Nachnutzung der Marienkirche
Die Suche wird bald beginnen

Warendorf -

Noch ist die Nachricht frisch, noch gibt es kein konkretes Drehbuch. Aber nach Konstituierung des neuen Kirchenvorstands können er und der Pfarreirat sich an die Arbeit machen: Wie soll die Marienkirche künftig genutzt werden?

Samstag, 27.10.2018, 06:45 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 27.10.2018, 06:45 Uhr
Die Marienkirche soll, wenn irgend möglich, zumindest teilweise weiter ein liturgischer Ort bleiben. Die Suche nach einem Nutzungskonzept wird nach Peter Lenfers Einschätzung noch etwas dauern.
Die Marienkirche soll, wenn irgend möglich, zumindest teilweise weiter ein liturgischer Ort bleiben. Die Suche nach einem Nutzungskonzept wird nach Peter Lenfers Einschätzung noch etwas dauern. Foto: Jörg Pastoor

Die Wochen nach dem 9. Oktober? „Ich habe ein paar Rückmeldungen bekommen – aber das ist alles noch ganz vage“, sagt Peter Lenfers . Der Pfarrer hört noch immer sehr genau in die Gemeinde St. Laurentius hinein. Die Bekanntgabe des Generalvikariats, dass es doch kein Geld für die Sanierung der Marienkirche ausgeben wird und aufgrund der Zahl der Gläubigen auf Dauer zwei Kirchen für ausreichend hält, wirkt noch immer nach. Wie es jetzt weitergeht? Abwarten.

Denn zunächst stehen jetzt die Neuwahlen der katholischen Kirchenvorstände an. Erst nach Konstituierung des neuen Vorstands könne der dann zusammen mit dem Pfarreirat ein Gremium bilden, das sich mit der Nutzung der Kirche befassen soll.

Wie berichtet, hatte Generalvikar Dr. Klaus Winterkamp in einer kurzfristig einberufenen Pfarrversammlung mitgeteilt, dass das Bistum seine noch 2017 beteuerte Zusage zur Bezahlung der Sanierung der Kirche nicht einhalten könne.

Zunächst kommt die Kirchenvorstandswahl

Deren baulicher Zustand verschafft dem nun nötigen Prozess der Meinungsbildung jedenfalls keinen Stress, wie Peter Lenfers im WN-Gespräch versichert. „Da fällt uns jetzt nicht was über dem Kopf zusammen.“ Sobald also der neue Kirchenvorstand arbeitsfähig ist – seiner Schätzung nach in der ersten Dezemberwoche – könne die eigentliche Suche nach Antworten losgehen. „Wir werden dann in Abstimmung mit dem Generalvikariat einen Prozess in Gang bringen.“ Ein Baustein könnte dann eine Machbarkeitsstudie sein, also eine Erhebung, wie sich die Kirche weiter nutzen ließe. Und ob es realistisch ist, sie zumindest in kleinem Umfang auch weiter liturgisch zu nutzen.

Einen Kindergarten haben wir gleich gegenüber.

Pfarrer Peter Lenfers

Es sei schon ein Schlag ins Kontor gewesen, dass die Gemeinde nun einen Teil der konzeptionellen liturgischen Arbeit einbüße. Dennoch habe er, Lenfers, bei aller Lethargie in der Pfarrversammlung die Reaktion als „sehr kultiviert“ empfunden, wenn sich auch viele vor den Kopf geschlagen gefühlt hätten.

Abgesehen von einer Handreichung zur Nach- und Umnutzung von Kirchen müsse es jetzt um Antworten gehen. Gibt es – naheliegende – soziale Verwendungszwecke für das Gebäude, das zudem unter Denkmalschutz steht? „Einen Kindergarten haben wir gleich gegenüber“, stellt Peter Lenfers nüchtern fest. Pflegeeinrichtungen gebe es ebenfalls nicht wenige in der Stadt. Oder, um es kurz zusammenzufassen: „Es ist nicht so, dass Interessierte da Schlange stünden.“

Vielleicht dauert es zwei bis drei Jahre

Es sei seitens des Generalvikariats klar gemacht worden, dass es keinerlei Denkverbote bei einer Nachnutzung des Gotteshauses gebe. Sicher: Die Marienkirche werde ganz bestimmt keine Nutzung als Moschee erhalten. „Aber in meiner Heimatstadt ist jetzt eine katholische Kirche an eine evangelisch-freikirchliche Gemeinde verkauft worden.“

Unterstützend für den nun bevorstehenden Entscheidungsprozess empfindet der Geistliche die Zusage aus Münster, dass durchaus auch mehr Geld in ein Nutzungskonzept fließen könne, als ursprünglich für die Sanierung von St. Marien vorgesehen war. Aber bis wirklich eine neue Verwendung für die Kirche gefunden ist, dürfte es nach Einschätzung von Lenfers noch eine Weile dauern: „Das sind wir wohl locker zwei bis drei Jahre weiter . . .“

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