Thomas Rehberg verlässt Deula und geht nach Tansania
Eine Lebensentscheidung

Warendorf -

„Mir fällt das Weggehen auch nicht leicht. Aber ich habe dieses Angebot bekommen, und ich habe ziemlich schnell zugesagt. Und jetzt ist das halt so.“ Das Angebot an Thomas Rehberg, Fachbereichsleiter Land- und Baumaschinentechnik bei der Deula, kam vom Westdeutschen Handwerkskammertag. Rehberg wurde anlässlich eines Symposiums im tansanischen Daressalam gefragt, ob er sich vorstellen könnte, im Rahmen eines Entwicklungshilfe-Projektes die Ausbildung der Land- und Baumaschinenmechatroniker in Tansania zu strukturieren und zu verbessern.

Sonntag, 22.07.2018, 12:56 Uhr

Zukunft gesichert: Deula-Geschäftsführer Björn Plaas mit Richard Poppenborg (Mitte), der Thomas Rehberg (rechts) als Fachbereichsleiter Land- und Baumaschinentechnik nachfolgt.
Zukunft gesichert: Deula-Geschäftsführer Björn Plaas mit Richard Poppenborg (Mitte), der Thomas Rehberg (rechts) als Fachbereichsleiter Land- und Baumaschinentechnik nachfolgt. Foto: Deula

Es ist mehr als eine einfache Personalie: Wenn ein Impulsgeber eines DAX-notierten Unternehmens den Arbeitsplatz wechselt, wird man an der Börse schon mal sehr aufmerksam. Nun ist die Deula Westfalen-Lippe ein Bildungszentrum und keine Aktiengesellschaft, aber Thomas Rehberg als Fachbereichsleiter Land- und Baumaschinentechnik ist als einer ihrer Impulsgeber bundesweit bekannt, und er verlässt nach 22 Jahren die Stätte seines Wirkens. Insofern schaut die grüne Branche schon sehr genau hin, was in Warendorf passiert.

Die gute Nachricht vorweg: Es ist kein Gang im Unguten, sondern eine Lebensentscheidung. Der Abschied fiel allen schwer. Sogar die Azubis, gerade zur überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung zum ersten Mal bei der Deula, haben ein Lied einstudiert: „Junge, komm bald wieder!“ von Freddy Quinn . Es gab viele Umarmungen. Und ein paar verdrückte Tränen.

„Mir fällt das Weggehen auch nicht leicht. Aber ich habe dieses Angebot bekommen, und ich habe ziemlich schnell zugesagt. Und jetzt ist das halt so.“ Das Angebot an Thomas Rehberg kam vom Westdeutschen Handwerkskammertag. Rehberg wurde anlässlich eines Symposiums im tansanischen Daressalam gefragt, ob er sich vorstellen könnte, im Rahmen eines Entwicklungshilfe-Projektes die Ausbildung der Land- und Baumaschinenmechatroniker in Tansania zu strukturieren und zu verbessern.

Vor 22 Jahren, als er bei der Deula als Quereinsteiger begann, war diese in der Ausbildung der Land- und Baumaschinenmechaniker schon recht gut aufgestellt. Aber spätestens mit seiner Qualifizierung zum „Technischen Lehrer“ begann eine beispiellose Erfolgsgeschichte: Gemeinsam mit seinem Vorgänger Ludger Diercks und der Geschäftsführung plante er das heutige „Fachzentrum Land- und Baumaschinentechnik“, das in der Branche einen erstklassigen Ruf genießt. „Er hat mit seinem Team das Fachzentrum mit Leben und Inhalten gefüllt und ist auf die vielen Azubis eingegangen - denn die Ausstattung alleine macht keinen guten Unterricht. Ich sehe in ihm einen Menschen, der als Lehrer seine Berufung gefunden hat“, war Deula-Geschäftsführer Björn Plaas voll des Lobes. „Er hat sich die Verbesserung der Lehre auf die Fahnen geschrieben, hat als Mentor neue Lehrer ausgebildet, hat neue Lehrgänge entworfen und hat heute nicht umsonst den Vorsitz im Meisterprüfungsausschuss inne.“

Was Rehberg aber besonders auszeichne, sei seine hervorragende Qualität als Netzwerker: „Egal, wo er hinkommt, er lernt sofort Menschen kennen. So haben wir hervorragende Kontakte zur Wirtschaft, die die Qualität der Ausbildung in diesem Fachbereich mit befördern!“ Sein jüngster Coup: Das Hamburger Weltunternehmen Jungheinrich wird seine Azubis aus den Niederlassungen in ganz Deutschland nach Warendorf zur überbetrieblichen Ausbildung schicken.

Für Kontinuität ist allerdings schon gesorgt: Mit Richard Poppenborg folgt Rehberg aus den eigenen Reihen ein ebenso begeisterter wie berufener Lehrer und Experte als Fachbereichsleiter nach. „Ich würde euch doch nicht verlassen, wenn ich nicht wüsste, dass es hier gut weitergeht. Schließlich muss ich ja spätestens zu den Meisterprüfungen immer wieder herkommen.“ Der Junge kommt also tatsächlich wieder.

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