Das Weihnachtsereignis auf Bildern in der Wallfahrtskapelle Buddenbaum
Geburt Christi in Ritzzeichnungen

Hoetmar -

Die kleine Kirche in der Bauerschaft Buddenbaum bei Hoetmar ist den Christen in Warendorf und den umliegenden Ortschaften als Wallfahrtsort bekannt. Das ganze Jahr über, besonders aber in einer Wallfahrtswoche Anfang Juli zum Fest Mariae Heimsuchung kommen Beter mit ihren Anliegen dorthin zum Gnadenbild der „Mutter vom guten Rat“.

Dienstag, 25.12.2018, 08:18 Uhr
Buddenbaum, Altaraufsatz der Wallfahrtskapelle,Geburt Christi
Buddenbaum, Altaraufsatz der Wallfahrtskapelle,Geburt Christi Foto: Erich Poppenborg

Es mag verwundern, dass in Buddenbaum auch Bilder zu finden sind, die das Weihnachtsereignis, die Geburt Christi, veranschaulichen. Die Stirnseite der schlichten Kapelle wird von einer spätbarocken Altarwand mit reicher Blatt- und Gitterwerkverzierung eingenommen. Seine Mitte bildet die Nische für das steinerne, wohl um 1440 geschaffene Gnadenbild der Pietà , der Gottesmutter, die den toten Christus auf dem Schoß trägt. Ihr gelten die Gebete und Bitten der Pilger. Wenn man aber über das horizontale Gesims hinaufblickt zu einem von Voluten und barockem Rankenwerk gerahmten Altaraufsatz, so verharrt man bei dem Ölgemälde eines unbekannten Malers, das die Geburt Christi vergegenwärtigt. Vier Hirten, einer mit elegantem Jägerhut, wenden sich anbetend dem Jesuskind zu, dem sich in feinen Schwung auch die Gottesmutter zuneigt. Die liebenswürdig-fromme Szene wird nach oben von einem Engelchor und dem „Gloria in excelsis Deo“ auf einem Schriftband abgeschlossen.

Das Weihnachtsereignis wird in der Kapelle jedoch auch noch mehrfach an einem versteckteren Ort veranschaulicht, nämlich in den Wandvitrinen mit den zahlreichen Votivbildern. Wie an vielen Wallfahrtsorten, so sammelten sich auch bei der „Mutter vom guten Rat“ in Buddenbaum im Lauf der Jahrhunderte viele Votivgaben an. Neben sprechenden Symbolen wie silberne Arme, Herzen, Beine, finden sich Silbertäfelchen mit Darstellungen des Heilsgeschehens, Kreuze und Schmuckstücke. Man stiftete sie nach Gelübden, mit denen man Bittgebete zur Gottesmutter verband, oder zum Dank für Gebetserhörungen.

Auf drei der silbernen Votivtäfelchen ist in barocken Volutenrahmungen, die auf eine Entstehungszeit im 18. Jahrhundert schließen lassen, die Geburt Christi in Ritzzeichnungen vergegenwärtigt. Zwei dieser Täfelchen zeigen die Anbetung der Hirten, ein im bäuerlichen Umfeld Westfalens besonderes nahe liegender Aspekt des Weihnachtsereignisses. Auf einem haben wir gewissermaßen eine Nahsicht mit einem Hirten, dem sich das Christkind segnend zuwendet. Dahinter streben ein Bauernpaar und ein Knabe ebenfalls dem Christkind entgegen. Auf dem zweiten Täfelchen neigen sich Hirten dem Christkind zu, das in einem Weidenkörbchen liegt. Josef hält eine Leuchte über das Gesicht des Kindes, den Hintergrund bildet ein Stalldach unter dem Ochs und Esel stehen.

Künstlerisch sehr schön gestaltet ist ein Täfelchen mit der Anbetung der Könige. Eine Dreiergruppe bilden Josef, die sitzende Gottesmutter und der Christusknabe auf ihrem Schoß. Eine Dreiergruppe zur Rechten bilden die heiligen drei Könige in festlichen Ornaten. Über der Szene strahlt der Stern von Bethlehem. Verehrend hat einer der Könige das Knie vor dem Knaben gebeugt und ihm ein Kästchen gereicht. Die Hände des Knaben zeigen an, dass er das Geschenk annimmt, wohl ein zeichenhafter Hinweis auf die Hoffnung des Stifters der Votivgabe, dass seine Gebete erhört werden mögen.

Das kleine Kirchlein in Buddenbaum lädt so im Winter dazu ein, Bilder der Geburt Christi zu betrachten und über das alte Weihnachtslied „Christ, der Retter ist da“ nachzusinnen.

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