Genossenschaft „Wige“ stellt neue Wohnform vor
Bei Bedarf mit Familienanschluss

Warendorf -

Allein bleiben, wenn man möchte, Gemeinsames machen, wenn einem danach ist: Das steckt hinter der Wohnform der Genossenschaft „Wohnen in Gemeinschaft“. Am 19. Februar informiert sie und hofft, weitere Interessenten zu gewinnen.

Donnerstag, 07.02.2019, 22:00 Uhr
Das Mehrgenerationen-Haus im Entwurf von der Gartenseite aus.Die Bewohner des Hauses Amaryllis in Bonn (Foto) haben ihr eigenes Mehrgenerationen-Wohnprojekt schon mit Leben erfüllt.
Das Mehrgenerationen-Haus im Entwurf von der Gartenseite aus.Die Bewohner des Hauses Amaryllis in Bonn (Foto) haben ihr eigenes Mehrgenerationen-Wohnprojekt schon mit Leben erfüllt. Foto: Haus Amaryllis

Für eine ganze Reihe von Menschen war die neue Idee von vorneherein interessant: bei Bedarf gemeinsam, aber jeder in dem Ausmaß für sich allein leben, wie es ihm gefällt. Und zwar unabhängig davon, ob man Single ist, ein Paar, eine junge Familie oder Rentner – mit oder ohne Behinderung.

Mit dem ersten Warendorfer Mehrgenerationen-Wohnprojekt, das wie berichtet im Baugebiet In de Brinke geplant wird, hat diese Idee jetzt eine konkrete Gestalt angenommen. Am Dienstag, 19. Februar, gibt es den aktuellsten Sachstand zu dem Vorhaben, das auf Initiative des Vereins „WiGe (Wohnen in Gemeinschaft)“, einer eingetragenen Genossenschaft (eG), entstanden war. Von 19 Uhr an informieren Wige und ihre Partner im Hotel „Im Engel“.

Gemeinsam wohnen nach eigenem Bedarf

Die Genossenschaft strebt Nachhaltigkeit im Alltag durch ökologisches Bauen und eine energiesparende und ressourcenschonende Lebensweise an. Die Architektur soll dem sozialen Konzept entsprechen, Möglichkeiten zur Begegnung schaffen und gemeinschaftliches Wohnen fördern. Bewohner können ihr Wohn- und Lebensumfeld selbst mitgestalten, haben grundsätzlich lebenslanges Nutzungsrecht und bezahlen nur die tatsächlichen Bau- und Unterhaltungskosten (Kostenmietenprinzip).

Das dahinter steckende Prinzip ist das gelebter Nachbarschaft: Die Bewohner bieten sich, wenn sie mögen, gegenseitig Hilfe an und leben nicht in der vielerorts üblichen Anonymität nebeneinander.

Aktuell gibt es nach Mitteilung der Genossenschaft drei ernsthafte Interessenten für die geplanten 23 Wohneinheiten. 2020 soll es im Baugebiet In de Brinke als Passivhaus in Hybridbauweise entstehen. Angeboten werden Wohnungen zwischen 41 und 155 Quadratmetern, eine Gästewohnung und ein Gemeinschaftsraum werden außerdem entstehen. Ein zentraler großer Gemeinschaftsgarten kommt dazu. Aktuell fehlen noch 18 Interessenten, um das Projekt umsetzen zu können.

Einheiten von 41 bis 155 Quadratmetern

Die Vereinsgründer aus Warendorf und Umgebung wollen in der Öffentlichkeit das Bewusstsein für andere Wohnmöglichkeiten wecken.

Das Projekt ist grundsätzlich nicht für Investoren oder Kapitalanleger gedacht; ein Grundstück ist vorhanden. Die Mitglieder treffen sich regelmäßig mindestens einmal pro Monat. Termininformationen und Kontaktmöglichkeiten für neue Interessenten werden ab 20. Februar, bevor die eigene Homepage entsteht, über www.meuim.de/baugruppen bekannt gemacht.

Eine Genossenschaft haben die Mitglieder gegründet, weil sie so „Mieter im eigenen Haus“ sind und sich im Rahmen der Selbstverwaltung an der Organisation des Gemeinschaftslebens und an der Weiterentwicklung der Genossenschaft beteiligen können. Sie müssen sich keine Gedanken über die Renditeinteressen Ihres Vermieters oder einer Eigenbedarfskündigung des Wohnungseigentümers machen. Eine Genossenschaft besitzt eine stabile, kontrollierte und überprüfbare Struktur. Die Geschäftsidee, die Finanzierung und die Satzung werden begutachtet, um einerseits die Wirtschaftlichkeit zu gewährleisten und um andererseits die Rechte der Mitglieder zu wahren. Jedes Mitglied hat eine Stimme, egal wie viele Genossenschaftsanteile es besitzt.

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