Gastronomen vom Markt stinksauer: Stadt misst bei Pferdeprozession mit zweierlei Maß
Andere Regeln für Würstchen- und Bierstand?

Warendorf -

Kein Verständnis haben die drei Gastronomen vom Markt, Toni Pisanelli (In Mezzo und Eiscafé), Halil Basaran (Extrablatt) und Peter Grewer (Minibar) dafür, dass Stühle und Tische radikal während der Pferdeprozession abgebaut werden mussten – zu gefährlich, falls ein Pferd mal durchgeht. Dass diese Vorschrift aber nicht für Bierwagen und Würstchenbude gilt, ärgert sie. Da werde mit zweierlei Maß gemessen.

Dienstag, 14.08.2018, 04:00 Uhr

Die drei Gastronomen vom Markt sind stinksauer. Toni Pisanelli (In Mezzo und Eiscafé), Halil Basaran (Extrablatt) und Peter Grewer (Minibar) mussten am vergangenen Samstag aufgrund verschärfter Sicherheitsvorkehrungen bei der Pferdeprozession erstmals alle Tische und Stühle vom Marktplatz räumen – auch die Außengastronomie vor den Häuserwänden durfte nicht stehenbleiben. Auf- und Abbau – ein Mordsaufwand für drei Stunden, beteuern sie. Dem Trio stößt dabei übel auf, dass die Stadt anscheinend die Genehmigung für die Bewirtschaftung eines Bier- und eines Würstchenstandes mitten auf dem Markt erteilt hat. „Nichts gegen die Betreiber, aber was hat das bitteschön noch mit einem Sicherheitskonzept zu tun?“, wettert Toni Pisanelli. Und er nimmt kein Blatt vor den Mund: „Die Stadt ist mittlerweile darauf spezialisiert, alles kaputt zu kriegen. Einfach lächerlich“, findet er. Da werden für ein Sicherheitskonzept Duisburger Verhältnisse zugrunde gelegt. Der Warendorfer Marktplatz hat fünf Ausgänge und somit auch fünf Fluchtwege.“ Es mache einfach keinen Spaß mehr, so der Italiener, dabei sollte die Stadt froh sein, dass die drei Gastronomen etwas für Warendorf bewegten.

Das findet auch Peter Grewer, Inhaber der Minibar: „Ohne uns wäre der Marktplatz tot.“ Klare, gehe Sicherheit vor, doch sei am Samstag nicht ein Pferd vor seiner Minibar „vorbeigehoppelt“. Immer wieder habe er Besuchergruppen wegschicken müssen, die gerne die Pferdeprozession sitzend verfolgt hätten. „Ich habe an dem Tag viel Geld verloren.“ Er habe mittlerweile den Eindruck, dass die Stadt die Marktplatz-Gastronomen nur ins Boot hole, wenn diese sich präsentieren möchte: „Wir sind halt da, und manchmal stören wir.“ Andersherum tue die Stadt nichts für die Gastronomen. Eine Auffassung, die auch Toni Pisanelli teilt. Er vermutet, dass die Genehmigung für Biertheke und Würstchenstand vor den verschärften Sicherheitsauflagen erteilt wurde. Kein Verständnis hat auch Halil Basaran vom Extrablatt dafür, dass Stühle und Tische radikal abgebaut werden müssen – zu gefährlich, falls ein Pferd mal durchgeht. Dass diese Vorschrift aber nicht für Bierwagen und Würstchenbude gilt, ärgert ihn. Da werde mit zweierlei Maß gemessen.

Die Stadt vermochte gestern noch keine abschließende Aussage zu treffen, Man habe sich allerdings die gleiche Frage gestellt und außerdem gefragt, ob die Betreiber überhaupt eine Genehmigung für ihre Standplätze auf dem Marktplatz hatten. Diese Fragen könnten allerdings erst am Dienstag geklärt werden, da der zuständige Sachbearbeiter in Urlaub sei, bat ein Sprecher der Stadt um Verständnis.

André Pöppelmann kann die ganze Aufregung nicht verstehen. Seit über zehn Jahren stehe er mit seinem Würstchenstand während der Pferdeprozession auf dem Markt – im vergangenen Jahr auf dem Wilhelmlatz, weil der Mark saniert wurde. Auf die Frage nach einer Genehmigung für seinen Stand, verwies Pöppelmann auf den Veranstalter der Pferdeprozession und dessen Vorsitzenden Jörg Drewes. „Ich brauchte nie eine Genehmigung beantragen, das lief all die Jahre im Rahmen des Gesamtkonzeptes, das der Verein zur Förderung der Pferdeprozession bei der Stadt gestellt hat.“

Das bestätigt auch Drewes. Gleiches gelte für den Getränkestand der Firma Holtkamp, so der Vorsitzende. Ihm sei seitens der Stadt auch im Rahmen der verschärften Sicherheitsauflagen nichts Gegenteiliges gesagt worden, wundert sich Drewes im Nachhinein über die Unruhe. „Es ist immer so gewesen, warum sollte es jetzt auf einmal anders sein?“

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