Kritik am Einzelhandelsgutachten
Ostviertel beleben statt abhängen

Warendorf -

Rosemarie Friederichs (Vorsitzende des Fördervereins des Heinrich-Friederich-Museums), Anette Jarosch (Deko-Zauber) und Hartwig Neehus (Zweiräder Neehus) haben derzeit mindestens zwei Dinge gemeinsam: Ihnen liegt die positive Entwicklung der Warendorfer Altstadt, insbesondere des Ostviertels, am Herzen und sie sind zugleich enttäuscht über die Aussagen des neu fortgeschriebenen Einzelhandelsgutachtens zur östlichen Altstadt.

Dienstag, 13.11.2018, 04:00 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 13.11.2018, 04:00 Uhr
Rosemarie Friederichs, Anette Jarosch (Deko Zauber) und Hartwig Neehus (v.l.) möchten nicht, dass die östliche Altstadt abgehängt wird. Sie wünschen sich eine Begrünung im zweiten Abschnitt und eine Renovierung unansehnlicher Immobilien und eine weitere Stärkung des Alleinstellungsmerkmals der „Pferdestadt Warendorf“.
Rosemarie Friederichs, Anette Jarosch (Deko Zauber) und Hartwig Neehus (v.l.) möchten nicht, dass die östliche Altstadt abgehängt wird. Sie wünschen sich eine Begrünung im zweiten Abschnitt und eine Renovierung unansehnlicher Immobilien und eine weitere Stärkung des Alleinstellungsmerkmals der „Pferdestadt Warendorf“. Foto: Monika Vornhusen

In diesem Gutachten des Büros „Stadt- und Regionalplanung Dr. Jansen GmbH“ aus Köln heißt es nämlich, dass die östliche Altstadt von Warendorf, insbesondere ab Einmündung Zuhornstraße, nicht als Entwicklungsschwerpunkt für den Einzelhandel empfohlen wird. Vielmehr solle das Augenmerk auf den Bahnhofsbereich gerichtet werden, um das Einzelhandelsangebot zu vergrößern.

„Warum hat man die Händler aus dem Ostviertel nicht mal gefragt? Niemand hat sich dafür interessiert, was wir gerne möchten und was im Ostviertel vielleicht machbar ist“, macht Rosemarie Friederichs ihrem Ärger Luft. „Das Gutachten ist eine Verschwendung von Steuergeldern“, meint sie.

Mit diesem Vorgehen vertreibe man möglicherweise jeden potenziellen Investor im Ostviertel, meinen Anette Jarosch und Hartwig Neehus. „Für mich liegt die Altstadt von Warendorf zwischen der B 64 und der Ems und da gehört das Leben hin“, zieht Hartwig Neehus Bilanz und erinnert sich dabei an unzählige Kundengespräche, oftmals Fahrradtouristen, die in der Stadt einen Stopp machen. Sie alle schwärmen von Warendorfs schöner Altstadt und den kleinen inhabergeführten Geschäften. „Das müssen wir doch stärken“, meint Neehus. „In dem Gutachten wird gar nichts zur Kulturlandschaft oder zur Gastronomie gesagt“, so Friederichs. Gerade dieses Zusammenspiel von Kultur, Gastronomie und Kauflandschaft aber gebe der Stadt ihre individuelle Note und trage zu einer längeren Verweildauer der Gäste bei. „Nicht alles, was neu geschaffen werden soll für den Einzelhandel muss auch gut sein“, meint Neehus und warnt davor, endgültige Entscheidungen zur Stadtentwicklung zu treffen, die nicht mehr rückgängig zu machen sind. Zu lebendig ist in seinem Kopf noch die Erinnerung an die Schließung der Kirchstraße vor über 20 Jahren, die ein Sterben der Geschäfte auf der Oststraße nach sich zog. Er wünscht sich eine Auseinandersetzung der Politiker mit den Anwohnern des Pferdeviertels. Vieles hat die Interessengemeinschaft Pferdeviertel schon in den Stil gestoßen – die Sommerflohmärkte, die Künstlermeile zur Pferdenacht, zahlreiche Vernissagen und die Kooperation mit den Warendorfer Weihnachtsplätzchen. Die drei Oststraßen-Vertreter setzen auf die Kreativität der Warendorfer – auch in den neuen Netzwerken wie WiWa – um das Pferdeviertel mit seinen einzigartigen Kulissen weiter zu beleben.

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