Die Malerin Julie Wolfthorn im Westpreußischen Landesmuseum
„Vergessen Sie uns nicht“

Warendorf -

Nach der Pogromnacht bereitete Julie Wolfthorn ihre Flucht vor, doch da war es schon zu spät. „Bitte vergessen Sie uns nicht“ schrieb die Malerin noch eilig in einem Brief, unmittelbar vor ihrer Deportation. Zwei Jahre später starb sie im „Künstlerghetto“ Theresienstadt an den Folgen miserabler Haftbedingungen. Das Westpreußische Landesmuseum in Warendorf zeigt vom 20. Oktober bis zum 24. März 2019 Arbeiten der Malerin.

Donnerstag, 18.10.2018, 16:00 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 17.10.2018, 12:34 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 18.10.2018, 16:00 Uhr
Letzte Vorbereitungen zur Eröffnung am Samstag: Die stellvertretende Museumsleiterin Jutta Fethke kuratiert die Ausstellung „Die Malerin Julie Wolfthorn“ im Westpreußischen Landesmuseum.
Letzte Vorbereitungen zur Eröffnung am Samstag: Die stellvertretende Museumsleiterin Jutta Fethke kuratiert die Ausstellung „Die Malerin Julie Wolfthorn“ im Westpreußischen Landesmuseum. Foto: Ulrich Coppel

Julie Wolfthorn hieß eigentlich Julie Wolf “ berichtet Jutta Fethke, stellvertretende Direktorin des Westpreußischen Landesmuseums. Als Jüdin wurde sie 1864 im westpreußischen Thorn geboren. „Mit ihrem Künstlernamen unterstrich sie ihre Heimatverbundenheit.“

In der Tat: Julie Wolfthorns Vita hat viele Stationen. Bereits mit sechs Jahren war sie Vollwaise, sie wuchs bei ihren Großeltern auf. Da es während ihrer Jugend Frauen verwehrt war, an staatlichen Kunstakademien zu studieren, fand sie ihre Meister im privaten Unterricht oder an privaten Schulen in München oder Paris. In Berlin wurde Wolf­thorn um die Jahrhundertwende bald zu einer Netzwerkerin. Mit Käthe Kollwitz gründete sie die Verbindung bildender Künstlerinnen. Später engagierte sie sich auch im „Hiddensoer Künstlerinnebund“.

Besonders ihre im impressionistischen Stil gemalten Porträts von Frauen aus großbürgerlichen Verhältnissen sind berühmt. Nach der Pogromnacht bereitete Wolfthorn ihre Flucht vor, doch da war es schon zu spät. „Bitte vergessen Sie uns nicht“ schrieb die Malerin noch eilig in einem Brief, unmittelbar vor ihrer Deportation. Zwei Jahre später starb sie im „Künstlerghetto“ Theresienstadt an den Folgen miserabler Haftbedingungen. Die Ausstellung ist von Samstag, 20. Oktober (Vernissage um 16 Uhr), bis zum 24. März 2019 zu sehen.

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