Friedhofsrundgang mit Mechtild Wolff
Spiegelbild der Gesellschaft

Warendorf -

An verdiente Bürger der Stadtgeschichte erinnerte die Heimatvereinsvorsitzende Mechtild Wolff am Sonntag während eines Rundgangs über den Friedhof. Im Mittelpunkt standen Heimatfreunde, die die Entwicklung der Stadt geprägt haben.

Sonntag, 28.10.2018, 18:00 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 28.10.2018, 18:00 Uhr
Auch am Grab des erst im Sommer im Alter von 91 Jahren verstorbenen Hans Günter Winkler wurde Halt gemacht.
Auch am Grab des erst im Sommer im Alter von 91 Jahren verstorbenen Hans Günter Winkler wurde Halt gemacht. Foto: Stephan Ohlmeier

„Friedhöfe sind ein Spiegelbild der Gesellschaft“, sagte Mechtild Wolff am Sonntagmorgen. Gemeinsam mit rund 30 Interessierten unternahm die Heimatvereinsvorsitzende einen Rundgang über den Friedhof und rief das Leben verdienter Bürger der Stadtgeschichte in Erinnerung. Im Mittelpunkt stand vor allem Heimatfreunde, die in ihrer Zeit die Entwicklung Warendorfs geprägt haben.

Vom großen Kreuz im Zentrum des Friedhofs ging es zunächst zur Grabstätte des geheimen Justizrates Wilhelm Zuhorn . Dieser gründete 1902 den Heimatverein und galt - laut Mechtild Wolff - als „der beste Kenner der Warendorfer Geschichte“. Noch heute könne man stundenlang in dessen Werken lesen.

Siegfried Schmieder sei es wiederum zu verdanken, dass das Kreisarchiv heute für alle Bürger zugänglich sei. Ebenso werde aus den von ihm aufbereiteten Warendorfer Ratsprotokollen aus den Jahren 1573 bis 1803 das frühzeitliche Leben in einer Kleinstadt lebendig.

Ein Herzensanliegen war es Mechtild Wolff an Wilhelm Veltmann, ihre Mutter Eugenie Haunhorst, Dr. Franz Rohleder und Dr. Franz Kroos zu erinnern. Dem Quartett sei es mitzuverdanken, dass weite Teile der Altstadt in den 1970er-Jahren vor dem Abriss bewahrt worden seien. „Die Altstadt ist heute ein Schmuckstück“, sagte Wolff: „Wir leben in einer lebens- und liebenswerten Stadt.“

Während des Rundgangs wurde auch am Grab vom erst im Sommer im Alter von 91 Jahren verstorbenen Hans Günter Winkler – den wohl bekanntesten Bürger der Stadt und erfolgreichsten Springreiters aller Zeiten – Halt gemacht. Bei den Olympischen Spielen 1956 hatte sich Winkler im ersten Durchgang der Mannschafts- und Einzelentscheidung einen Muskelriss zugezogen. Unter wahnsinnigen Schmerzen ging er dennoch ein zweites Mal in den Parcours und wurde von seiner Wunderstute Halla zum Doppelgold getragen.

Mechtild Wolff bezeichnete „HGW“ als eine „Legende des Reitsports“ und stellte seine beiden Goldmedaillen 1956 sowie die Weltmeistertitel 1954 und 1955 auf eine Stufe mit dem Wunder von Bern: „Er hat der nach dem Zweiten Weltkrieg demoralisierten deutschen Nation ihren Stolz zurückgegeben.“

Trotz der kühlen Temperaturen waren alle Teilnehmer von der Friedhofsführung am Sonntagmorgen sichtlich begeistert. Gespannt lauschten sie den vielen Geschichten, welche Mechtild Wolff über die verstorbenen Persönlichkeiten zu erzählen hatte.

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