Ministerin Ina Scharrenbach in Hoetmar
Flächenverbrauch im Blick behalten

Hoetmar -

Die Hoetmarer möchten den ländlichen Raum weiterentwickeln. Doch das läuft nicht immer reibungslos, wie sie jetzt bei einem von der örtlichen CDU organisierten Gespräch Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, wissen ließen.

Freitag, 19.10.2018, 13:50 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 19.10.2018, 13:50 Uhr
Bruno Peter (l.) erläuterte Ministerin Ina Scharrenbach die Überlegungen zur Erweiterung der Gewerbeflächen in Hoetmar. Das Foto zeigt ferner (v. .r .) Martin Huerkamp, Vorsitzender des Gewerbekreises, Josef Brand vom Lenkungsausschuss der Dorfwerkstatt, den Ortsunionsvorsitzenden Peter Molitor und den CDU-Ratsherrn Paul Schwienhorst.
Bruno Peter (l.) erläuterte Ministerin Ina Scharrenbach die Überlegungen zur Erweiterung der Gewerbeflächen in Hoetmar. Das Foto zeigt ferner (v. .r .) Martin Huerkamp, Vorsitzender des Gewerbekreises, Josef Brand vom Lenkungsausschuss der Dorfwerkstatt, den Ortsunionsvorsitzenden Peter Molitor und den CDU-Ratsherrn Paul Schwienhorst. Foto: Joke Brocker

„Wir wollen den ländlichen Raum weiterentwickeln“, stellte Peter Molitor unmissverständlich klar, als er in dieser Woche Ina Scharrenbach , Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, im Bundesgolddorf begrüßte. Seine Fraktion, stellte der Vorsitzende der Ortsunion fest, suche daher das Gespräch mit der Ministerin, um mit ihr Themen zu diskutieren, die den Hoetmarern unter den Nägeln brennen: die Ausweitung von Wohnbauflächen, die Erweiterung von Gewerbeflächen sowie die Folgenutzungen landwirtschaftlicher Gebäude und Restflächen. Und weil ein Ortstermin mehr sagt als tausend Worte, chauffierte Carsten Recker Ministerin und Gastgeber im Feuerwehr-Fahrzeug von der Alten Stellmacherei aus an die Lindenstraße. Paul Schwienhorst verwies darauf, dass die Wohnbaustudie der Stadt Warendorf einen Bedarf von 1050 Wohneinheiten im Stadtgebiet, 700 davon in der Kernstadt, sehe. Im Baugebiet Lindenstraße II könnten theoretisch 23 Bauplätze entstehen. Weil der derzeit gültige Landesentwicklungsplan (LEP) für Ortschaften mit weniger als 2000 Einwohner keine Wachstumsmöglichkeit vorsehe, wolle die Stadt Warendorf Hoetmar aber lediglich die Hälfte der anvisierten 23 Bauplätze zugestehen. „Wir wehren uns gegen die geteilte Entwicklung des Gebietes, weil wir den Bedarf vor Ort sehen und wüssten gerne, wie wir das politisch durchboxen können“, bemerkte Schwienhorst, auf weiteres Expansionspotenzial auf der gegenüberliegenden Straßenseite verweisend.

Der Eigentümer des dortigen ehemaligen Gärtnereibetriebes würde die 10 000 Quadratmeter große Fläche gerne veräußern und der Wohnbebauung zuführen. Für 5000 Quadratmeter im Innenbereich kein Problem, wohl aber für angrenzende weitere 5000 Quadratmeter, die im Außenbereich liegen.

Die Ministerin zeigte Verständnis für die Kritik am bisher geltenden LEP und erklärte, dass die amtierende Landesregierung auch Orten, die weniger als 2000 Einwohner haben, die Möglichkeit zur Weiterentwicklung zugestehen wolle. Das entsprechende Verfahren sei in der Anhörung. Sobald es beschlossen sei, hätten die Planungsbehörden die Inhalte umzusetzen. Doch die Frage,wie sich die Stadt Warendorf entwickeln will, könne nicht die Landesregierung beantworten. Scharrenbach: „Das können nur Sie selber als Rat.“

In Sachen Gärtnerei-Grundstück Bureck empfahl die Ministerin, den Ankauf der gesamten Fläche zu überlegen, die dann auf lange Sicht der Weiterentwicklung der dörflichen Struktur dienen könne. Hier, wie auch im Zusammenhang mit einer von der Bezirksregierung abgelehnten, vom Gewerbekreis um Martin Huerkamp favorisierten 46 000 Quadratmeter großen Fläche zwischen Raiffeisenstraße und Lentruper Weg, die der Erweiterung der Gewerbeflächen dienen könnte, mahnte Scharrenbach Versiegelung und Ausgleichsflächenproblematik im Blick zu behalten. Man befinde sich in einem Spannungsfeld zwischen Flächenverbrauch und Versiegelung: „Wir können den Boden nur einmal nehmen.“ Der Abwägungsprozess habe im lokalen Stadtrat als Träger der Bauleitplanung, stattzufinden. Die Hoetmarer Ratsmitglieder sollten dort ihre Wünsche deutlich artikulieren, denn: „Ein gefühlter Wille kann nicht umgesetzt werden.“ Auch das von Josef Brand kurz vorgestellte Mehrgenerationen-Projekt im Außenbereich bedürfe eines Grundsatzbeschlusses durch den Stadtrat. Danach könne man sich Gedanken zur Förderkulisse machen. Einen konkreten Tipp hielt die Ministerin für Ludger Bütfering bereit, der nach Fördertöpfen des Heimatministeriums zur Ausstattung des geplanten Dorfarchivs gefragt hatte. Ina Scharrenbach empfahl eine Anfrage bei der NRW-Stiftung, die den Umbau des Läutehauses ohnehin bereits mitfinanziert. Eine andere Möglichkeit seien die sogenannten „Heimatschecks“ über je 2000 Euro, die auch von mehreren das Projekt unterstützenden Vereinen beim Ministerium beantragt werden könnten.

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