Sanierung aus eigener Kraft
Schuhpark beantragt Insolvenz

Warendorf -

Die Schuhpark Fascies GmbH aus Warendorf, einer der führenden Schuhhändler Deutschlands, hat am Mittwoch beim zuständigen Amtsgericht in Münster einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Das Gericht hat diesem entsprochen und die vorläufige Eigenverwaltung angeordnet, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens.

Mittwoch, 09.01.2019, 16:18 Uhr aktualisiert: 10.01.2019, 12:14 Uhr
Die Schuhpark Fascies GmbH aus Warendorf, einer der führenden Schuhhändler Deutschlands, hat am Mittwoch beim zuständigen Amtsgericht in Münster einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. In drei Monaten soll jetzt ein Sanierungsplan erarbeitet werden.
Die Schuhpark Fascies GmbH aus Warendorf, einer der führenden Schuhhändler Deutschlands, hat am Mittwoch beim zuständigen Amtsgericht in Münster einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. In drei Monaten soll jetzt ein Sanierungsplan erarbeitet werden. Foto: Joachim Edler

Die Schuhpark Fascies GmbH beschäftigt 912 Mitarbeiter, davon arbeiten 116 im Zentrallager sowie der Logistik und 33 in der Verwaltung. Die Flagship-Stores befinden sich in Bielefeld, Detmold, Münster und Warendorf. 

Das Unternehmen geht zurück auf das Jahr 1975, als der Firmengründer Bernhard Fascies sein erstes Schuhgeschäft in einer alten Weberei in Warendorf eröffnete. Heute gibt es 89 Filialen in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Bremen und Schleswig-Holstein. 17 Filialen gibt es im Münsterland. Alle Läden bleiben geöffnet.

Heißer Sommer und Online-Konkurrenz

Aufgrund einer schwierigen Markt- und Wettbewerbssituation, nicht zuletzt begründet durch den heißen Sommer 2018 sowie veränderter Rahmen­be­dingungen wie die zunehmende Abkehr des Kunden zugunsten des Online-Handels, beabsichtigt das Unternehmen, sich für die Zukunft neu aufzustellen, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Die Schuhpark Fascies GmbH nutzt dabei die seit dem 1. März 2012 geltenden gesetzlichen Möglichkeiten, die zur Restrukturierung und Sanierung erforderlichen Maßnahmen gezielt eigenverantwortlich zu erarbeiten und kurzfristig umzusetzen.

„Dieser Schritt ist unsere beste Möglichkeit, unsere Wettbewerbsfähigkeit zu steigern und den langfristigen Fortbestand unseres Unternehmens im Interesse aller Beteiligten sicherzustellen“, sagt Unternehmensgründer und Geschäftsführer Bernhard Fascies, der das Unternehmen auch in der Eigenverwaltung führt. Unterstützung erhält er dabei von den erfahrenen Restrukturierungsexperten Dr. Georg Bernsau und Andreas Pantlen von der überregional tätigen Kanzlei BBL Bernsau Brockdorff, die in die Geschäftsführung eintreten und die operative Restrukturierung verantworten werden. Der Münsteraner Rechtsanwalt und Sanierungsexperte Stephan Michels wird als vom Gericht eingesetzter vorläufiger Sachwalter die Geschäftsführung in der Eigenverwaltung überwachen und die Gläubigerinteressen wahren.

Sanierungskonzept in den nächsten drei Monaten

„In den kommenden Wochen werden wir Gespräche mit allen wesentlichen Beteiligten aufnehmen und einen Plan zur Neuaufstellung des Unternehmens erarbeiten“, erläutert Rechtsanwalt Dr. Georg Bernsau, der bereits eine Vielzahl von Unternehmen erfolgreich bei ihrer Sanierung begleitet hat. Positiv wertet er den Umstand, dass das Unternehmen den Restrukturierungskurs rechtzeitig eingeschlagen und professionell vorbereitet hat.

„Es gibt bereits viele Ideen. Die kommenden drei Monate, bis zur Eröffnung des vorläufigen Eigenverwaltungsverfahrens, wird man nutzen, um ein Sanierungskonzept zu erstellen“, so Kommunikationsberater Thomas Feldmann auf Anfrage unserer Zeitung. Der Geschäftsbetrieb in den bundesweit 89 Filialen laufe unverändert weiter. Lieferantenbeziehungen seien in keiner Weise beeinträchtigt. „Die Geschäfte bleiben geöffnet, unsere Kunden werden auch weiterhin wie bewährt bedient“, betont Bernhard Fascies.

Die insgesamt mehr als 900 Mitarbeiter, deren Löhne und Gehälter für drei Monate durch das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit gesichert sind, wurden am Mittwoch über die aktuelle Situation informiert.

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