigte Akten, die es jetzt aufzuarbeiten gilt. Fromme betont allerdings: „Wer jetzt meint, diese Fälle wären von heute auf morgen erledigt, der irrt gewaltig.“ Auf den Kreis komme durch die Übernahme der Warendorfer Fälle ein Mehraufwand zu, der eigentlich nur durch einen Personalaufwand von zusätzlich 6,5 Stellen gedeckt werden könnte. In der Realität seien es aber nur drei Stellen.

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