Unternehmerfrühstück im Zeichen der Ortsumgehung
„Fairer Abwägungsprozess“

Warendorf -

Schöne neue Welt im Jahr 2025? Wenn es nach den Zahlen geht, die Dirk Griepenburg, Leiter der Region Münsterland bei Straßen.NRW, und sein Projektleiter Bernd Epmann beim Unternehmerfrühstück am Freitag im Sophiensaal vorstellten, könnte diese Vision wahr werden. Würde die B64n – und parallel dazu die Umgehung für Freckenhorst – bis dahin Realität, rechnet der Landesbetrieb mit einer Entlastung der Warendorfer Innenstadt von über 40 Prozent beim Kfz-Verkehr und mehr als 80 Prozent beim Schwerlastverkehr. Die Prognosen für Freckenhorst seien ebenfalls beeindruckend: gut 50 Prozent Entlastung bei den Kraftfahrzeugen, mehr als 45 Prozent bei den Lkw.

Freitag, 12.10.2018, 16:48 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 12.10.2018, 00:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 12.10.2018, 16:48 Uhr
Bernhard Kremann, Vorsitzender der Bürgerinitiative Verkehrskonzept Warendorf (BVW), überreichte Bürgermeister Axel Linke eine Unterschriftenliste und Petition gegen die B64n.
Bernhard Kremann, Vorsitzender der Bürgerinitiative Verkehrskonzept Warendorf (BVW), überreichte Bürgermeister Axel Linke eine Unterschriftenliste und Petition gegen die B64n. Foto: Ines-Bianca Hartmeyer

Die neue Trassenführung bringe zudem eine stattliche zeitliche Ersparnis mit sich: Laut Messungen brauchen Fahrzeuge derzeit etwa 16 Minuten, um Warendorf zu passieren. „Mit der Umgehung wären das in Zukunft nur noch sechs Minuten – das ist ein enormer Wirtschaftlichkeitsfaktor“, rechnete Epmann vor. Beide Experten machten noch einmal deutlich, dass der Nutzenfaktor in Bezug auf das Gesamtprojekt zwischen Münster und Herzebrock-Clarholz den Kostenfaktor um das Sechsfache übersteige. „Wir müssen anfangen, über Verbesserungsmaßnahmen nachzudenken“, betonte Dirk Griepenburg.

Genau dieses Stichwort jedoch sorgt seit Jahren für Unruhe in der Stadt. Bedeuten die umfangreichen Maßnahmen am Ende wirklich eine Verbesserung? Die Gegner der Baumaßnahmen liefen nicht nur vor dem Sophiensaal mit Trillerpfeifen und Bannern Sturm, sondern meldeten sich auch auf der Veranstaltung selbst zu Wort: „Mehr als 100 Unternehmer haben sich unserer Meinung angeschlossen, dass diese Straße total überzogen ist“, unterstrich Bernhard Kremann, Vorsitzender der Bürgerinitiative Verkehrskonzept Warendorf (BVW), und überreichte Bürgermeister Axel Linke eine entsprechende Unterschriftenliste und Petition. Auch er hatte Zahlen im Gepäck: „Insgesamt reden wir von 100 Hektar Flächenverbrauch nur für das kleine Warendorf.“ Er appellierte an den Bürgermeister, in dieser Sache nicht nur auf die Parteilinie zu schauen, sondern sich „die Zeit zu nehmen, allen Bürgern zuzuhören, um einen fairen Abwägungsprozess in Gang zu setzen“.

Widerstand auf breiter Front? Es gab auch andere Meinungen wie beispielsweise die der direkt von der jetzigen Verkehrsbelastung betroffenen Warendorferin Cornelia Köster: „Ich finde es nicht gut, wie Sie alle Bürger als ‚Wir‘ vereinen – das muss man schon differenzieren“, wandte sie sich an Kremann. Unterstützung erhielt sie von Carl Pinnekamp, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses: „Die überwiegende Zahl der Unternehmer ist aus wirtschaftlichen Gründen für die B64n.“

Bürgermeister Axel Linke, der zu Beginn den zum Teil scharfen Ton der Gegner kritisiert hatte, betonte, dass auch ihm an einer guten Abwägung gelegen sei. Und wenn die Entscheidung für die Baumaßnahmen endgültig gefallen sei? „Dann kann meiner Ansicht nach der einzig richtige Weg ein Flurbereinigungsverfahren sein.“

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