Tag des Schornsteinfegers
Jeden Tag Glücksbringer

Warendorf -

Am Tag des Schornsteinfegers ist die Nachwuchsförderung ein zentrales Thema. WN-Redakteurin Joke Brocker sprach darüber mit Bezirksschornsteinfegermeister Andreas Marschan.

Mittwoch, 17.10.2018, 14:06 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 17.10.2018, 14:06 Uhr
Schornsteinfegermeister Andreas Marschan, dessen Kehrbezirk Teile von Warendorf und Sassenberg umfasst, erläutert, was es mit dem „Tag des Schornsteinfegers“ auf sich hat.
Schornsteinfegermeister Andreas Marschan, dessen Kehrbezirk Teile von Warendorf und Sassenberg umfasst, erläutert, was es mit dem „Tag des Schornsteinfegers“ auf sich hat. Foto: Joke Brocker

Am Montag findet bundesweit der Tag des Schornsteinfegers statt. Was es mit diesem Tag auf sich hat, hat sich WN-Redakteurin Joke Brocker von Schornsteinfegermeister Andreas Marschan , dessen Kehrbezirk Teile von Warendorf und Sassenberg umfasst, erklären lassen.

Seit wann gibt es den Tag des Schornsteinfegers und welchen Zweck hat er?

Marschan: Den Tag des Schornsteinfegers gibt es seit 2010. Der Tag des Schornsteinfegers ist der Tag, der alleine die Interessen und Themen des Schornsteinfegerhandwerks in den Mittelpunkt rückt. Er ist eine Aktion von und mit Schornsteinfegern aus dem ganzen Bundesgebiet. Ein wichtiges Thema am Tag des Schornsteinfegers ist die Nachwuchsförderung. Am 15. Oktober sowie in der begleitenden Aktionswoche bis zum 20. Oktober stellen Betriebe, Innungen und Landesverbände jungen Menschen ihren Beruf vor.

Die Schornsteinfeger sammeln an diesem Tag für wohltätige Zwecke in der Region. Gilt das auch für Sie? Welche Zwecke unterstützen Sie?

Marschan: Wir haben schon in diesem Jahr gesammelt. Es gibt eine bundesweite Hilfsaktion von Schornsteinfegern – übrigens die größte private Hilfsaktion. Diese fährt immer im Sommer mit dem Rad binnen einer Woche quer durch Deutschland – rund 1000 Kilometer – und sammelt Spenden. In diesem Jahr sind bei dieser Sammelaktion rund 200 000 Euro zusammen gekommen. Da die Tour in diesem Jahr auch durch unseren Regierungsbezirk verlief, haben wir größere Summen gespendet als in den anderen Jahren. Sowohl unsere Kreisgruppe als auch die Innung hat einen vierstelligen Betrag gespendet! Die Aktion nennt sich Glückstour.

Ist es schwierig, in Ihrem Beruf Auszubildende zu finden?

Marschan: Auszubildende zu finden war in den vergangenen Jahren, entgegen dem Trend im gesamten Handwerk, bei den Schornsteinfegern kein Problem. Außer im letzten Jahr haben wir immer einen guten Schnitt in der Ausbildung. Da wir aber in den nächsten Jahren einen hohen Wechsel in der Besetzung der Kehrbezirke haben werden, wird überproportional Nachwuchs gesucht.

Welche Voraussetzungen sollte ein Auszubildender mitbringen?

Marschan: Voraussetzungen für eine Ausbildung zum Schornsteinfeger sind vor allem Interesse an Technik, Mathe, Physik und Chemie. Die Bildungsabschlüsse sind dabei außen vor. Sicherlich hat der Auszubildende es einfacher, wenn der Schulabschluss höher ist, kann sich aber alles im Laufe der Ausbildung erarbeiten. Es ist hilfreich, wenn man keine Angst vor Höhe hat und gerne draußen arbeitet.

Wie lange dauert die Ausbildung und wie sind danach die beruflichen Perspektiven?

Marschan: Die Ausbildung bei uns im Handwerk dauert drei Jahre und kann unter bestimmten Voraussetzungen um ein halbes Jahr verkürzt werden. Die meisten Schornsteinfeger besuchen kurze Zeit danach die Meisterschule, um dann nach circa anderthalb Jahren die Meisterprüfung zu absolvieren. Mit erfolgreicher Meisterprüfung darf ein Schornsteinfegermeister seinen eigenen Betrieb gründen und Schornsteinfegerarbeiten anbieten (nach Eintrag in die Handwerksrolle). Ziel vieler Schornsteinfegermeister bleibt jedoch der eigene Bezirk: Nach einigen Jahren Berufserfahrung bewerben sie sich auf einen Bezirk, um bevollmächtigter Bezirksschornsteinfeger zu werden. Ein weiteres sehr großes Feld ist mittlerweile die Energieberatung und die Reinigung und Wartung von Lüftungsanlagen. Diese Kenntnisse eignet man sich dann bei den entsprechenden Weiterbildungslehrgängen an.

Warum würden Sie einem jungen Menschen dazu raten, Schornsteinfeger zu werden?

Marschan: Aus meiner Sicht ist es der schönste Beruf, nicht nur, weil man jeden Tag als Glücksbringer die Kunden besuchen darf! Er ist sehr abwechslungsreich, hat mit sehr vielen verschiedenen Menschen zu tun, genauso wie mit Technik. Dazu schützt man Mensch und Umwelt (Immissionsschutz) und hilft bei der Energiewende.

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