Unternehmer-Frühstück des Bürgermeisters ruft B 64n-Gegner auf den Plan
Lautstarker Protest und viele Zahlen

Warendorf -

„Am Montag hatten wir die Demonstration angemeldet, da sollte das Unternehmerfrühstück des Bürgermeisters noch im Rathaus stattfinden. Die da oben und wir Bürger hier unten – das war unsere Intention. Ein Schelm, der Böses dabei denkt, dass der Bürgermeister die Veranstaltung kurzerhand in den Sophiensaal verlegte“, erklärte sich Karsten Birkemeier, Mitglied der vier Interessengemeinschaften (G4-Initiative) gegen den Bau der Umgehungsstraße. Er freute sich aber um so mehr, dass am Freitagmorgen um 8 Uhr so viele Bürger, darunter auch die Fraktionsvorsitzenden von SPD, Grüne und FWG des Warendorfer Stadtrates an der Demonstration teilnahmen.

Freitag, 12.10.2018, 15:32 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 12.10.2018, 15:32 Uhr
Die Gegner der B 64n halten den Bau für eine Katastrophe. Insbesondere die großen Dimensionen der Trasse stoßen auf Widerstand.
Die Gegner der B 64n halten den Bau für eine Katastrophe. Insbesondere die großen Dimensionen der Trasse stoßen auf Widerstand. Foto: Joachim Edler

Während Bürgermeister Axel Linke am Freitagmorgen im Sophiensaal ein Frühstück für Unternehmer veranstaltete, um für den Ausbau der Umgehungsstraße B 64n zu werben, demonstrierten an die 100 Umgehungsstraßen-Gegner vor der historischen Kulisse des Warendorfer Rathauses gegen die Trasse: „Kein Bau der monumentalen B 64n!“

„Am Montag hatten wir die Demonstration angemeldet, da sollte das Unternehmerfrühstück des Bürgermeisters noch im Rathaus stattfinden. Die da oben und wir Bürger hier unten – das war unsere Intention. Ein Schelm, der Böses dabei denkt, dass der Bürgermeister die Veranstaltung kurzerhand in den Sophiensaal verlegte“, erklärte sich Karsten Birkemeier, Mitglied der vier Interessengemeinschaften (G4-Initiative) gegen den Bau der Umgehungsstraße. Er freute sich aber um so mehr, dass so viele Bürger, darunter auch die Fraktionsvorsitzenden von SPD, Grüne und FWG des Warendorfer Stadtrates an der Demonstration teilnahmen.

In einem gemeinsamen Protestzug unter Begleitung der Polizei zogen die B 64n-Gegner vom Rathaus zum Sophiensaal, wo sie dem Bürgermeister eine Resolution und Unterschriftenliste überreichten. Inhalt: Über 100 Unternehmer sprechen sich darin gegen den Bau der Umgehungsstraße aus. Mit der Resolution unterstreichen sie, warum die Planung der B 64n für Warendorf eine „Katastrophe“ darstelle. Ihre Argumente: Verdopplung des Verkehrs in Ost-West-Richtung auf Warendorfer Stadtgebiet, Zerschneidung intakter Bauerschaften durch Führung der Straße in „Dammlage“; immenser Flächenverbrauch von insgesamt rund 500 Hektar, Existenzbedrohung für landwirtschaftliche Betriebe; starke Verlärmung in Wohngebieten und Bauerschaften; Zerstörung der Naherholungsgebiete vor den Toren Warendorfs.

Ganz anders sehen das die Experten vom Landesbetrieb Straßen.NRW, Dirk Griepenburg und Bernhard Epmann, die zeitgleich im Sophiensaal ihre Sicht der Dinge darstellten: Mit der B 64n und der Ortsumgehung Freckenhorst würden beide Innenstadtlagen extrem entlastet, die Trassen brächten eine enorme Zeitersparnis bei der Durchfahrt und somit insgesamt weniger Abgas- und Lärmbelastungen.

Je nachdem, wie das Verfahren verlaufe, könne das Planfeststellungsverfahren in rund drei Jahren abgeschlossen sein. Bei einer Bauzeit von rund drei Jahren, könne die neue Straßenführung 2025 Realität sein. Untermalt wurden ihre Ausführungen allerdings durch die Parolen der Gegner vor dem Saal: „Straße weg – hat keinen Zweck!“

Wie auch immer der Abwägungsprozess sich weiter entwickelt: Bürgermeister Axel Linke hofft dabei auf eines: „Dass wir alle vernünftig miteinander umgehen.“

 

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