Gewässerrenaturierung an der Bever
„Vinnenberg wird noch schöner“

Milte -

In eine naturnahe Gewässeraue verwandelt werden soll ein 1,5 Hektar großes Areal vis-à-vis von Kloster Vinnenberg. Die Bagger sind bereits angerückt. Am Donnerstag erfolgte der symbolische erste Spatenstich.

Donnerstag, 23.08.2018, 18:00 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 23.08.2018, 18:00 Uhr
Landrat Dr. Olaf Gericke (4. v. l.) und Bürgermeister Axel Linke übernahmen am Donnerstagmittag den symbolischen ersten Spatenstich für die Gewässerrenaturierungsmaßnahme „Bever in Vinnenberg“. Ulrike Fischer-Danwerth (4. v. r.) und Ulrich Fischer (5. v. r.) haben für die Maßnahme (kleines Foto) eine 1,5 Hektar große Fläche zur Verfügung gestellt.
Landrat Dr. Olaf Gericke (4. v. l.) und Bürgermeister Axel Linke übernahmen am Donnerstagmittag den symbolischen ersten Spatenstich für die Gewässerrenaturierungsmaßnahme „Bever in Vinnenberg“. Ulrike Fischer-Danwerth (4. v. r.) und Ulrich Fischer (5. v. r.) haben für die Maßnahme (kleines Foto) eine 1,5 Hektar große Fläche zur Verfügung gestellt. Foto: Joke Brocker

Vor etwa zwei Wochen war es mit der Ruhe und Beschaulichkeit rund um Kloster Vinnenberg erst einmal vorbei. Mit schwerem Gerät sind Mitarbeiter der Firma Pries angerückt, um ein 1,5 Hektar großes Areal, das sich im Besitz der Familie Fischer-Danwerth befindet, in eine naturnahe Gewässeraue zu verwandeln. „Vinnenberg wird noch schöner“, zeigte sich denn auch Landrat Dr. Olaf Gericke überzeugt, als er am Donnerstagmittag, gemeinsam mit Bürgermeister Axel Linke, den symbolischen ersten Spatenstich vornahm. Von der 320 000 Euro teuren Maßnahme, die zu 80 Prozent vom Land und zu je zehn Prozent von Kreis und Stadt finanziert wird, profitiere, abgesehen von den Besuchern Vinnenbergs,

die Natur. Auch der Famimi-

milienrat habe das so gesehen, erklärte Ulrich Fischer, um schmunzelnd hinzuzufügen: „Viel attraktiver muss Vinnenberg nicht werden, sonst haben wir keine Ruhe mehr.“ An Ruhe ist jedoch vorerst nicht zu denken. Noch mindestens fünf bis sechs Wochen dauert es laut Moritz Hillebrand vom Wasser- und Bodenverband Warendorf-Nord, bis durch Bodenabtrag Auenstandorte neu geschaffen, verlandete Teiche als Auengewässer reaktiviert, als Wanderhindernisse für Gewässerorganismen wirkende Querbauwerke durchlässig sind und die Bever durch die neu geschaffene Aue mäandriert. Der Verlauf der Bever bleibe für den Hochwasserabfluss erhalten, stellte Hillebrand klar, als er den Hintergrund der von der Landwirtschaft mitgetragenen Umsetzung dieser Gewässerentwicklungsmaßnahme erläuterte. Der Wasser- und Bodenverband Warendorf-Nord als Auftraggeber trage zur Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie bei, die bis spätestens 2027 einen „guten ökologischen Zustand“ in allen Flüssen und Bächen fordert. Endgültig abgeschlossen sein werde die Renaturierung wohl erst mit den Anpflanzungen im Herbst.

Wie schnell man sich an den Anblick der renaturierten Fluss- und Bachläufe gewöhnt, verdeutlichte der Landrat an den Beispielen bereits erfolgter Maßnahmen in Einen-Müssingen und Sendenhorst. Dort erinnere inzwischen nichts mehr an die nach dem Krieg auch aus wirtschaftlichen Gründen begradigten Wasserläufe: „Es sieht aus, als wäre es immer so gewesen.“

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